Recordati Aktie: Board spaltet sich 6:4 über 51,29 Euro
Veröffentlicht: 19.07.2026 um 04:27 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Übernahmeangebot für den italienischen Pharmakonzern Recordati sorgt innerhalb der Unternehmensführung für erhebliche Meinungsverschiedenheiten. In einer Abstimmung am 16. Juli 2026 votierte das Board of Directors zwar mehrheitlich für die Annahme der Offerte durch die Respighi BidCo, das Ergebnis fiel mit 6 zu 4 Stimmen jedoch knapp aus. Während die Führungsspitze den Preis stützt, leisten die unabhängigen Mitglieder des Gremiums Widerstand gegen die Bedingungen der von CVC und GBL unterstützten Bietergesellschaft.
Unabhängige Direktoren kritisieren Übernahmepreis
Die Spaltung des Boards verläuft entlang der Unabhängigkeit der Mitglieder. Die vier unabhängigen Direktoren Moriani, Le Couilliard, Peluso und Sands lehnten den angebotenen Preis von 51,29 Euro je Aktie als unzureichend ab. Sie stützten ihre Einschätzung auf eine Stellungnahme der Investmentbank Rothschild, die das Angebot als nicht angemessen einstufte. Damit stellen sie sich gegen die Beurteilung von Chairman Andrea Recordati und CEO Robert Koremans.
Die Befürworter der Transaktion im Board berufen sich auf eine Fairness Opinion der Berater von Lazard, die den Preis als fair bewerteten. Trotz der internen Opposition hat Respighi BidCo bereits klargestellt, dass die Bedingungen des Angebots nicht nachgebessert werden. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich auf Basis der aktuellen Bewertung auf 10,32 Milliarden Euro.
Zeitplan und Analysteneinschätzungen zur Offerte
Das offizielle Übernahmeangebot soll in einem Zeitraum vom 31. August bis zum 15. Oktober 2026 durchgeführt werden. Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Transaktion ist die Haltung des Großaktionärs Rossini Sarl, der einen Anteil von 46,8 Prozent an Recordati hält. Medienberichten zufolge beabsichtigt Rossini Sarl, seine Anteile im Rahmen der Offerte anzudienen.
Am Aktienmarkt spiegelte sich die Situation zuletzt in einem Schlusskurs von 51,05 Euro am Freitag wider. Damit notiert der Wert aktuell mit einem Abstand zum 52-Wochen-Hoch von -5,72 Prozent. Unter den Marktbeobachtern herrscht ebenfalls Uneinigkeit über das weitere Vorgehen. Während die Analysten von Barclays die Offerte positiv kommentieren, rät das Analysehaus Intermonte den Aktionären derzeit davon ab, ihre Papiere anzudienen. Sobald das Angebotsdokument offiziell vorliegt, wird eine finale Einschätzung der Regulierungsbehörden erwartet. Die Bieterseite zeigt sich trotz des geteilten Echos im Board zuversichtlich hinsichtlich des weiteren Verfahrens.
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