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Raspberry Pi Aktie: Halbleiter-Wette lÀuft

15.04.2026 - 10:34:48 | boerse-global.de

Raspberry Pi verkauft erstmals mehr Chips als Computerplatinen. Der strategische Wandel zu einem Halbleiteranbieter fĂŒr die Industrie fĂŒhrt zu starkem Umsatz- und Gewinnwachstum.

Raspberry Pi Aktie: Halbleiter-Wette lĂ€uft - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Mehr Chips als Computer – Raspberry Pi hat die eigene IdentitĂ€t neu definiert. Zum ersten Mal in der Firmengeschichte verkaufte das Unternehmen mehr Halbleiter als fertige Platinen. Dieser Wandel katapultierte die Aktie in dieser Woche auf ein neues 52-Wochen-Hoch von 556,50 GBX.

Halbleiter ĂŒberholen Hardware

Der Kern der neuen Strategie liegt im Direktverkauf eigener Chips an andere Hersteller. Im abgelaufenen GeschĂ€ftsjahr setzte Raspberry Pi 8,4 Millionen Halbleiter-Einheiten ab. Das entspricht einem Plus von 47 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Damit ĂŒberflĂŒgelte das Chip-GeschĂ€ft erstmals den Verkauf der klassischen Rechenmodule.

Das Management verfolgt damit eine konsequente „Zwei-SĂ€ulen-Strategie“. Das Unternehmen löst sich vom Image des reinen Bastler-Lieferanten. Mittlerweile stammen rund 70 Prozent der Nachfrage von Industrie-Kunden und ErstausrĂŒstern (OEMs). Diese integrieren die Technik in Fabrikautomation oder KI-Anwendungen. Das schafft stabile GeschĂ€ftsbeziehungen mit höheren Wechselkosten fĂŒr die Kunden.

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Margen trotzen dem Kostendruck

Finanziell zahlt sich dieser Fokus aus. Der Umsatz kletterte um ein Viertel auf 323,2 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA stieg parallel dazu auf 46,4 Millionen US-Dollar und ĂŒbertraf damit die eigenen Prognosen. Besonders auffĂ€llig: Der Vorsteuergewinn schoss um 63 Prozent auf 26,5 Millionen US-Dollar nach oben.

Parallel dazu kĂ€mpft die Branche mit steigenden Preisen fĂŒr Speicherbausteine (DRAM). Raspberry Pi dĂ€mpft diesen Effekt durch strategische LagerbestĂ€nde ab. Ein Drittel des Portfolios nutzt zudem Ă€ltere Speicherstandards oder benötigt gar keinen DRAM. Das schĂŒtzt die ProfitabilitĂ€t vor den PreissprĂŒngen, die derzeit durch den KI-Boom in Rechenzentren ausgelöst werden.

Personalwechsel und Ausblick

Anleger blicken nun auf eine personelle VerĂ€nderung an der Spitze. Finanzchef Richard Boult wird das Unternehmen bis Ende 2026 verlassen. Ein Nachfolger soll in der zweiten JahreshĂ€lfte feststehen. Die Aufgabe bleibt klar: Die Disziplin in der Lieferkette wahren und die ProfitabilitĂ€t auf StĂŒckebene sichern.

FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2026 stellt das Management einen materiell höheren Umsatz in Aussicht. Die Cash-Position von 28,1 Millionen US-Dollar bietet dafĂŒr das nötige Polster. Trotz der volatilen Versorgungslage bei Speicherchips startet das Unternehmen mit prall gefĂŒllten AuftragsbĂŒchern in die kommenden Monate.

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