AKTIEN IM FOKUS: Deutsche Kaftwerksstrategie treibt Siemens Energy und RWE an
16.01.2026 - 11:56:53 | dpa.deRĂŒckenwind lieferte am Freitag auch die Kraftwerksstrategie der Bundesregierung, zu der am Vortag nach Börsenschluss eine Grundsatzeinigung mit der EuropĂ€ischen Kommission bekannt gegeben wurde.
Die Aktien des Energietechnikkonzerns Siemens Energy DE000ENER6Y0 stiegen zum Wochenschluss auf ein weiteres Rekordhoch und fĂŒhrten den Dax DE0008469008 mit einem Plus von 3,3 Prozent auf 132,40 Euro an. 2026 liegen sie mittlerweile zehn Prozent im Plus, nachdem sie 2025 bereits um fast 140 Prozent zugelegt hatten. Bei dem Konzern laufen die GeschĂ€fte mit Gasturbinen ebenso rund wie die Netztechnik.
Der Durchbruch fĂŒr neue Gaskraftwerke in Deutschland lieferte nun weiteren RĂŒckenwind. In diesem Jahr soll der Startschuss fĂŒr deren Bau fallen. Sie sollen im Zuge des geplanten schrittweisen Kohleausstiegs die Versorgungssicherheit mit Strom gewĂ€hrleisten.
Mehrere Energiekonzerne stehen schon in den Startlöchern. So hat etwa RWE DE0007037129 an drei Standorten in NRW Kraftwerke geplant. Insgesamt drei Gigawatt an neuer flexibler KraftwerkskapazitĂ€t in Deutschland könne man sich vorstellen, hatte RWE-Finanzchef Michael MĂŒller im Herbst gesagt. Auch Uniper DE000UNSE018 steht nach eigenen Angaben bereit, sich mit rund zwei Gigawatt wasserstofffĂ€higen Kraftwerken einzubringen. Die Steag Iqony Group will sich ebenfalls an den Auktionen mit bis zu zwei Gigawatt beteiligen.
Die RWE-Aktien erreichten am Freitag ein weiteres Hoch seit 2011. Zuletzt notierten sie noch rund ein halbes Prozent im Plus bei 51 Euro - fĂŒr 2026 bedeutet das ein Kursanstieg um fast 13 Prozent. Erst am Vortag war der Kurs erstmals wieder seit 15 Jahren ĂŒber die Schwelle von 50 Euro gesprungen. So hatte der Zuschlag bei britischen Offshore-Windkraftauktionen schon zur Wochenmitte fĂŒr frischen Schwung gesorgt. Insgesamt hatte RWE ZuschlĂ€ge fĂŒr eine KapazitĂ€t von 6,9 GW erhalten. Zudem hatte RWE mit der Beteiligungsgesellschaft KKR eine langfristige Partnerschaft vereinbart, um die Norfolk-Projekte gemeinsam zu realisieren. KKR beteiligt sich dafĂŒr mit jeweils 50 Prozent an den Windparks.
Analysten sehen den Dax-Konzern damit als groĂen Gewinner der Ausschreibungsrunde und hoben ihre Kursziele an. Peter Bisztyga von der Bank of America und die Experten des Bankhauses Metzler etwa sind mit jeweils 59 Euro besonders optimistisch.
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