Psychische, Belastung

Psychische Belastung: Studie zeigt neues Bild von Fehlzeiten

Veröffentlicht am: 27.04.2026 um 19:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PrÀsentismus und psychische Belastungen prÀgen den Arbeitsalltag in Deutschland. Unternehmen setzen auf ganzheitliche Gesundheitsstrategien.

Psychische Belastung: Studie zeigt neues Bild von Fehlzeiten Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de
Psychische Belastung: Studie zeigt neues Bild von Fehlzeiten Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Das zeigt eine Studie des Zentrums fĂŒr PrĂ€ventivmedizin und Digitale Gesundheit (CPD) der UniversitĂ€tsmedizin Mannheim. Die am Montag veröffentlichten Daten zeichnen ein komplexes Bild des Arbeitsverhaltens in Deutschland.

PrÀsentismus und blaumachen: Zwei Seiten derselben Medaille

FĂŒr die Untersuchung befragten die Forscher fast 2.000 ErwerbstĂ€tige. Ergebnis: 67,2 Prozent waren im vergangenen Jahr krank im BĂŒro – der sogenannte PrĂ€sentismus. Experten sehen darin einen Vorboten fĂŒr Burnout und langfristige AusfĂ€lle.

Gleichzeitig gestanden 34,6 Prozent der Befragten, sich mindestens einmal krankgemeldet zu haben, obwohl sie arbeiten konnten. Die Ursache? Nicht mangelnde Arbeitsmoral, sondern strukturelle Defizite. Hoher Stress, ungelöste Rollenkonflikte und sozialer Druck treiben die Fehlzeiten.

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Interessant: Die telefonische Krankschreibung hat laut Studie keinen signifikanten Einfluss auf unberechtigte Krankmeldungen.

Jeder zweite fĂŒhlt sich durch Arbeitsorganisation belastet

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) bestĂ€tigt den Trend. In einer Befragung von ĂŒber 2.000 ErwerbstĂ€tigen gaben 50 Prozent an, unter der Arbeitsorganisation zu leiden. HĂ€ufige Unterbrechungen, hohe IntensitĂ€t und unklare ZustĂ€ndigkeiten sind die Hauptprobleme.

45 Prozent sehen in der hohen Arbeitsbelastung eine wesentliche Ursache fĂŒr ArbeitsunfĂ€lle. „Psychische Belastungen mĂŒssen gesundheitsgerecht gestaltet werden“, fordert Arbeitspsychologin Dr. Annekatrin Wetzstein von der DGUV.

Unternehmen setzen auf ganzheitliche Gesundheit

Die Handelskammer Hamburg zeichnete am Montag drei Unternehmen mit dem Hamburger Gesundheitspreis 2026 aus. Ihr Fokus: Gewalt am Arbeitsplatz. Unter dem Motto „Respekt.Sicherheit.Gesundheit“ diskutierten Experten ĂŒber Deeskalationsstrategien.

Auch der Profisport macht vor, wie betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) funktioniert. Der 1. FC Köln und die AOK Rheinland/Hamburg kooperieren seit 20 Jahren. Seit 2023 gibt es ein ganzheitliches System mit WirbelsÀulenscreenings, Grippeimpfungen und Lauftrainings.

Steuervorteile fĂŒr kleine Unternehmen

Der Gesetzgeber unterstĂŒtzt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit finanziellen Anreizen. Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung sind steuerlich absetzbar. Pro Mitarbeiter und Jahr stehen 600 Euro Freibetrag zur VerfĂŒgung. Weitere 600 Euro können ĂŒber eine betriebliche Krankenversicherung als Sachbezug fließen. Macht bis zu 1.200 Euro pro Kopf.

Ergonomie: Sitzen und Stehen sind Risiken

Die EU-OSHA warnt: Langes Sitzen und langes Stehen gefĂ€hrden die Gesundheit. In Spanien gingen 2024 rund 29 Prozent der ArbeitsunfĂ€lle auf Überanstrengung zurĂŒck. Die Lösung: regelmĂ€ĂŸige Haltungswechsel, Mikropausen alle 20 bis 30 Minuten und ergonomische Hilfsmittel.

FĂŒr Bildschirmarbeit gelten klare Standards: Oberkante des Monitors auf Augenhöhe, Sitzabstand zwischen 50 und 100 Zentimetern. Neue BĂŒrokonzepte setzen auf Hydrokulturen – mineralbasierte Pflanzensysteme, die Luftfeuchtigkeit regulieren und Schadstoffe filtern.

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KI als Kollegenersatz?

Die Digitalisierung verĂ€ndert die soziale Dynamik. Ein Bericht des Harvard Business Review zeigt: Mitarbeiter wenden sich fĂŒr persönliche UnterstĂŒtzung zunehmend an KĂŒnstliche Intelligenz statt an Kollegen. Forscher untersuchen derzeit die langfristigen Auswirkungen auf TeamkohĂ€sion.

Positive Beispiele gibt es auch: Bei Hermes Fulfilment in Löhne ĂŒbernehmen autonome Roboter körperlich belastende Aufgaben.

Hybridmodelle als Zukunftsmodell

67 Prozent der Mitarbeiter bevorzugen hybride Arbeitsmodelle, nur 9 Prozent wollen ausschließlich im Homeoffice arbeiten. Das zeigt eine Studie des Immobilienspezialisten JLL aus dem Jahr 2023. Besonders Millennials und GenZ, die bald 75 Prozent der Belegschaft stellen, legen Wert auf Nachhaltigkeit und moderne BĂŒros.

Politisch tut sich etwas: In Arizona gibt es seit April neue Hitzerichtlinien zum Arbeitnehmerschutz. Kalifornien zeigt, dass strengere Standards die Sterblichkeit bei extremer Witterung senken. In Deutschland fordert Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln mehr Bewegung und Gesundheitsschutz im gesellschaftlichen Bewusstsein.

Die Botschaft fĂŒr Unternehmen 2026: Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Wer Fehlzeiten senken und ProduktivitĂ€t steigern will, muss psychische Belastungen ernst nehmen, ergonomische Standards umsetzen und die Digitalisierung nutzen – ohne die sozialen Bindungen zu schwĂ€chen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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