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Ørsted A/ S-Aktie (DK0060094928): Morgan Stanley stuft auf Overweight hoch

15.05.2026 - 10:29:46 | ad-hoc-news.de

Die Ørsted A/S-Aktie rückt nach einer Hochstufung durch Morgan Stanley und einer deutlichen Kursrally erneut in den Fokus. Was steckt hinter dem neuen Kursziel, wie steht es um die Offshore-Wind-Pipeline nach Abschreibungen in den USA, und was bedeutet das für deutsche Anleger?

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Die Ørsted A/S-Aktie steht erneut im Rampenlicht, nachdem die US-Investmentbank Morgan Stanley ihr Rating von Equal-weight auf Overweight angehoben und das Kursziel von 160 auf 225 dänische Kronen erhöht hat, wie aus einem Bericht vom 15.05.2026 hervorgeht, auf den sich unter anderem ein Telegramm von Placera bezieht, das wiederum auf Bloomberg News verweist (Placera/Bloomberg News Stand 15.05.2026). Parallel dazu wird die Strategie des dänischen Erneuerbare-Energien-Spezialisten nach umfangreichen Abschreibungen in den USA intensiv diskutiert, wie ein Überblicksbeitrag zu Ørsted aufzeigt (ad-hoc-news Stand 14.05.2026).

Stand: 15.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Orsted
  • Sektor/Branche: Erneuerbare Energien, Versorger
  • Sitz/Land: Fredericia, Dänemark
  • Kernmärkte: Europa, Nordamerika, ausgewählte asiatisch-pazifische Märkte
  • Wichtige Umsatztreiber: Offshore-Windparks, Onshore-Wind und Solar, Bioenergie und Energiehandel
  • Heimatbörse/Handelsplatz: Nasdaq Copenhagen (Ticker: ORSTED), Handel auch auf Xetra und Tradegate
  • Handelswährung: Dänische Krone an der Heimatbörse, Euro im Xetra-Handel

Ørsted A/S: Kerngeschäftsmodell

Ørsted A/S gilt als einer der weltweit führenden Entwickler und Betreiber von Offshore-Windparks. Das Geschäftsmodell basiert darauf, große Windparkprojekte in Küstengewässern zu planen, zu bauen, zu finanzieren und über Jahrzehnte zu betreiben. Daneben ist das Unternehmen in Onshore-Wind, Solarenergie, Bioenergie und verwandten Aktivitäten wie Energiehandel tätig, wie sich aus Unternehmensangaben und Marktprofilen ableiten lässt, die unter anderem auf Finanzportalen zusammengefasst werden (Onvista Stand 15.05.2026).

Zentrales Ertragsfundament sind langfristige Stromabnahmeverträge sowie regulierte Einspeisevergütungen, die die Cashflows planbar machen sollen. In vielen Projekten werden Teile der Anteile an institutionelle Investoren oder Infrastruktur-Fonds veräußert, um Kapital zu recyceln und neue Projekte zu finanzieren. Diese Strategie, Windparks teilweise zu veräußern und weiterhin als Betreiber aktiv zu bleiben, hat sich in der Vergangenheit zu einem wichtigen Baustein der Kapitalallokation entwickelt und spielt eine Rolle für die Bewertung am Kapitalmarkt.

Der Fokus des Geschäftsmodells liegt nicht nur auf der Stromerzeugung selbst, sondern auch auf der Entwicklung von Projektportfolios, der Teilnahme an Auktionen für Erneuerbare-Energien-Projekte und dem Aufbau langfristiger Partnerschaften mit Energieversorgern, Regierungen und Großkunden aus der Industrie. Ørsted A/S positioniert sich dabei als integrierter Player, der die gesamte Wertschöpfungskette von der Projektentwicklung bis zum Betrieb abdecken soll, was laut Unternehmensdarstellungen das Risiko diversifizieren und Skaleneffekte ermöglichen soll.

