ResMed: 707-Millionen-Verkauf von MatrixCare
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 04:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Medizintechnik-Spezialist ResMed trennt sich von seiner Software-Sparte MatrixCare. Für 707 Millionen US-Dollar geht das Geschäft mit Altenpflege-Software an Frazier Healthcare Partners über. Dieser Schritt markiert eine deutliche Kehrtwende, da ResMed das Unternehmen vor rund acht Jahren für circa eine Milliarde US-Dollar übernommen hatte. Der Verkauf, der voraussichtlich im dritten Quartal 2026 abgeschlossen wird, signalisiert eine verstärkte Konzentration auf das Kerngeschäft rund um die Schlafgesundheit.
Rückzug aus der Altenpflege-Software
Als wesentliche Treiber für die Veräußerung gelten neben der strategischen Fokussierung auch Bedenken hinsichtlich einer technologischen Disruption durch Künstliche Intelligenz (KI). Medienberichten zufolge sieht ResMed in der traditionellen Software für den Altenpflege-Sektor wachsende Risiken durch KI-basierte Innovationen. Während der Käufer Frazier Healthcare Partners nun plant, massiv in die Produktinnovation von MatrixCare zu investieren, nutzt ResMed den Verkauf, um die unternehmerische Komplexität zu reduzieren.
Durch den Verkaufspreis, der deutlich unter der ursprünglichen Investitionssumme liegt, nimmt ResMed einen bilanziellen Verlust in Kauf, um Ressourcen für das Segment der Schlafapnoe-Therapien frei zu machen. Dies unterstreicht den hohen strategischen Stellenwert, den das Management der Schärfung des Unternehmensprofils beimisst.
Starke Quartalszahlen trotzen dem Marktdruck
Ungeachtet der Portfolio-Anpassung präsentierte das Unternehmen robuste operative Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 10,8 Prozent auf 1,43 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn pro Aktie (EPS) lag mit 2,86 US-Dollar über den Konsensschätzungen der Analysten von 2,79 US-Dollar. Besonders positiv bewerteten Marktbeobachter die Cashflow-Entwicklung: Im Geschäftsjahr 2025 erreichte der Free Cash Flow einen Rekordwert von 1,7 Milliarden US-Dollar. Die Bruttomarge wurde zuletzt mit 62,2 Prozent angegeben, während die operative Marge (EBIT) bei 34,8 Prozent lag.
An der Börse hatte ResMed zuletzt dennoch mit Gegenwind zu kämpfen. Marktbeobachter führen dies vor allem auf Sorgen im Zusammenhang mit GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsreduktion zurück. Es besteht die Befürchtung, dass diese Wirkstoffe die langfristige Nachfrage nach Therapien gegen Schlafapnoe dämpfen könnten. Die aktuellen Geschäftszahlen bestätigen diese Annahme bisher jedoch nicht; das Wachstum im Kerngeschäft blieb stabil.
Analysten sehen Aufwärtspotenzial trotz Kursverlusten
Die Kursentwicklung spiegelt die aktuelle Skepsis wider: Seit Jahresanfang verzeichnete der Titel ein Minus von 19,40 Prozent. Mit einem Schlusskurs von 168,05 Euro notiert die Aktie derzeit 33,31 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 252,00 Euro. Das Bild bei den institutionellen Anlegern zeigt unterschiedliche Strategien. Während die KBC Group ihren Anteil im ersten Quartal 2026 massiv um 84 Prozent reduzierte, stockte First Trust Advisors die Position leicht um 1,3 Prozent auf insgesamt über 1,5 Millionen Aktien auf.
Zudem wurde ein Insiderverkauf durch den CEO Michael J. Farrell bekannt, der am 7. Juli 4.991 Aktien zu einem Preis von 218,55 US-Dollar veräußerte. Trotz dieser Signale bleiben viele Experten für die langfristige Entwicklung optimistisch. Der Analysten-Konsens stuft den Wert weiterhin als „Moderate Buy“ ein, wobei ein durchschnittliches Kursziel von 246,25 US-Dollar ausgegeben wird. Die Analysten von Morgans sehen laut Medienberichten aufgrund der starken operativen Basis sogar ein potenzielles Aufwärtspotenzial von 59 Prozent.
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