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ProMIS Neurosciences Aktie: Kein ARIA-E bei PMN310

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 12:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zwischenauswertung der Phase-1b-Studie zeigt kein ARIA-E bei PMN310, auch nicht bei APOE4-Risikopatienten. Biomarker deuten auf biologische Wirkung hin.

ProMIS Neurosciences: Keine Hirnschwellungen bei Alzheimer-Wirkstoff PMN310
Abstrakte Darstellung eines modernen biotechnologischen Forschungslabors mit Fokus auf medizinische Innovation. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

ProMIS Neurosciences hat am Dienstag Zwischendaten vorgelegt, die im Alzheimer-Sektor aufhorchen lassen. Bei keinem der 136 untersuchten Patienten der Phase-1b-Studie PRECISE-AD trat bislang eine ARIA-E-Hirnschwellung auf — selbst bei Trägern von zwei APOE4-Genkopien nicht, jener Risikogruppe, die von zugelassenen Amyloid-Antikörpern bislang kaum profitiert. Für ein Präparat aus der Amyloid-Klasse ist das ein bemerkenswerter Befund, denn ARIA-Nebenwirkungen gelten als größte Hürde bei der Verschreibung solcher Medikamente.

Sicherheitsprofil im Fokus

Die Zwischenanalyse erfasste insgesamt 4,4 Prozent ARIA-Fälle, ausschließlich milde, asymptomatische Mikroblutungen vom Typ ARIA-H. Schwerwiegende, behandlungsbedingte Nebenwirkungen oder Studienabbrüche wegen des Wirkstoffs gab es keine. Bemerkenswert: 61 Prozent der Teilnehmer trugen mindestens eine APOE4-Genvariante, elf Prozent davon gleich zwei Kopien — genau jene Hochrisikogruppe, in der plaquebindende Antikörper bislang besonders häufig ARIA-E auslösen.

PMN310 verfolgt einen anderen Ansatz als etablierte Amyloid-Präparate. Der Antikörper zielt selektiv auf toxische Amyloid-Beta-Oligomere, meidet aber Plaques und Gefäßablagerungen. Genau diese Selektivität soll laut Unternehmen das Risiko für Hirnschwellungen von der potenziellen Wirksamkeit entkoppeln — ein Konstruktionsprinzip, das sich nun erstmals in einer größeren Patientenkohorte bestätigt zeigt.

Biomarker deuten auf Wirkung hin

Neben der Sicherheit lieferte die Zwischenauswertung auch erste Hinweise auf eine biologische Wirkung. In der weiterhin verblindeten Analyse zeigten 68,5 Prozent der Patienten einen Rückgang des Plasma-Biomarkers pTau217 gegenüber dem erwarteten natürlichen Krankheitsverlauf, bei dem der Wert typischerweise ansteigt. Beim Liquor-Marker MTBR-tau243 fiel der Rückgang bei 62,5 Prozent der Teilnehmer auf.

Beide Werte gelten unter Neurologen als besonders aussagekräftige Indikatoren für die zugrundeliegende Alzheimer-Biologie. Wichtig bleibt die Einschränkung: Da die Studie weiterhin verblindet läuft und mit einer 3:1-Randomisierung zugunsten des Wirkstoffs arbeitet, lassen sich die beobachteten Trends noch nicht eindeutig dem Medikament zuordnen. Eine Aussage zur tatsächlichen Wirksamkeit ist damit noch nicht möglich.

Die vollständige, entblindete Zwölf-Monats-Auswertung mit Wirksamkeitsdaten erwartet ProMIS für das erste Quartal 2027. Bis dahin bleibt PMN310 in der laufenden PRECISE-AD-Studie, an der 144 Teilnehmer über zwölf Monate mit drei unterschiedlichen Dosierungen behandelt werden.

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