Oberstes, Gericht

Oberstes Gericht erlaubt Trumps Briefwahl-PlÀne vorerst

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 06:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Gut zwei Monate vor den US-Parlamentswahlen hat der Oberste Gerichtshof eine vorlĂ€ufige Blockade der PlĂ€ne von PrĂ€sident Donald Trump zur VerschĂ€rfung der Regeln fĂŒr die Briefwahl aufgehoben.

Obwohl eine endgĂŒltige Entscheidung in der Sache noch aussteht, kann die Regierung ihre PlĂ€ne damit zumindest vorlĂ€ufig weiter verfolgen. Es blieb zunĂ€chst unklar, was das genau fĂŒr die bevorstehenden Zwischenwahlen bedeuten wĂŒrde. Es könnten zudem weitere Klagen gegen Trumps PlĂ€ne geben.

Trump will sein Vorhaben noch vor der Abstimmung Anfang November durchsetzen. WĂ€hrend der Republikaner die geplanten Änderungen damit begrĂŒndet, angeblichen Wahlbetrug verhindern zu wollen, vermuten Kritiker als Motiv eher eine gezielte Benachteiligung demokratischer WĂ€hler. Diese stimmen meist etwas hĂ€ufiger per Post ab als Republikaner.

Ein Gericht in Boston hatte die geplanten Regeln vor einiger Zeit mit einer einstweiligen VerfĂŒgung vorlĂ€ufig gestoppt. Etwas spĂ€ter hatte es das Verbot auf alle 50 Bundesstaaten ausgeweitet. Außerdem sprach es der Regierung das Recht ab, Wahlen zu regulieren. Diese Kompetenz liegt in den USA vor allem bei den Bundesstaaten.

Der Supreme Court in Washington entschied nun zwar nicht in der Sache darĂŒber, ob Trumps Briefwahl-PlĂ€ne verfassungsgemĂ€ĂŸ sind, er hob allerdings die GĂŒltigkeit der einstweiligen VerfĂŒgung auf. Die Entscheidung fiel mit der Mehrheit der sechs konservativen Richter, die drei eher den Demokraten nahestehenden Richterinnen stimmten dagegen.

Niedrigere Instanz: Trumps Anordnung könnte zu Chaos fĂŒhren

Trump hatte Ende MĂ€rz verfĂŒgt, dass die US-Post (USPS) Briefwahlunterlagen nur noch an Personen ĂŒbermitteln soll, die auf einer von den Bundesstaaten zuvor erstellten WĂ€hlerliste stehen. Die Post wĂŒrde damit vom reinen Zusteller der Wahlunterlagen zu einer Kontrollinstanz im Ablauf der Wahl.

Die Richterin der niedrigeren Instanz in Boston hatte betont, dass der Status quo fĂŒr die bevorstehende Wahl aufrechterhalten bleiben mĂŒsse. Es bliebe immer weniger Zeit, WĂ€hler aufzuklĂ€ren, wie sich die RegelverschĂ€rfung auf sie auswirken könnte, falls sie per Briefwahl abstimmen wollten. Trumps Anordnung stifte Verwirrung, es drohe Chaos, erklĂ€rte sie. Geklagt hatten ĂŒberparteiliche Organisationen, die nach eigenen Angaben die Wahlbeteiligung steigern wollen.

Trumps Republikaner wollen bei "Midterms" Mehrheiten verteidigen

Am 3. November wird bei den "Midterms" etwa ein Drittel des Senats und das komplette ReprĂ€sentantenhaus neu gewĂ€hlt. Wegen der knappen Mehrheit der Republikaner in beiden Parlamentskammern könnte jedes einzelne Mandat darĂŒber entscheiden, wer am Ende die Macht im Kongress hat.

Sollten die Republikaner ihre Mehrheit in einer Kammer verlieren - oder gar in beiden - wĂ€re es fĂŒr Trump deutlich schwieriger, seine politischen Vorhaben umzusetzen.

Trump sÀt immer wieder Misstrauen an fairen Wahlen in den USA. So behauptet er seit Jahren fÀlschlicherweise, um seinen Sieg bei der PrÀsidentschaftswahl 2020 betrogen worden zu sein - obwohl das vielfach widerlegt ist.

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