Pflaster statt Spritze: Neue Hoffnung bei Prostatakrebs
17.04.2026 - 21:01:11 | boerse-global.de** Eine große klinische Studie zeigt, dass transdermales Estradiol genauso wirksam ist wie herkömmliche Spritzen – aber mit weniger belastenden Nebenwirkungen. Das bietet vor allem älteren Männern eine neue, schonendere Behandlungsoption.
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Die Ergebnisse der sogenannten PATCH-Studie, geleitet vom University College London und veröffentlicht im New England Journal of Medicine am 25. März, sind eindeutig: Das über die Haut verabreichte Östrogen kontrolliert das Tumorwachstum gleich gut, verursacht aber deutlich seltener Hitzewallungen und schützt sogar die Knochen. An der Phase-III-Studie nahmen 1.360 Patienten über mehrere Jahre teil.
Gleichwertige Wirksamkeit, bessere Verträglichkeit
Die Daten belegen, dass das Pflaster der aktuellen Standardtherapie mit LHRH-Agonisten-Spritzen in nichts nachsteht. Die metastasenfreie Überlebensrate nach drei Jahren lag bei 87,1 Prozent (Pflaster) gegenüber 85,9 Prozent (Spritze). Auch das Gesamtüberleben nach fünf Jahren war vergleichbar (81,1 vs. 79,2 Prozent). „Das Pflaster gefährdet den Behandlungserfolg nicht“, fasst Professor Ruth Langley, die Leitende Forscherin, zusammen.
Der entscheidende Vorteil liegt im Nebenwirkungsprofil. Während fast neun von zehn Patienten unter Spritzen unter Hitzewallungen litten, traf dies nur auf 44 Prozent der Pflaster-Träger zu. Schwere Hitzewallungen waren mit 8 versus 37 Prozent deutlich seltener. Ein weiterer Pluspunkt: Die Knochengesundheit blieb besser erhalten. Die Rate von Knochenbrüchen nach fünf Jahren war in der Pflaster-Gruppe mit 2,8 Prozent nur halb so hoch wie bei den Spritzen (5,8 Prozent).
Abwägung der Nebenwirkungen notwendig
Doch die Therapie hat auch eine Kehrseite: Gynäkomastie, eine Vergrößerung des Brustdrüsengewebes, trat bei 85 Prozent der Pflaster-Patienten auf – gegenüber 42 Prozent in der Spritzen-Gruppe. 37 Prozent der Betroffenen stuften dies als schwerwiegend ein. „Viele Männer empfinden dies jedoch als weniger belastend als die extremen Hitzewallungen und die Erschöpfung durch die Standardtherapie“, so Professor Langley. Diese unterschiedlichen Nebenwirkungsprofile ermöglichen erstmals eine echte personalisierte Therapie.
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Ein weiteres Vorurteil konnte die Studie ausräumen: Die historisch gefürchteten kardiovaskulären Risiken durch Östrogen traten nicht auf. Da das Hormon über die Haut aufgenommen wird und nicht den Verdauungstrakt passiert, bleibt das Thromboserisiko gering. Langzeitdaten zeigen keine Unterschiede in der Herz-Kreislauf-Sterblichkeit zwischen beiden Gruppen.
Perspektive für die klinische Praxis
Die Studienergebnisse dürften die Behandlungsleitlinien verändern. Klinische Experten fordern, das Estradiol-Pflaster als Standardoption in der Hormonentzugstherapie aufzunehmen. Die Möglichkeit der Selbstanwendung zu Hause bedeutet zudem mehr Unabhängigkeit für Patienten und entlastet das Gesundheitssystem durch weniger Arztbesuche.
Obwohl das Pflaster für diese Indikation noch nicht flächendeckend zugelassen ist, dürften die positiven Phase-III-Daten die regulatorischen Prozesse beschleunigen. Aktuelle Forschung untersucht bereits, wie sich die Pflaster mit modernen Androgenrezeptor-Inhibitoren bei metastasierter Erkrankung kombinieren lassen. Erste Phase-II-Daten deuten auf eine sichere und wirksame Therapieerweiterung hin. Für viele Patienten rückt damit eine Behandlung in greifbare Nähe, die wirksam ist und gleichzeitig die Lebensqualität erhält.
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