Pflegeschutzbund: Keine Hinweise auf Wahlbetrug in Heimen
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 15:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEs lÀgen keinerlei Hinweise auf Wahlbetrug in Pflegeheimen oder eine unzulÀssige Einflussnahme bei der Stimmabgabe vor, erklÀrte der Verband auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Wir haben auch keinen Anlass, die IntegritÀt von PflegekrÀften oder Angehörigen in dieser Hinsicht infrage zu stellen."
Zuvor hatte der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla vor der Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt Zweifel daran gesĂ€t, dass bei der Briefwahl alles mit rechten Dingen zugeht. Er kenne aus GesprĂ€chen mit Pflegern und Angehörigen FĂ€lle in Pflegeheimen, "wo der Stift sozusagen gefĂŒhrt wurde". Der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, hatte schon vergangene Woche appelliert, in Pflegeheimen "genau hinzuschauen". Es solle nichts aus einer "gewissen linken oder grĂŒnen Ecke" vorgegeben werden, sagte er auf X und ergĂ€nzte: "Belegen kann man das nicht. Aber wir alle wissen, wie das oftmals lĂ€uft."
Assistenz ist zulÀssig, Einflussnahme nicht
Dazu erklĂ€rte der Pflegeschutzbund: "Wer öffentlich Zweifel an der ordnungsgemĂ€Ăen Stimmabgabe in Pflegeheimen sĂ€t, sollte dafĂŒr konkrete und ĂŒberprĂŒfbare Belege vorlegen." DafĂŒr gebe es aus der Beratungspraxis keine Grundlage.
Hinzu komme: Wenn ein Bewohner oder eine Bewohnerin bei der Stimmabgabe UnterstĂŒtzung benötige, sei dies ausdrĂŒcklich zulĂ€ssig. Eine Hilfsperson dĂŒrfe beispielsweise einen Stimmzettel nach dem erklĂ€rten Willen des Wahlberechtigten kennzeichnen. Ein "gefĂŒhrter Stift" sei daher fĂŒr sich genommen kein Beleg fĂŒr Wahlmanipulation. "Die entscheidende Grenze verlĂ€uft zwischen zulĂ€ssiger Assistenz und unzulĂ€ssiger Einflussnahme", betonte der Pflegeschutzbund. Er vertritt die Interessen von Menschen mit Pflege- oder Betreuungsbedarf im Alter und bei Behinderung, vor allem, wenn sie in einer betreuten Wohnform leben.
Der Biva-Pflegeschutzbund wies ĂŒberdies auf die andere Seite dieses Problems hin: Bewohner von Pflegeheimen dĂŒrften nicht aufgrund körperlicher oder kognitiver EinschrĂ€nkungen faktisch von der Wahl ausgeschlossen werden. Und tatsĂ€chlich höre man hĂ€ufiger, dass Pflegeheime zu Wahllokalen gemacht werden, sodass Bewohner es leichter hĂ€tten, ihrem Wahlrecht nachzugehen.
Zwei Wochen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt werden am 20. September auch in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern neue Landesparlamente gewÀhlt. In Sachsen-Anhalt steht die AfD in den Umfragen in der NÀhe der absoluten Mehrheit.