Parallel dazu betreibt Ørsted A/S im Segment Bioenergie und Wärmeproduktion konventionellere Anlagen, die zunehmend auf Biomasse umgestellt werden. Dieser Bereich ergänzt die Erneuerbaren-Portfolios, indem er flexible Erzeugungskapazitäten bereitstellt, die helfen können, Schwankungen bei Wind- und Solarproduktion auszugleichen. Damit versucht das Unternehmen, ein Portfolio aufzubauen, das sowohl wachstumsstarke als auch stabilere Ertragssäulen beinhaltet.

Strategieanpassung nach US-Abschreibungen: Pipeline im Fokus

Ein zentrales Thema für Anleger ist die Neuausrichtung der Offshore-Wind-Pipeline nach erheblichen Abschreibungen in den USA. Laut einem Überblicksbeitrag zur Aktie hat Ørsted A/S seine Pipeline angepasst, nachdem es in den Vereinigten Staaten zu Wertberichtigungen gekommen war, die mit gestiegenen Kosten, Verzögerungen und veränderten Rahmenbedingungen im Zusammenhang standen (ad-hoc-news Stand 14.05.2026). Die Meldung betont, dass die anhaltende Preisvolatilität sowie der Ausblick für 2024 und darüber hinaus zu einer Neubewertung einzelner Projekte geführt haben.

Im Zentrum der Strategieanpassung steht eine stärkere Fokussierung auf Projekte mit robusten wirtschaftlichen Parametern. Das bedeutet, dass Ørsted A/S bestimmte US-Projekte zurückgestellt, gekürzt oder neu verhandelt hat, um die Renditeprofile zu verbessern und das Risiko eines weiteren Wertverfalls in der Bilanz zu begrenzen. Für den Kapitalmarkt ist entscheidend, in welchem Umfang die reduzierte Pipeline durch neue, profitablere Projekte in anderen Regionen kompensiert werden kann.

Die Anpassung der Pipeline hat unmittelbare Konsequenzen für den Investitionsplan und die Kapitalkostenstruktur. Da Offshore-Windparks kapitalintensiv sind und über viele Jahre hohe Vorfinanzierungen benötigen, achtet der Markt sehr genau darauf, wie effizient Ørsted A/S das eingesetzte Kapital nutzt und ob die Projektmargen auch unter schwierigen Marktbedingungen gehalten werden können. Die US-Abschreibungen haben die Sensibilität der Investoren gegenüber Projektrisiken erhöht und die Bedeutung eines strikten Kapitalkostenmanagements verstärkt.

Zugleich bietet der US-Markt trotz Rückschlägen langfristig erhebliche Wachstumsperspektiven, insbesondere durch Fördermechanismen wie Steueranreize und staatliche Programme für saubere Energie. Ørsted A/S steht damit vor der Herausforderung, die Chancen in diesem Markt zu nutzen und gleichzeitig Lehren aus vergangenen Wertberichtigungen zu ziehen. Für Anleger ist dabei besonders interessant, wie schnell sich die Profitabilität neuer Projekte einstellt und ob künftig konservativere Annahmen gewählt werden.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Ørsted A/S

Der wichtigste Wachstumstreiber für Ørsted A/S bleibt der Ausbau von Offshore-Windkapazitäten in Europa und Nordamerika. In Märkten wie der Nordsee, der Ostsee und der britischen See verfügt das Unternehmen über langjährige Erfahrung und eine bedeutende installierte Basis. Langfristige Stromlieferverträge mit Versorgern und Industriekunden sorgen dafür, dass ein erheblicher Teil der künftigen Erlöse bereits heute vertraglich abgesichert ist, was für planbare Cashflows sorgen soll, wie Branchenanalysen zu europäischen Versorgern immer wieder betonen.

Zusätzlich gewinnt das Geschäft mit Onshore-Wind und Solarprojekten an Gewicht. In diesem Segment treten vermehrt regionale Wettbewerber auf, doch Ørsted A/S nutzt seine Projektentwicklungskompetenz, um auch dort marktgerechte Projekte zu akquirieren und umzusetzen. Die Kombination aus Onshore-Wind, Solar- und Speichersystemen kann dazu beitragen, ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen, das in verschiedenen regulatorischen Umfeldern bestehen kann. Damit wird das Unternehmen weniger abhängig von einzelnen Märkten oder Technologien.

