Recordati Aktie: 10,7-Milliarden-Angebot von CVC und GBL
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 04:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der italienische Pharmakonzern Recordati hat das erste Halbjahr 2026 mit einem deutlichen Gewinnzuwachs abgeschlossen. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, profitierte die Gruppe insbesondere von einer starken Nachfrage im Segment für seltene Krankheiten. In der Folge bestätigte das Management die Finanzziele für das laufende Gesamtjahr.
Umsatztreiber Orphan-Drugs
Die Umsatzerlöse kletterten in den ersten sechs Monaten um 6,6 Prozent auf 1.410,8 Millionen Euro. Ohne Berücksichtigung von Währungseffekten betrug das Plus auf vergleichbarer Basis sogar 9,1 Prozent. Maßgeblich für diese Entwicklung war der Bereich Rare Diseases, dessen Erlöse um 17,1 Prozent auf 603,9 Millionen Euro stiegen. Besonders hervor stach dabei das Medikament Isturisa, das ein Umsatzplus von 58 Prozent auf 178,8 Millionen Euro verzeichnete. Auch Enjaymo leistete mit einem Zuwachs von 31,1 Prozent auf 91,0 Millionen Euro einen wesentlichen Beitrag.
Im Gegensatz dazu präsentierte sich das Segment Specialty & Primary Care weitgehend stabil. Mit einem Umsatz von 773,5 Millionen Euro lag dieser Bereich marginale 0,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dennoch konnte die Gruppe ihre Profitabilität insgesamt verbessern. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 8,8 Prozent auf 540,2 Millionen Euro, was einer Marge von 38,3 Prozent entspricht. Der Nettogewinn legte im Berichtszeitraum um 24,8 Prozent auf 269,7 Millionen Euro zu.
Marktreaktion und Übernahmegespräche
An der Börse schloss das Papier am gestrigen Dienstag bei 51,30 Euro. Damit weist der Titel seit Jahresbeginn eine positive Kursentwicklung von 5,60 Prozent auf. Das aktuelle Kursniveau notiert etwa 5,26 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch, das im November des vergangenen Jahres erreicht worden war. Medienberichten zufolge bewerteten Analysten die vorgelegten Ergebnisse als Bestätigung für das robuste Geschäftsmodell der Italiener.
Parallel zu den Geschäftszahlen rückte die strategische Zukunft des Unternehmens in den Fokus. Die Mehrheit des Board of Directors stufte ein Übernahmeangebot von CVC und GBL in Höhe von 10,7 Milliarden Euro als „fair“ ein. Laut Reuters gab es innerhalb des Gremiums jedoch Unstimmigkeiten: Vier unabhängige Direktoren sprachen sich gegen diese Einschätzung aus. Ungeachtet dieser Diskussionen treibt Recordati seine Pipeline voran. Das Unternehmen sicherte sich unter anderem Lizenzen von Moderna für den Wirkstoff mRNA-3927 und von Ionis für Zilganersen zur Behandlung der Alexander-Krankheit.
Ausblick auf das Gesamtjahr bestätigt
Auf Basis der Halbjahreszahlen bekräftigte die Konzernführung ihre Prognose für 2026. Recordati erwartet weiterhin einen Jahresumsatz zwischen 2,73 und 2,80 Milliarden Euro. Beim EBITDA wird eine Spanne von 995 Millionen bis 1,03 Milliarden Euro angestrebt. Der bereinigte Nettogewinn soll am Ende des Jahres zwischen 655 und 685 Millionen Euro liegen.
Auch die langfristigen Ziele für das Jahr 2027 wurden erneut bestätigt. Die Nettoverschuldung der Gruppe belief sich zum Stichtag auf 1.917,1 Millionen Euro. Damit liegt der Verschuldungsgrad unter dem 1,9-fachen des EBITDA, was laut Unternehmensangaben eine solide finanzielle Basis für weitere Investitionen und die geplante Expansion im US-Markt darstellt. Als nächster operativer Meilenstein ist der Start einer Phase-IV-Studie für Isturisa im kommenden Monat vorgesehen. Zudem werden zum Jahresende Daten aus der Kooperation mit Moderna erwartet.
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