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PayPal Aktie: Board lehnt 53-Milliarden-Offerte ab

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PayPals Verwaltungsrat weist ein 53-Milliarden-Dollar-Gebot von Stripe und Advent zurück und setzt auf eigenständige Restrukturierung unter CEO Lores.

PayPal Aktie: Board lehnt 53-Milliarden-Übernahmeangebot von Stripe ab
Moderner Konferenztisch in einem hellen Büro mit Blick auf eine Skyline, symbolisiert strategische Finanzentscheidungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Übernahmeangebot über 53 Milliarden Dollar, und PayPals Board sagt trotzdem Nein. Zahlungsdienstleister Stripe und der Finanzinvestor Advent International hatten gemeinsam 60,50 Dollar je Aktie geboten. Der Verwaltungsrat hält das für zu wenig.

Board sieht Unternehmen unterbewertet

Das Gebot von Stripe und Advent lag rund 28 Prozent über dem Aktienkurs vor Bekanntwerden der Spekulationen. Trotzdem lehnt PayPals Führung ab. Der Board wertet den Versuch offenbar als Versuch, das Unternehmen ausgerechnet am Tiefpunkt seines Zyklus günstig einzusammeln.

Investoren beobachten das Tauziehen genau. Zusätzlich sorgen Insider-Transaktionen für Gesprächsstoff: Führungskräfte haben in der aktuellen Phase Aktien gehandelt. Einige Analysten lesen das als vorsichtiges Signal inmitten der laufenden Verhandlungen.

Lores treibt Sparprogramm voran

Seit März 2026 führt Enrique Lores den Konzern als CEO. Unter seiner Leitung läuft seit Ende April ein umfassendes Restrukturierungsprogramm. Das Ziel: mindestens 1,5 Milliarden Dollar an Kosten einsparen, durch schlankere Prozesse und mehr Automatisierung.

Lores will damit die Marktposition gegenüber neuen Wettbewerbern verteidigen. Im Zentrum stehen die Kerninfrastruktur sowie die Monetarisierung von Venmo und den "Buy Now Pay Later"-Diensten. Genau diese Bereiche dürften auch in der Debatte über eine mögliche Aufspaltung oder komplette Übernahme entscheidend sein.

Charttechnik zeigt überhitzte Lage

Die Aktie kostet aktuell 48,77 Euro, ein Minus von 0,47 Prozent zum Vortag. Dem war eine 30-Tage-Rally von über 31 Prozent vorausgegangen, ausgelöst durch die Übernahmespekulationen. Der 14-Tage-RSI liegt inzwischen bei 75,6 – ein klares Zeichen für überkaufte Bedingungen.

Zum 52-Wochen-Hoch von 70,78 Euro aus dem Oktober 2025 fehlen der Aktie weiterhin gut 31 Prozent. Der Kurs bleibt damit trotz der jüngsten Rally deutlich unter seinem Jahreshoch.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Am Dienstag, den 28. Juli, legt PayPal seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vor. Der Markt erwartet einen Gewinn je Aktie von 1,28 Dollar bei einem Umsatz von rund 8,47 Milliarden Dollar. Lores dürfte bei dieser Gelegenheit weitere Details zur eigenständigen Wachstumsstrategie liefern.

Für den Board könnten die Zahlen zum Faustpfand werden. Übertrifft PayPal die vorsichtigen Schätzungen deutlich, steigt der Druck auf Stripe und Advent, nachzulegen. Zeigen sich dagegen schwächere Transaktionsmargen, schwächt das die Verhandlungsposition des Verwaltungsrats erheblich.

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