Ein weiterer Umsatztreiber sind Dienstleistungen und der Energiehandel. Der Handel mit Strom und Herkunftsnachweisen ermöglicht es, Erzeugungsprofile und Kundenbedarfe besser zu matchen und zusätzliche Marge zu generieren. In diesem Bereich versucht Ørsted A/S, durch datengetriebene Prognosemodelle und optimierte Vermarktungsstrategien Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Gleichzeitig trägt das Geschäft mit Bioenergie- und Heizkraftwerken zu stabileren Erträgen bei, die weniger von Wetterbedingungen abhängen.

Langfristig könnte zudem der Bereich Power-to-X, insbesondere grüner Wasserstoff, an Bedeutung gewinnen. Auch wenn dieser Bereich heute noch keine dominante Rolle in der Gewinn- und Verlustrechnung spielt, sehen viele Marktbeobachter darin eine potenzielle Wachstumsoption. Ørsted A/S beteiligt sich an ausgewählten Pilotprojekten, um Kompetenzen in diesem Feld aufzubauen und sich frühzeitig im entstehenden Ökosystem für wasserstoffbasierte Anwendungen zu positionieren.

Aktuelle Kursentwicklung und Bewertung der Ørsted A/S-Aktie

Die Ørsted A/S-Aktie wird an der Heimatbörse in Kopenhagen in dänischen Kronen gehandelt und ist zudem über Zertifikate und Listings auf Handelsplätzen wie Xetra und Tradegate für deutsche Anleger gut zugänglich. Laut Daten des Handelsplatzes Tradegate notierte die Aktie am 14.05.2026 bei 22,37 Euro im außerbörslichen Handel (Tradegate Stand 14.05.2026). Finanzportale weisen für Ørsted A/S Kennzahlen wie Marktkapitalisierung, KGV und Dividendenrendite aus, die den Bewertungsvergleich innerhalb des Versorger- und Erneuerbaren-Sektors ermöglichen (Onvista Stand 15.05.2026).

Die Kursentwicklung der vergangenen Jahre war von starken Schwankungen geprägt. Auf eine Phase dynamischen Wachstums, in der der Markt hohe Erwartungen an Offshore-Wind und den Dekarbonisierungstrend einpreiste, folgten Rückschläge durch Kostenanstiege, Lieferkettenprobleme und die erwähnten Abschreibungen in den USA. Diese Faktoren führten dazu, dass die Bewertung zwischenzeitlich deutlich korrigierte, bevor zuletzt wieder vermehrt positive Stimmen zu hören waren.

Ein Indikator für die Markteinschätzung sind Konsensprognosen und Kurszielübersichten. Ein Überblick über Analystenschätzungen zeigt, dass sich mehrere Häuser regelmäßig mit der Aktie befassen, wobei die Bandbreite der Kursziele die Unsicherheit über die künftige Ertragskraft der Projektpipeline widerspiegelt (finanzen.net Stand 15.05.2026). Während einige Analysten vor allem die langfristige Wachstumsstory im Bereich Offshore-Wind betonen, heben andere die Risiken durch steigende Zinsen und volatile Projektkosten hervor.

Für Privatanleger ist wichtig, dass Bewertungen im Versorger- und Erneuerbaren-Sektor stark von Annahmen über Kapitalkosten, Subventionsregime und Projektrenditen abhängen. Schon moderate Veränderungen bei Diskontierungssätzen oder Margenerwartungen können die theoretischen Wertmodelle deutlich beeinflussen. Entsprechend schwankungsanfällig kann die Aktie auf neue Informationen reagieren, insbesondere auf Nachrichten zu großen Ausschreibungen, regulatorischen Änderungen oder Projektverzögerungen.

