Pentagon stellt Anthropic Ultimatum fĂŒr KI-Modell Claude
Veröffentlicht am: 25.02.2026 um 20:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das US-Verteidigungsministerium fordert von der KI-Firma Anthropic bis Freitag uneingeschrĂ€nkten Zugriff auf das KI-Modell Claude fĂŒr MilitĂ€roperationen. Weigert sich das Unternehmen, drohen der Verlust eines 200-Millionen-Euro-Vertrags und die Einstufung als Sicherheitsrisiko.
Die Forderung wurde bei einem angespannten Treffen zwischen Verteidigungsminister Pete Hegseth und Anthropic-CEO Dario Amodei ĂŒbermittelt. Sie markiert eine historische Konfrontation zwischen dem MilitĂ€r und einer Technologiefirma ĂŒber ethische KI-Sicherheitsvorkehrungen. Sollte Anthropic nicht nachgeben, will das Pentagon den Defence Production Act anwenden â ein Gesetz, das die Regierung zur Erzwingung von VertrĂ€gen im nationalen Interesse berechtigt.
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Konflikt um ârote Linienâ fĂŒr MilitĂ€r-KI
Im Zentrum des Streits stehen interne NutzungsbeschrĂ€nkungen von Anthropic. Das Unternehmen, das sich einem sicherheitsorientierten KI-Ansatz verschrieben hat, verbietet den Einsatz von Claude fĂŒr zwei Anwendungen: die MassenĂŒberwachung von US-BĂŒrgern und finale Zielentscheidungen in autonomen Waffensystemen ohne menschliche Kontrolle.
Ein Anthropic-Sprecher bestĂ€tigte die GesprĂ€che, betonte aber das Festhalten an den GrundsĂ€tzen: âWir fĂŒhren vertrauensvolle GesprĂ€che ĂŒber unsere Nutzungsrichtlinien, um die nationale Sicherheitsmission der Regierung im Rahmen dessen zu unterstĂŒtzen, was unsere Modelle zuverlĂ€ssig und verantwortungsvoll leisten können.â
Das Pentagon argumentiert dagegen, das MilitĂ€r dĂŒrfe nur durch US-Gesetze gebunden sein â nicht durch interne Richtlinien eines Privatunternehmens. Ein hoher Verteidigungsbeamter erklĂ€rte, man verlange lediglich eine Lizenz fĂŒr rechtmĂ€Ăige AktivitĂ€ten.
Druckmittel und wirtschaftliche Konsequenzen
Die Drohung mit der Einstufung als âLieferkettenrisikoâ ist besonders schwerwiegend. Diese Kennzeichnung könnte andere RĂŒstungsunternehmen davon abhalten, Anthropics Technologie zu nutzen, und das Unternehmen vom gesamten nationalen Sicherheitsmarkt isolieren.
Die mögliche Anwendung des Defence Production Act wÀre ein beispielloser Schritt, um ein KI-Unternehmen zur Bereitstellung seiner Technologie gegen dessen erklÀrte EthikgrundsÀtze zu zwingen.
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Der Konflikt eskaliert zu einem Zeitpunkt, an dem das Pentagon seine KI-Nutzung massiv ausbaut. Erst im Sommer 2024 vergab das Ministerium VertrĂ€ge im Wert von je bis zu 200 Millionen Euro an vier KI-Labore: Anthropic, Google, OpenAI und Elon Musks xAI. Claude war bis vor kurzem das einzige KI-Modell, das fĂŒr die Nutzung in den klassifizierten Netzwerken des MilitĂ€rs zugelassen war. KĂŒrzlich gab das Pentagon jedoch bekannt, dass auch xAIs Modell Grok fĂŒr den Einsatz mit Verschlusssachen freigegeben wurde â ein klares Signal, dass Alternativen aufgebaut werden.
Wettlauf mit China als Treiber
Verteidigungsexperten sehen hinter der HĂ€rte des Pentagons die Sorge, im strategischen Wettbewerb mit China zurĂŒckzufallen. Die Integration modernster KI gilt als entscheidend fĂŒr die Aufrechterhaltung eines militĂ€rischen Vorteils. Aus Sicht des Ministeriums gefĂ€hrdet die Möglichkeit fĂŒr einzelne Unternehmen, eigene MilitĂ€r-Nutzungsregeln aufzustellen, die nationale Sicherheit und ist âundemokratischâ.
Die Entscheidung, die Anthropic bis Freitagabend treffen muss, wird wegweisend sein. Sie wird einen PrĂ€zedenzfall schaffen, wie die US-Regierung und fĂŒhrende Technologieunternehmen den umstrittenen Einsatz kĂŒnstlicher Intelligenz in der KriegsfĂŒhrung regeln. Das Ergebnis könnte das KrĂ€fteverhĂ€ltnis zwischen Silicon Valley und Washington auf Jahre prĂ€gen.
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