Riesiges Untersee-Stromkabel im Mittelmeer kommt voran
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 12:47 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer griechische Netzbetreiber ADMIE hat den Investitionsantrag fĂŒr den Abschnitt zwischen Zypern und Israel bei den zustĂ€ndigen Regulierungsbehörden beider LĂ€nder eingereicht. Dies teilte der Netzbetreiber in Athen mit.
Der sogenannte Great Sea Interconnector (GSI) ist eine rund 1.200 Kilometer lange Stromverbindung unter dem Mittelmeer. Sie soll Griechenland ĂŒber Kreta mit Zypern und anschlieĂend Zypern mit Israel verbinden. Ziel ist es, Zypern und Israel erstmals an das europĂ€ische Stromnetz anzuschlieĂen.
324 Kilometer bis nach Israel
Der jetzt eingereichte Antrag betrifft den Abschnitt Zypern-Israel. Das geplante Unterseekabel soll rund 324 Kilometer lang sein und zunĂ€chst eine ĂbertragungskapazitĂ€t von 1.000 Megawatt haben, teilte der griechische Netzbetreiber weiter mit.
EU unterstĂŒtzt strategisches Energieprojekt
Nach bisherigen Angaben liegen die Kosten des Projekts bei rund 1,9 Milliarden Euro. Auch die EuropĂ€ische Union sieht das GSI als strategisches europĂ€isches Energieprojekt. FĂŒr den bereits geplanten Abschnitt Griechenland-Zypern hat die EU 657 Millionen Euro aus der Connecting Europe Facility (CEF) bereitgestellt.
Der neue Schritt folgt auf den Einstieg der französischen Infrastruktur-Investmentgesellschaft Meridiam, die vergangene Woche MehrheitsaktionĂ€r der GSI-Projektgesellschaft geworden ist. Damit erhĂ€lt das seit Jahren verzögerte Projekt zusĂ€tzlichen finanziellen RĂŒckenwind.
Auch geopolitisch von Bedeutung
Auch politisch gewinnt der GSI an Bedeutung. Griechenland, Zypern und Israel sehen in der Stromverbindung nicht nur ein Energieprojekt, sondern auch ein strategisches Infrastrukturprojekt im östlichen Mittelmeer. Zuletzt hatten sich auch US-Abgeordnete fĂŒr eine stĂ€rkere UnterstĂŒtzung des Projekts ausgesprochen, berichteten griechische Medien.