Morgan Stanley stuft Ørsted A/S auf Overweight hoch

Ein aktueller Kurstreiber ist die Einschätzung von Morgan Stanley, die am 15.05.2026 bekannt wurde. Die Investmentbank hat das Rating für Ørsted A/S von Equal-weight auf Overweight angehoben und das Kursziel von 160 auf 225 dänische Kronen erhöht, wie aus einem entsprechenden Hinweis hervorgeht, der unter anderem über MarketScreener und skandinavische Finanzplattformen verbreitet wurde (MarketScreener/Finwire Stand 15.05.2026; Placera/Bloomberg News Stand 15.05.2026). Die Anhebung des Kursziels deutet darauf hin, dass Morgan Stanley mittelfristig wieder mehr Vertrauen in die Ertragskraft und Projektpipeline des Unternehmens setzt.

Nach Angaben der Berichte betont die Bank, dass die Bewertung im Vergleich zu den Risiken und Chancen im Bereich der Offshore-Windenergie wieder attraktiver erscheint. Die Rückkehr zu einem positiveren Rating spiegelt die Einschätzung wider, dass ein Teil der negativen Entwicklungen der vergangenen Quartale, insbesondere die US-Abschreibungen, bereits in den Kurs eingepreist sein könnte. Zugleich sehen die Analysten offenbar Potenzial, dass sich die Margen bei neuen Projekten stabilisieren oder verbessern, wenn Ausschreibungen und Vertragsstrukturen an das veränderte Zins- und Kostenumfeld angepasst werden.

Analysten sehen laut den zitierten Meldungen zudem einen strukturellen Bedarf an Investitionen in Offshore-Wind, um die Klimaziele in Europa und anderen Regionen zu erreichen. Ørsted A/S wird dabei als einer der zentralen Akteure in diesem Markt betrachtet. Inwieweit die Prognosen von Morgan Stanley eintreten, bleibt allerdings offen, zumal sie unter Annahmen zu regulatorischen Rahmenbedingungen, Projektdurchführung und Kapitalkosten stehen, die sich im Zeitverlauf verändern können.

Für den Markt spielen solche Ratingänderungen eine wichtige Rolle, da sie Signale über die institutionelle Nachfrage nach der Aktie geben. Große Investmentbanken wie Morgan Stanley bedienen institutionelle Kunden weltweit, und ihre Einschätzungen können die Wahrnehmung eines Titels nachhaltig beeinflussen. Gleichwohl bleibt zu beachten, dass es auch andere Analystenhäuser gibt, deren Einschätzungen von der Morgan-Stanley-Position abweichen können, was die Bandbreite der Markterwartungen unterstreicht.

Warum Ørsted A/S für deutsche Anleger relevant ist

Für deutsche Anleger ist Ørsted A/S aus mehreren Gründen interessant. Zum einen ist die Aktie über Xetra und andere Handelsplätze in Euro handelbar, was den Zugang erleichtert. Zum anderen ist das Unternehmen in europäischen Energiemärkten aktiv, die für die Versorgungssicherheit und den Umbau der Energieinfrastruktur in der Region eine wichtige Rolle spielen. Projekte in der Nord- und Ostsee haben direkten Bezug zu deutschen und angrenzenden Märkten, was auch für die Diskussion um Netzausbau und Strompreise von Bedeutung ist, wie Berichte über Offshore-Windcluster in Europa immer wieder hervorheben.

Deutschland selbst verfolgt ambitionierte Ausbauziele für erneuerbare Energien und sieht Offshore-Wind als zentralen Baustein für die Energiewende. Unternehmen wie Ørsted A/S, die in diesem Bereich Erfahrung und eine starke Projektpipeline vorweisen, können daher indirekt zur Energieversorgung in Deutschland beitragen, auch wenn viele Projekte in Nachbarländern realisiert werden. Damit steht die Aktie in einem thematischen Kontext, der für viele deutsche Privatanleger relevant ist, die gezielt in den Ausbau Erneuerbarer investieren möchten.

Hinzu kommt, dass europäische Versorger- und Erneuerbarenwerte häufig in breiten Aktienindizes und Themenfonds vertreten sind, die von deutschen Anlegern genutzt werden. Entscheidungen großer Marktakteure, in welche Projekte investiert wird, wirken sich damit nicht nur auf einzelne Unternehmensbilanzen aus, sondern auch auf die Zusammensetzung und Performance von Fonds und ETFs. Ørsted A/S ist in verschiedenen europäischen Benchmarks und Branchenindizes vertreten, was die Sichtbarkeit am Kapitalmarkt erhöht, wie die Euronext-Liste der wichtigsten europäischen Aktienindizes zeigt (Euronext Stand 15.05.2026).

