Ölpreis steigt kräftig: Trump kündigt Seeblockade der Straße von Hormus an – Brent nähert sich 104 Dollar
14.04.2026 - 10:00:57 | ad-hoc-news.deDie Ölpreise erleben einen starken Aufschwung, ausgelöst durch die Ankündigung einer Seeblockade der Straße von Hormus durch US-Präsident Donald Trump. Brent-Rohöl für Juni-Lieferung kletterte in der Nacht zum Montag, dem 13. April 2026, bis auf fast 104 US-Dollar pro Barrel und notiert am frühen Morgen bei rund 102 Dollar – ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Freitagabend. Die US-Sorte WTI legte ebenfalls deutlich zu, getrieben von der Eskalation im Nahen Osten nach gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.
Stand: Montag, 13. April 2026, 16:50 Uhr (Europe/Berlin)
Geopolitische Eskalation als Haupttreiber
Die direkte Ankündigung der Blockade, die um 16:00 Uhr deutscher Zeit beginnen soll, sorgt für massive Unsicherheit auf den Rohstoffmärkten. Trump zielt damit darauf ab, iranische Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu verhindern und die Öl-Einnahmen des Iran zu unterbinden. Als einer der größten Ölproduzenten der Welt stellt der Iran eine Schlüsselrolle im globalen Angebot dar. Eine Blockade würde den Transport von rund 20 Prozent des weltweiten Öls beeinträchtigen, was unmittelbar zu Engpässen führt und Preise in die Höhe treibt.
Die Verhandlungen in Islamabad scheiterten vorerst, nachdem eine zweiwöchige Waffenruhe zuvor zu einem Preissturz geführt hatte. Am Mittwoch, dem 8. April, war Brent auf 91,11 Dollar abgestürzt – elf Prozent unter dem Vortag. Nun kehren die Preise um, da die Hoffnung auf Deeskalation verflogen ist. Dies unterstreicht die hohe Sensibilität des Ölmarkts gegenüber geopolitischen Risiken im Persischen Golf.
Unterschiede zwischen Brent und WTI
Brent, der globale Benchmark für den internationalen Ölhandel, reagiert stärker auf die Hormus-Ereignisse, da Europa und Asien stärker von Lieferungen aus dem Persischen Golf abhängig sind. Der Preis für das Nordsee-Rohöl lag vor dem Wochenende bei 95,20 Dollar und sprang nun auf über 102 Dollar. WTI, primär relevant für den US-Markt, notiert bei 98,37 Dollar nach einem Plus von 0,5 Prozent am Freitag, mit weiteren Zuwächsen in der Nacht. Die Spread zwischen Brent und WTI weitet sich, was auf unterschiedliche Risikowahrnehmungen hinweist: Brent trägt das globale Supply-Risikoprämie stärker.
Im Vergleich: Am Donnerstag erholte sich Brent auf 97,24 Dollar (+2,6 Prozent), WTI folgte. Der aktuelle Sprung markiert jedoch einen neuen Höhepunkt seit der Waffenruhe-Ankündigung. Investoren in Europa und der DACH-Region sollten die Brent-Entwicklung besonders beobachten, da sie Diesel- und Heizölpreise direkt beeinflusst.
Einfluss auf Inflation und Konjunktur in Europa
Als wichtiger Inflationsindikator belasten steigende Ölpreise die europäische Wirtschaft. In Deutschland und der DACH-Region, wo Energieintensität in Industrie und Transport hoch ist, könnte ein Brent-Preis über 100 Dollar die Kerninflation um bis zu 0,5 Prozentpunkte anheben. Die EZB beobachtet dies genau, da es Zinssenkungspläne behindern könnte. Zudem drücken höhere Spritpreise auf Verbraucherausgaben und Logistikkosten, was das Wachstum dämpft.
Der 'Rakete-und-Feder-Effekt' zeigt sich bereits: Preisanstiege wirken sich blitzschnell an der Zapfsäule aus, Rückgänge langsamer. Trotz einer kürzlichen Energiesteuersenkung um 17 Cent bleibt der Dieselpreis anfällig. Aktuell sinken E10- und Dieselpreise leicht, doch der Ölpreisanstieg könnte dies umkehren.
Marktpositionierung und technische Analyse
Der Ölmarkt ist hochgradig positioniert: Hedgefonds halten netto-long Positionen in Brent-Futures, was den Rally verstärkt. Technisch nähert sich Brent der 105-Dollar-Marke, einem Widerstand aus März. Ein Durchbruch könnte 110 Dollar testen, unterstützt durch den geopolitischen Risikoprämie. WTI testet 100 Dollar, mit Support bei 95 Dollar. Volatilität ist erhöht, implizite Vol derzeit bei 35 Prozent.
Die abwartende Haltung vor dem Wochenende – Brent bei 96,76 Dollar (+0,9 Prozent) – wich der Panik. Die gescheiterten Talks heizen die Stimmung an, wie DAX-Check zeigt: Aktienmärkte leiden unter Inflationssorgen.
Ausblick: Nächste Katalysatoren
Die Blockade-Start um 16:00 Uhr könnte erste Schiffe umleiten, was Lieferverzögerungen verursacht. OPEC+ könnte auf Produktionsanpassungen reagieren, doch ein Treffen steht nicht unmittelbar an. US-Inventare, nächste Woche offiziell, könnten dämpfen, sind aber sekundär. Für Europa relevant: Höhere Heizölpreise in Bayern (139,52 Euro/100l, +3,77 Prozent) spiegeln den Trend wider.
In Sachsen und Sachsen-Anhalt sinken Heizölpreise leicht (91,87 Euro bzw. 94,96 Euro/100l), doch dies basiert auf Vortagen. Der Brent-Anstieg wird dies bald revidieren.
Risiken und Gegenargumente
Trotz Rally bleibt das Niveau historisch hoch: Brent kostet ein Drittel mehr als vor dem Konfliktende Februar. Eine schnelle Blockade-Lockerung oder alternative Routen könnten Preise dämpfen. Nachfrage aus China ist schwach, US-Produktion rekordhoch bei 13,5 Millionen Barrel/Tag. Dennoch dominiert das Supply-Risiko.
Europäische Investoren sollten diversifizieren: Öl-ETFs wie Brent-ETCs gewinnen, doch Volatilität birgt Drawdowns. Langfristig drückt Übergang zu Renewables, kurzfristig geopolitisch dominiert.
WeiterfĂĽhrende Quellen
- WiWo: Ölpreis aktuell – Trump kündigt Blockade an
- ADAC: Aktuelle Spritpreise und Ă–lmarkt
- DER AKTIONÄR TV: DAX-Check mit Ölpreis-Analyse
- Heizoel24: Heizölpreise Bayern
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.
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