Rheinmetall, Aktie

Rheinmetall Aktie: Analysten trotzen dem Rückschlag

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 12:25 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Trotz gestrichenem Fregattenauftrag und reduziertem Kursziel bleibt Berenberg optimistisch für Rheinmetall. Neue Raketenkooperation mit Lockheed Martin soll Wachstum sichern.

Rheinmetall Aktie: Analysten trotzen Fregatten-Aus und Kurszielsenkung
Abstrakte Darstellung der Verteidigungsindustrie mit einem Gefühl von Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein gestrichener Fregattenauftrag, gesenkte Kursziele – und trotzdem bleibt der Rüstungskonzern bei Analysten gefragt. Berenberg senkt das Kursziel für Rheinmetall vor den Quartalszahlen von 1.750 auf 1.600 Euro, belässt die Einstufung aber bei "Buy". Der Widerspruch zeigt, wie unterschiedlich Markt und Experten den Ausfall des Fregattenprojekts F126 gewichten.

Warum Berenberg trotz Kürzung optimistisch bleibt

Analyst George McWhirter reduzierte seine Gewinnschätzungen je Aktie für die Jahre 2026 bis 2028, nachdem die Bundesregierung das Marineprojekt endgültig gestoppt hatte. Für den anstehenden Quartalsbericht erwartet er dennoch positive Signale: Fortschritte bei der Bewältigung der Munitions- und Lkw-Lieferprobleme aus den Vorquartalen sollen sichtbar werden. Die Stornierung schmerzt zwar, verändert aus Sicht der Bank aber nicht die grundsätzliche Wachstumsstory des Konzerns.

Konkrete Folgen zeigen sich derweil bei der Marinesparte Naval Systems. Rheinmetall stoppt dort den geplanten Aufbau von 900 zusätzlichen Stellen – von ursprünglich 1.000 geplanten waren erst 100 besetzt. "Ohne den Auftrag der Bundeswehr können wir keinen weiteren Mitarbeiter einstellen", heißt es aus Unternehmenskreisen. Die Bundeswehr hatte sich stattdessen für acht kleinere Fregatten des Typs Meko A-200 beim Wettbewerber TKMS entschieden, die erste Auslieferung ist bereits für 2029 vorgesehen.

Lockheed-Kooperation als Gegengewicht

Während die Marinesparte pausiert, baut Rheinmetall an anderer Stelle aus. Mit Lockheed Martin unterzeichnete der Konzern eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Produktion von ATACMS-Kurzstreckenraketen in Europa – das erste Zentrum dieser Art auf dem Kontinent. Am Standort Unterluess soll die Fertigung von Raketentriebwerken und Lenkflugkörper-Komponenten bereits ab 2027 starten. Der Schritt fügt sich in eine Reihe von Rüstungskooperationen ein, die europäische und amerikanische Partner zuletzt vereinbart haben.

Am Trading-Update für das zweite Quartal hält Rheinmetall unterdessen fest: Das Umsatzwachstum von über 60 Prozent bleibt Ziel des Konzerns. Ein detaillierteres Update zu möglichen weiteren Effekten der F126-Absage auf die Gesamtjahresprognose will das Unternehmen mit den kommenden Quartalszahlen liefern. Dann dürfte sich zeigen, mit welchen Ersatzaufträgen der Konzern die Lücke bei Naval Systems schließen will.

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