Novartis, Aktie

Novartis Aktie: 5,7-Milliarden-Deal für Protein-Degrader

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 11:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Novartis bestätigt Jahresprognose nach moderatem Quartalsergebnis. Ein Lizenzvertrag über 5,7 Milliarden Dollar mit Monte Rosa unterstreicht die Pipeline-Strategie.

Novartis Quartalszahlen: Prognose bestätigt, Milliarden-Deal für Protein-Degrader
Moderne wissenschaftliche Laborumgebung für biotechnologische Forschung mit Fokus auf Innovation und Medizin. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Novartis hat am Freitag Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt und dabei die Jahresprognose bekräftigt. Der Nettoumsatz kletterte auf 14,4 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 3 Prozent in US-Dollar und 1 Prozent währungsbereinigt. Das operative Kernergebnis blieb dagegen flach, der Kerngewinn je Aktie sank währungsbereinigt um 1 Prozent auf 2,41 US-Dollar. In der ersten Jahreshälfte insgesamt kam der Basler Pharmakonzern auf 27,5 Milliarden Dollar Umsatz, währungsbereinigt ein Rückgang von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Für das Gesamtjahr bleibt Novartis bei seiner Guidance: Der Umsatz soll im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen, das operative Kernergebnis dagegen im niedrigen einstelligen Bereich sinken. Anleger reagierten verhalten – die Bestätigung der Prognose signalisiert Stabilität, liefert aber keinen zusätzlichen Kurstreiber.

Wachstumsträger treiben das Portfolio

Hinter der moderaten Gesamtentwicklung verbirgt sich ein deutlich dynamischeres Bild bei den wichtigsten Markenprodukten. Das Krebsmedikament Kisqali legte währungsbereinigt um 43 Prozent zu, das Multiple-Sklerose-Präparat Kesimpta um 32 Prozent. Noch stärker wuchs Scemblix mit einem Plus von 89 Prozent, während die Radioligand-Therapie Pluvicto um 43 Prozent zulegte. Das Cholesterinmedikament Leqvio steigerte den Umsatz sogar um 59 Prozent. Diese Produktfamilie kompensiert damit Belastungen aus auslaufendem Patentschutz bei älteren Präparaten und stützt das mittelfristige Wachstumsprofil des Konzerns.

Auf der regulatorischen Seite meldete Novartis mehrere Fortschritte: Rhapsido erhielt die Zulassung der EU-Kommission sowie in Japan zur Behandlung der chronisch spontanen Urtikaria, Itvisma wurde in der EU für spinale Muskelatrophie zugelassen. Zu Kisqali legte der Konzern zudem Sechs-Jahres-Daten zum Gesamtüberleben bei frühem Brustkrebs vor. Für den Wirkstoff del-zota reichte Novartis einen Zulassungsantrag zur Behandlung der Duchenne-Muskeldystrophie ein, während del-brax in einer Phase-I/II-Studie bei fazioskapulohumeraler Muskeldystrophie positive Ergebnisse lieferte.

Milliardendeal für Protein-Degrader

Parallel zu den Quartalszahlen sorgte am Freitag ein Lizenzvertrag mit Monte Rosa Therapeutics für Aufmerksamkeit. Das Volumen der Vereinbarung über Protein-Degrader beläuft sich auf 5,7 Milliarden US-Dollar. Solche Wirkstoffe gelten als vielversprechender Ansatz, um bislang schwer angreifbare Zielproteine gezielt abzubauen, und ergänzen die Pipeline-Strategie des Konzerns rund um Zell- und Gentherapien sowie die xRNA-Plattform. Technische Analysten sahen die Novartis-Aktie im Schweizer Heimatmarkt zuletzt zwischen einer Unterstützungszone und einem Widerstandsniveau eingeklemmt und rechneten mittelfristig mit weiterem Aufwärtspotenzial.

Novartis feierte zudem sein 30-jähriges Bestehen als fusioniertes Unternehmen: Die Zusammenschluss von Ciba-Geigy und Sandoz erhielt am 17. Juli 1996 die EU-Genehmigung. Der Konzern verweist dabei auf eine 250-jährige Historie seiner Vorläuferfirmen und positioniert sich heute als Pionier bei Krebstherapien, Zell- und Gentherapie sowie Radioligand-Verfahren.

Kursniveau bleibt unter dem Jahreshoch

Am deutschen Markt schloss die Novartis-Aktie am Freitag bei 136,10 Euro, ein Rückgang von 0,56 Prozent auf Tagessicht. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 15,16 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 144,30 Euro, das Ende Februar markiert wurde, fehlen der Aktie derzeit noch 5,68 Prozent. Die Kombination aus bestätigter Prognose, robustem Wachstum bei den Schlüsselprodukten und dem milliardenschweren Zukauf im Bereich Protein-Degrader dürfte die Diskussion um die mittelfristige Wachstumsstory des Konzerns weiter befeuern, auch wenn die kurzfristige Kursreaktion verhalten ausfiel.

Ergänzend zeigte die indische Tochtergesellschaft Novartis India im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 eine solide Entwicklung: Der Nettoumsatz stieg um 18,57 Prozent, der Nettogewinn um 16,62 Prozent, bei einer operativen Marge von 33,63 Prozent – dem höchsten Wert seit sieben Quartalen. Die Landesgesellschaft weist zudem keine langfristigen Schulden aus, was die insgesamt solide Bilanzstruktur des Konzerns unterstreicht.

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