Prozess, Nord-Stream-Anschlag

Prozess um Nord-Stream-Anschlag beginnt in Hamburg

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 05:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Rund vier Jahre nach den AnschlĂ€gen auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee muss sich erstmals einer der mutmaßlichen TĂ€ter vor Gericht verantworten.

Am Mittwoch (11.00 Uhr) beginnt vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg der Prozess gegen den ukrainischen Staatsangehörigen Serhij K.

Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, als Offizier der ukrainischen Armee zivile Ziele angegriffen und damit Kriegsverbrechen begangen zu haben. Zudem ist er wegen der HerbeifĂŒhrung von Sprengstoffexplosionen, der Zerstörung von Bauwerken sowie der Störung öffentlicher Betriebe angeklagt.

Die AnschlĂ€ge auf die Nord-Stream-Gasleitungen hatten im September 2022 - wenige Monate nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine - weltweit fĂŒr Schlagzeilen gesorgt. Entsprechend groß ist auch das Interesse an dem Prozess in Hamburg.

Angeklagter soll Sprengkommando gefĂŒhrt haben

Serhij K. soll laut Anklage zusammen mit weiteren MilitÀrangehörigen und im Auftrag staatlicher Stellen der Ukraine den Plan entwickelt haben, die von Russland durch die Ostsee nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern verlaufenden Erdgasleitungen zu zerstören. Ziel sei es gewesen, zu verhindern, dass Russland Einnahmen aus dem Gashandel zur Finanzierung des Angriffskrieges nutzt.

Unter der FĂŒhrung des Angeklagten soll ein Kommando aus mehreren Berufstauchern, einem Skipper und einem Sprengstoffexperten grĂ¶ĂŸere Mengen militĂ€rischer Hochleistungssprengstoffe mit einer in Rostock gecharterten Segeljacht in die GewĂ€sser vor der dĂ€nischen Insel Bornholm gebracht haben. Dort seien dann mit ZeitzĂŒndern versehene SprengsĂ€tze an den am Meeresgrund verlaufenden Gasleitungen angebracht worden.

Bei ihrer ZĂŒndung am 26. September 2022 wurden die beiden Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 schwer beschĂ€digt. Insgesamt gab es vier Lecks an drei der insgesamt vier Leitungen.

Serhij K. war Ende August 2025 auf Grundlage eines EuropĂ€ischen Haftbefehls an der italienischen Adria-KĂŒste im Urlaub mit seiner Familie festgenommen und drei Monate spĂ€ter nach Deutschland ĂŒberstellt worden. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.

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