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Nvidia Aktie: Kyber startet H2 2027

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 09:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Nvidia erreicht fünf Billionen Dollar Marktwert und dementiert Verzögerungen bei der Kyber-Architektur. Analysten diskutieren Wachstumspotenzial.

Nvidia erreicht Fünf-Billionen-Marke trotz Kyber-Streit
Futuristisches Rechenzentrum mit leuchtenden Server-Racks und ätherischen Lichtstrahlen, die fortgeschrittene Technologie und Wachstum symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Fünf Billionen Dollar Marktwert. Nvidia knackt diese Marke, während Anleger gleichzeitig über die nächste Chip-Generation streiten. Ausgerechnet in dieser Woche muss der Konzern Gerüchte über Verzögerungen bei seinem wichtigsten Zukunftsprojekt entkräften.

Streit um Kyber-Verzögerung

Die Analysefirma SemiAnalysis hatte Ende letzter Woche für Unruhe gesorgt. Nvidias nächste Serverarchitektur namens Kyber verzögere sich um mehr als zwölf Monate, bis 2028, so der Bericht. Kyber ist kein gewöhnliches Bauteil, sondern ein komplettes Rack-System.

144 der stärksten Nvidia-Chips arbeiten darin zusammen, wie ein einziger Riesencomputer. Die Grafikprozessoren stecken senkrecht statt waagerecht in den Modulen. Das spart Platz und reduziert Latenzen. SemiAnalysis führte die Verzögerung auf Probleme bei einer speziellen mehrschichtigen Leiterplatte zurück, die im Zentrum des Systems sitzt.

Nvidia widersprach umgehend. Gegenüber Yahoo Finance erklärte der Konzern, der Kyber-Fahrplan sei weiterhin "intakt". Das würde einen Marktstart in der zweiten Jahreshälfte 2027 bedeuten, ein Jahr früher als von SemiAnalysis behauptet.

Der Markt reagierte gelassen. Die Aktie eröffnete am 6. Juli bei 194,42 Dollar und schloss am 10. Juli bei 210,96 Dollar. Wichtig dabei: Die aktuellen Vera-Rubin-NVL72-Systeme laufen auf der bestehenden Oberon-Architektur. Diese ist von der Kyber-Verzögerung nicht betroffen und geht im Herbst an acht bestätigte Cloud-Partner – darunter Amazon Web Services, Microsoft Azure, Google Cloud und Oracle.

Wie viel Wachstum bleibt noch?

Die Kyber-Frage überdeckt eine größere Debatte. Wie viel Raum hat Nvidia überhaupt noch, um weiter zu wachsen? Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist dabei kein Vorwurf an die operative Stärke des Unternehmens. Es ist eine Frage der schieren Größe.

Ein Vergleich zeigt das Ausmaß: Der gesamte US-Aktienmarkt war Anfang des Monats rund 75 Billionen Dollar wert. Nvidia kommt inzwischen auf etwa fünf Billionen Dollar. Würde der Konzern in den nächsten fünf Jahren erneut um 900 Prozent zulegen, wie in den vergangenen fünf Jahren geschehen, läge der Marktwert bei 50 Billionen Dollar. Ein unrealistischer Anteil an der gesamten Wirtschaft für ein einzelnes Unternehmen.

SemiAnalysis sieht in der Kyber-Verzögerung noch ein anderes Risiko. Nvidia habe bislang "keine erprobte Lösung", um die Rechenleistung für die kommenden Rubin-Ultra-Chips im großen Maßstab zu skalieren. Das könnte Konkurrenten wie AMD und Google eine seltene Gelegenheit bieten. Beide gewinnen mit eigenen Chip-Entwicklungen bereits Aufträge bei führenden KI-Labors.

Kurs bleibt volatil

Die Aktie notiert aktuell bei 178,84 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 3,65 Prozent zu Buche, auf Monatssicht dagegen ein Minus von 2,37 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt Nvidia mit 11 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit 27,18 Prozent.

Zum Rekordhoch von 202,50 Euro vom 14. Mai fehlen noch knapp zwölf Prozent. Zum Jahrestief von 140,62 Euro liegt eine deutliche Lücke von über 27 Prozent.

Manche Analysten nennen weitere Belastungsfaktoren jenseits der Kyber-Diskussion. Dazu zählen steigende Speicherkosten, die auf die Marge drücken, wachsende Konkurrenz durch kundenspezifische ASIC-Chips sowie eine breite institutionelle Überinvestition in die Aktie. Manche kritisieren zudem, dass Nvidia Kapital eher in Lieferantenfinanzierung steckt statt in Aktienrückkäufe oder Dividenden.

Die Wall-Street-Bullen lässt das bislang kalt. Die technischen Indikatoren zeichnen ein ausgeglichenes Bild: Der 14-Tage-RSI liegt bei 51,7, ziemlich genau in der neutralen Mitte. Die Aktie notiert knapp anderthalb Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 181,40 Euro, aber gut acht Prozent über dem langfristigeren 200-Tage-Durchschnitt von 164,88 Euro.

Der Aufwärtstrend bleibt damit intakt, auch wenn die annualisierte Volatilität von aktuell 37,41 Prozent zeigt: Nervös bleiben Trader trotzdem. Ob Nvidia den Kyber-Starttermin 2027 tatsächlich hält, dürfte sich erst zeigen, wenn erste Kundenauslieferungen anstehen.

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