Palantir, Aktie

Palantir Aktie: 2,3-Billionen-Fonds stimmt gegen Vorstand

31.05.2026 - 22:21:56 | boerse-global.de

Norwegens Staatsfonds stimmt für Menschenrechtsprüfung bei Palantir. Die Aktie zeigt sich trotz Governance-Debatten mit starken Quartalszahlen robust.

Palantir Aktie: 2,3-Billionen-Fonds stimmt gegen Vorstand - Bild: über boerse-global.de
Palantir Aktie: 2,3-Billionen-Fonds stimmt gegen Vorstand - Bild: über boerse-global.de

Norwegens Staatsfonds — mit 2,3 Billionen Dollar der größte der Welt — wird bei Palantirs Hauptversammlung am 3. Juni für zwei Aktionärsanträge stimmen, die der Vorstand ablehnt. Es geht um Menschenrechte, Rüstungsgeschäfte und politische Transparenz. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie gerade ihren besten Handelstag seit einem Jahr hinter sich hat.

Ölfonds fordert Menschenrechts-Prüfung

Norges Bank Investment Management, die den norwegischen Ölfonds verwaltet, hat ihre Abstimmungsabsicht vorab veröffentlicht. Der Fonds unterstützt zwei Anträge: eine unabhängige Prüfung möglicher Menschenrechtsverletzungen durch Palantir-Technologie und einen Bericht über politische Spenden des Unternehmens.

Solche Aktionärsabstimmungen sind selten bindend. Palantirs Vorstand kann das Ergebnis ignorieren. Die öffentliche Vorab-Ankündigung des norwegischen Fonds ist dennoch ein Signal — an das Management, an andere Investoren, an die Öffentlichkeit.

Der Vorstand empfiehlt, beide Anträge abzulehnen. Palantir sei kein Überwachungsunternehmen, handle nicht mit persönlichen Daten und könne aus rechtlichen und Geheimhaltungsgründen nicht mehr offenlegen.

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Institutionelle Investoren schließen sich an

Norwegen steht nicht allein. Im Februar forderte der New Yorker Stadtrat Palantir auf, eine unabhängige Risikoanalyse zu seiner Arbeit mit dem US-Heimatschutzministerium und der Einwanderungsbehörde ICE durchzuführen. Begründung: Risiken für den Shareholder Value.

Der größte niederländische Pensionsfonds ABP hat sich komplett von Palantir getrennt. Investor Advocates for Social Justice reichte im Mai eine SEC-Eingabe ein, die den Menschenrechts-Antrag unterstützt. Institutionelle Investoren mit 336 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen haben sich der Kampagne angeschlossen.

Norwegen hatte 2025 Teile seiner Ethikregeln für den Staatsfonds gelockert — Kritiker sahen darin einen Schutz für Technologieunternehmen mit Israel-Bezug. Gleichzeitig baute der Fonds seine Palantir-Position aus. Die Abstimmung für die Aktionärsanträge erlaubt es Norwegen, Bedenken zu äußern, ohne die Beteiligung aufzugeben.

Starke Zahlen, lange Verträge

Die Governance-Debatte trifft Palantir in einer Phase außergewöhnlicher finanzieller Stärke. Der Gesamtumsatz im ersten Quartal 2026 stieg um 85 Prozent auf 1,633 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft wuchs um 104 Prozent auf 1,282 Milliarden Dollar, der kommerzielle US-Umsatz um 133 Prozent auf 595 Millionen Dollar. Die Jahresprognose wurde auf 7,65 bis 7,66 Milliarden Dollar angehoben — ein Wachstum von 71 Prozent.

Das Pentagon hat Palantirs KI-System Maven kürzlich zum offiziellen Programm erklärt. Damit ist die langfristige Nutzung der Waffen-Targeting-Technologie im gesamten US-Militär gesichert. Palantir verlängerte Verträge mit der US-Armee und dem Landwirtschaftsministerium. Solche langfristigen Aufträge hängen auch von Vertrauen in Technologie und Unternehmensführung ab.

Beste Woche seit einem Jahr

Die Aktie schloss am Freitag 9,04 Prozent höher bei 134,18 Euro — der stärkste Tagesgewinn seit einem Jahr. Auslöser war der Quartalsbericht von Dell Technologies. Dell bestätigte die Partnerschaft mit Palantir durch starke Zahlen im KI-Server-Geschäft. Palantirs Software ist in Dells AI Factory integriert. Zusätzlich profitierte die Aktie von einer breiteren Rally im Software-Sektor, ausgelöst durch gute Ergebnisse von Snowflake, einem weiteren Palantir-Partner.

In sieben der letzten zehn Handelstage legte die Aktie zu. Über zwei Wochen summiert sich das Plus auf 17,06 Prozent. Das Handelsvolumen am Freitag erreichte 92,2 Millionen Aktien — mehr als das Doppelte des Tagesdurchschnitts von 38,78 Millionen. Der RSI liegt bei 89,9 und signalisiert überkaufte Bedingungen.

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Vom Allzeithoch bei 179,86 Euro vom 3. November 2025 trennen die Aktie noch 25,40 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 6,23 Prozent zu Buche.

Bewertung trifft auf Governance-Risiko

Die Hauptversammlung am 3. Juni zeigt, wie nicht-finanzielle Themen zunehmend die Bewertung beeinflussen. Palantir handelt mit einem hohen Multiplikator, der nachhaltiges Umsatzwachstum voraussetzt. Institutionelle Investoren signalisieren, dass langfristige Vertragsstabilität auch von Transparenz und Menschenrechts-Compliance abhängt.

Analysten erwarten für das zweite Quartal 2026 einen Gewinn je Aktie von 0,33 Dollar. Die Zahlen werden am 3. August veröffentlicht. Ob Palantir das Wachstumstempo halten kann, das die aktuelle Bewertung rechtfertigt, wird sich dann zeigen.

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