Für deutsche Investoren spielt außerdem die Währungsdimension eine Rolle. Während an der Heimatbörse in dänischen Kronen gehandelt wird, erfolgt der Handel in Frankfurt und auf außerbörslichen Plattformen in Euro. Wechselkursschwankungen zwischen Euro und dänischer Krone sind traditionell überschaubar, da die dänische Zentralbank eine enge Bindung an den Euro verfolgt, trotzdem können sie Einfluss auf die in Euro betrachtete Performance der Aktie haben.

Branchentrends und Wettbewerbsposition

Die Branche der erneuerbaren Energien, insbesondere Offshore-Wind, befindet sich in einer Phase des strukturellen Wachstums, wird aber zugleich von steigenden Kapitalkosten und intensiverem Wettbewerb geprägt. Regierungen in Europa, Nordamerika und Asien haben weitreichende Dekarbonisierungsziele ausgerufen, die ohne massive Investitionen in Wind- und Solarenergie nicht erreichbar sind. Gleichzeitig haben Zinswende und Inflationsdruck die Finanzierung von Großprojekten verteuert, was sich auf Auktionsergebnisse und Projektkalkulationen auswirkt, wie zahlreiche Branchenstudien der vergangenen Jahre unterstreichen.

Ørsted A/S konkurriert in diesem Umfeld mit etablierten Versorgern und spezialisierten Projektentwicklern. Zu den Wettbewerbern zählen große europäische Energieunternehmen, die ihrerseits Offshore-Windportfolios aufbauen oder ausweiten. Der Wettbewerb um attraktive Flächen in Auktionen ist intensiv, und kleine Unterschiede in den gebotenen Strompreisen oder in der Risikobewertung können darüber entscheiden, wer Projekte erhält. Dies erhöht den Druck, die eigenen Kostenstrukturen zu optimieren und die Projektentwicklung weiter zu professionalisieren.

Trotz des Wettbewerbs besitzt Ørsted A/S aufgrund seiner Pionierrolle im Offshore-Windsegment nach Einschätzung vieler Marktbeobachter eine starke Marktstellung. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren mehrere große Projekte in Betrieb genommen und verfügt über eine umfangreiche Pipeline. Erfahrung in Planung, Bau und Betrieb komplexer Offshore-Anlagen gilt als Wettbewerbsvorteil, da Fehler in dieser Phase teuer werden können. Zudem ermöglicht die Größe des Portfolios Skaleneffekte bei Beschaffung, Betrieb und Wartung, was die Wettbewerbsfähigkeit der Projekte stärkt.

Ein weiterer Branchentrend ist die zunehmende Integration von Speicherlösungen, Wasserstoffprojekten und digitalen Steuerungssystemen. Unternehmen, die frühzeitig in diesen Bereichen Kompetenzen aufbauen, könnten sich langfristig Vorteile verschaffen. Ørsted A/S beteiligt sich an verschiedenen Initiativen, um etwa die Erzeugung von grünem Wasserstoff mit Offshore-Windstrom zu verbinden. Auch wenn sich viele dieser Projekte noch in frühen Phasen befinden, könnten sie künftig eine wichtige Rolle für die Dekarbonisierung schwer zu elektrifizierender Sektoren wie Stahl- oder Chemieindustrie spielen.

Risiken und offene Fragen

Trotz der strukturellen Wachstumstreiber ist das Investmentumfeld für Offshore-Wind und Erneuerbare Energien nicht frei von Risiken. Eines der zentralen Risiken sind weitere Kostensteigerungen in der Lieferkette, etwa bei Turbinen, Fundamenten, Kabeln und Installationsschiffen. In der Vergangenheit hatten Engpässe und Preissprünge in diesen Bereichen mehrfach dazu geführt, dass Projektkalkulationen angepasst und teilweise Auktionsergebnisse infrage gestellt werden mussten. Für Ørsted A/S bedeutet dies, dass das Unternehmen seine Lieferverträge sorgfältig managen und Kostensteigerungsrisiken so weit wie möglich vertraglich begrenzen muss.

