Ondas Holdings Aktie: 525-Millionen-Ziel nach DZYNE-Deal
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 04:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ondas Holdings baut sich mit einer milliardenschweren Übernahme zu einer der größten unabhängigen Verteidigungsplattformen für autonome Drohnentechnik um. Die Börse honoriert das bislang nicht. Im Gegenteil: Der Kurs fällt, während die eigenen Wachstumsziele deutlich steigen.
Am 6. Juli 2026 meldete Ondas die Übernahme von DZYNE Technologies. Der Deal hat ein Volumen von rund 875,8 Millionen Dollar. Ondas zahlt 200 Millionen Dollar in bar und gibt zusätzlich etwa 85 Millionen eigene Aktien aus.
DZYNE entwickelt unbemannte Flugsysteme für militärische Aufklärung und Drohnenabwehr. Mit dem Zukauf bündelt Ondas seine wachsenden US-Verteidigungstechnologien in einer neuen Sparte namens Ondas Sentinel.
Prognose deutlich angehoben
Der Zukauf verändert auch die Zahlen. Ondas hebt seine Umsatzprognose für 2026 auf mindestens 525 Millionen Dollar an. Zuvor lag das Ziel bei mindestens 390 Millionen Dollar.
In der neuen Prognose stecken auch Beiträge aus der im Mai 2026 abgeschlossenen Übernahme von Omnisys. DZYNE selbst soll bereits 2026 rund 191 Millionen Dollar Umsatz beisteuern. Für 2027 rechnet Ondas mit mehr als 300 Millionen Dollar allein aus dieser Sparte. Die Tochter soll ab 2026 durchgehend EBITDA-positiv arbeiten.
CEO Eric Brock ordnet den Schritt in einen größeren Branchentrend ein. Die Industrie für unbemannte und autonome Systeme stehe am Anfang eines breiten Adoptionszyklus. Der Wettbewerb verlagere sich zunehmend auf Fertigungskapazität und lokale Lieferketten. Sein Fazit: "Das Wettrüsten hat begonnen" – und Lieferketten würden die nächste Wachstumsphase entscheiden.
Palantir-Partnerschaft und Kampfdrohnen-Technik
Ondas integriert die DZYNE-Fähigkeiten in mehrere Anwendungsfelder. Dazu zählen autonome Wirkmittel, Luftraumsicherung, Präzisionsschläge und KI-gestützte Missionssteuerung.
Zentrales Element ist SkyWeaver, ein KI-basiertes Missionssystem, das Ondas gemeinsam mit Palantir Technologies entwickelt. SkyWeaver soll Sensoren, autonome Plattformen und Entscheidungsträger miteinander vernetzen. Die Software wandelt Daten aus den Portfolios von Ondas und DZYNE in verwertbare Aufklärungsergebnisse um.
Hinzu kommt IonStrike, ein Interceptor aus dem DZYNE-Portfolio. Das System soll feindliche Drohnen kinetisch neutralisieren, also durch direkten physischen Aufprall. Damit erweitert Ondas sein Portfolio in der Drohnenabwehr um eine weitere Komponente.
Kurs bleibt unter Druck trotz Milliarden-Deal
Der Aktienmarkt honoriert den Rüstungs-Zukauf bislang nicht. Das Papier notiert aktuell bei 6,70 Euro und hat in den vergangenen 30 Tagen fast 17 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 28,65 Prozent zu Buche.
Der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt trotzdem ein anderes Bild. Der Kurs notiert noch immer 292,73 Prozent über dem Niveau von vor zwölf Monaten. Vom 52-Wochen-Hoch bei 13,02 Euro, erreicht am 12. Januar 2026, trennen die Aktie inzwischen fast die Hälfte.
Zum 52-Wochen-Tief aus dem Juli 2025 bei 1,57 Euro ist der Abstand dagegen riesig. Der Kurs liegt 326,21 Prozent darüber. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt bei 74,74 Prozent – ein Zeichen für die starken Ausschläge der jüngsten Zeit.
Technisch bleibt die Aktie angeschlagen. Sie notiert unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 8,21 Euro und auch unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 7,85 Euro.
Der RSI von 39,7 signalisiert keine überkaufte, sondern eher eine leicht überverkaufte Situation. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 3,76 Milliarden Euro.
Für CEO Brock ist die Richtung klar: Wer bei Fertigungskapazität und Lieferketten die Nase vorn hat, gewinnt die nächste Phase des Wettrüstens in der Drohnenbranche. Ob die Börse diese Einschätzung teilt, entscheidet sich daran, wie schnell DZYNE und Omnisys die versprochenen Umsätze tatsächlich liefern.
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