Rheinmetall Aktie: 6. August wird zum Cashflow-HĂ€rtetest
22.05.2026 - 21:23:07 | boerse-global.deDie britische Investmentbank Barclays bekrĂ€ftigt ihr positives Votum fĂŒr Rheinmetall. Analyst Afonso Osorio belĂ€sst die Einstufung auf âOverweightâ mit einem Kursziel von 2.035 Euro. Nach GesprĂ€chen auf der hauseigenen Management-Konferenz sieht er weiterhin positive Signale fĂŒr das zweite Quartal. Die Aktie reagiert verhalten: Sie legt am Freitag um 1,0 Prozent auf 1.222,80 Euro zu â ein schwacher Trost. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.995 Euro trennen sie fast 39 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 23,6 Prozent.
Strukturelle Story intakt, Cashflow das Problem
Die ZurĂŒckhaltung der Anleger hat einen handfesten Grund: Die Zahlen zum ersten Quartal enttĂ€uschten. Zwar stieg der Umsatz um 7,7 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro, das operative Ergebnis legte um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro zu. Das eigentliche Problem lag im Cashflow. Der operative freie Cashflow drehte mit minus 285 Millionen Euro tief negativ. Rheinmetall baut derzeit LagerbestĂ€nde fĂŒr GroĂauftrĂ€ge auf, die erst im zweiten Halbjahr ausgeliefert werden. Das kostet Geld, ohne sofort Umsatz zu generieren.
Hinzu kommt: Der Auftragsbestand kletterte auf 73 Milliarden Euro â ein Plus von 17 Milliarden gegenĂŒber dem Vorjahr. Allein das neu integrierte MarinegeschĂ€ft NVL steuert 5,5 Milliarden bei. Barclays-Analyst Osorio bleibt daher zuversichtlich: Er erwartet fĂŒr 2026 einen operativen Gewinnanstieg von 45 Prozent, wĂ€hrend der RĂŒstungssektor insgesamt nur 19 Prozent zulegen dĂŒrfte.
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GroĂauftrĂ€ge als Katalysator
Das Management hĂ€lt an der Jahresprognose fest: 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro Umsatz, eine operative Marge von rund 19 Prozent. CEO Armin Papperger kĂŒndigte konkrete Meilensteine an. Im zweiten Quartal sollen Nominierungen von rund 20 Milliarden Euro hinzukommen â darunter ein Lynx-Programm in RumĂ€nien und ein Kampfpanzer-Programm in Italien. Im zweiten Halbjahr sieht er Opportunities von rund 60 Milliarden Euro, vor allem das Arminius-Programm und Beschaffungen fĂŒr die Ukraine.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem F126-Fregattenprogramm der Bundeswehr. Laut einem Medienbericht fordert Rheinmetall rund zwölf Milliarden Euro vom Bund fĂŒr die Ăbernahme. Die Gesamtkosten fĂŒr die sechs Kriegsschiffe wĂŒrden damit auf etwa 14 Milliarden Euro steigen. Papperger hofft auf eine finale Entscheidung in den kommenden zwei bis drei Monaten â dann könnte der Auftrag gebucht werden.
Q2 wird zum HĂ€rtetest
Am 6. August legt Rheinmetall die Bilanz fĂŒr das zweite Quartal vor. Dann wird sich zeigen, ob der Konzern die verschobenen Lieferungen nachholt und die Cashflow-Situation dreht. Barclays sieht das Aufholpotenzial â der Markt verlangt den Beweis. Gelingt die Wende, könnte die Aktie deutlich aufholen. Bleibt sie aus, droht weiterer Druck auf den Kurs.
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