Roche Aktie: Franken frisst Wachstum
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 10:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sechs Prozent Umsatzplus, aber unterm Strich ein Minus – bei Roche zeigt sich derzeit, wie stark der starke Franken die Bilanz verzerrt. Der Pharmakonzern hat am Donnerstag Halbjahreszahlen vorgelegt, die operativ solide ausfallen, in der Berichtswährung aber schwächer wirken als sie eigentlich sind.
Wechselkurse verhageln die Optik
In den ersten sechs Monaten setzte Roche 30,4 Milliarden Franken um, umgerechnet rund 32,8 Milliarden Euro. In Franken gerechnet bedeutet das ein Minus von zwei Prozent. Rechnet man die Währungseffekte heraus, bleibt ein Plus von sechs Prozent – und damit erfüllt der Konzern genau die eigene Zielsetzung, die auf konstanten Wechselkursen basiert.
Die Pharmasparte blieb mit 23,6 Milliarden Franken der mit Abstand größte Umsatztreiber, verzeichnete aber ebenfalls ein leichtes Minus von einem Prozent. Im Diagnostik-Geschäft summierten sich die Erlöse auf 6,7 Milliarden Franken, ein Rückgang von drei Prozent. Hier macht sich weiterhin eine Preisreform in China bemerkbar, die die Margen in diesem Segment belastet.
Das operative Kernergebnis, an dem sich Analysten typischerweise orientieren, sank um ein Prozent auf 11,9 Milliarden Franken. Mit diesen Werten bewegt sich Roche im Rahmen dessen, was der Markt erwartet hatte – von einer Enttäuschung kann also keine Rede sein.
Management hält an Jahreszielen fest
Konzernchef Thomas Schinecker bestätigte die bisherige Prognose für das Gesamtjahr. Zu konstanten Wechselkursen soll der Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen, der Kerngewinn je Aktie im hohen einstelligen Bereich zulegen. Zusätzlich bekräftigte das Management die Absicht, die Dividende in Schweizer Franken weiter zu erhöhen.
Die Aktie reagierte am Donnerstag mit einem moderaten Plus von 1,20 Prozent auf 336,38 Franken an der SIX. Der Markt scheint die Zahlen also trotz der schwächeren Franken-Werte als Bestätigung des laufenden Kurses zu werten, nicht als Warnsignal.
Für die zweite Jahreshälfte bleibt die Währungsfrage der entscheidende Unsicherheitsfaktor. Bleibt der Franken auf dem aktuellen Niveau stark, dürfte die Lücke zwischen operativem Wachstum und ausgewiesenen Zahlen bestehen bleiben – während das zugrunde liegende Geschäft nach den heutigen Zahlen intakt wirkt.
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