Ein zweites Risiko liegt in der regulatorischen Unsicherheit. Förderbedingungen, Ausschreibungsdesigns und Netzanbindungsregeln können sich im Zeitverlauf ändern und damit die Renditeprofile beeinflussen. In einigen Märkten wurden Auktionen mit sehr niedrigen Gebotspreisen oder gar ohne Preisunterstützung durchgeführt, was zwar kurzfristig den Eindruck günstiger Energieerzeugung vermittelt, langfristig aber das Risiko anbieterseitiger Projektabbrüche erhöhen kann. Ørsted A/S ist als aktiver Bieter in verschiedenen Märkten diesen regulatorischen Veränderungen ausgesetzt.

Die in der Vergangenheit vorgenommenen Abschreibungen auf US-Projekte zeigen zudem, dass Projekt- und Länderrisiken sich materialisieren können. Fragen zur zukünftigen Pipelinequalität, zur Auswahl neuer Projekte und zum Umgang mit bestehenden Verpflichtungen sind daher für Investoren zentral. Es bleibt zu beobachten, ob das Unternehmen seine Prozesse so anpasst, dass vergleichbare Wertberichtigungen künftig seltener auftreten. Auch die Reaktion von Ratingagenturen und Kreditgebern auf solche Entwicklungen ist ein Aspekt, der für die Kapitalkosten von Bedeutung sein kann.

Schließlich sind Markt- und Kursrisiken zu nennen. Wie bei allen Aktien können auch bei Ørsted A/S geopolitische Entwicklungen, Konjunkturschwankungen und Veränderungen an den Finanzmärkten zu deutlichen Kursbewegungen führen. Da die Aktie in einem Sektor mit hohen Erwartungen an künftiges Wachstum und politischer Unterstützung für die Energiewende verortet ist, können Stimmungsumschwünge am Markt intensiver ausfallen als bei etablierten, stärker regulierten Versorgern mit stabiler Dividendenhistorie.

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Fazit

Die Ørsted A/S-Aktie befindet sich nach einer Phase deutlicher Verunsicherung durch Abschreibungen und Kostenanstiege wieder stärker im Fokus der Anleger. Die Hochstufung durch Morgan Stanley mit einem auf 225 dänische Kronen angehobenen Kursziel unterstreicht, dass Teile des Marktes die Bewertung inzwischen wieder attraktiver einschätzen und der Projektpipeline trotz der Anpassungen langfristiges Potenzial beimessen, wie die jüngsten Berichte zu der Einstufung nahelegen (MarketScreener/Finwire Stand 15.05.2026).

Zugleich bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Steigende Kapitalkosten, volatile Lieferketten und komplexe regulatorische Rahmenbedingungen stellen hohe Anforderungen an das Projekt- und Risikomanagement. Die Anpassung der Offshore-Wind-Pipeline nach US-Abschreibungen zeigt, dass Ørsted A/S bereit ist, Projekte neu zu priorisieren, verdeutlicht aber auch die Sensibilität des Geschäftsmodells gegenüber externen Schocks, wie der Überblick zur Strategieanpassung hervorhebt (ad-hoc-news Stand 14.05.2026).

Für deutsche Anleger ist Ørsted A/S nicht nur wegen der Handelbarkeit in Euro von Interesse, sondern auch aufgrund der Rolle des Unternehmens im europäischen Offshore-Windmarkt und damit im Kontext der Energiewende. Die Aktie bietet einen thematischen Zugang zur Dekarbonisierung der Stromerzeugung, weist aber zugleich die typischen Risiken kapitalintensiver Infrastrukturprojekte auf. Wie sich die Balance aus Chancen und Risiken künftig entwickelt, hängt maßgeblich davon ab, wie erfolgreich das Management bei der Umsetzung der Projektpipeline, bei der Kostenkontrolle und im Umgang mit regulatorischen Veränderungen agiert.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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