Rocket Lab Aktie: 8-Milliarden-Deal mit Iridium
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 22:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Sechs Handelstage in Folge ging es abwärts. Insgesamt 14 Milliarden Dollar Marktwert hat Rocket Lab dabei verloren. Am Mittwoch setzt sich die Talfahrt fort, die Aktie fällt um 3,47 Prozent auf 66,70 Euro.
Damit steht der Titel binnen eines Monats mit fast 30 Prozent im Minus. Zum Vergleich: Der S&P 500 legte im selben Zeitraum um 0,4 Prozent zu. Der Ausverkauf ist damit klar hausgemacht, nicht Teil einer breiten Marktbewegung.
Was hinter dem Kurssturz steckt
Ein konkreter operativer Rückschlag lässt sich nicht erkennen. Marktbeobachter sehen den Auslöser stattdessen in der geplanten Übernahme von Iridium durch Rocket Lab. Der Deal hat ein Volumen von rund 8 Milliarden Dollar und enthält eine große Cash-und-Aktien-Komponente.
Genau das sorgt für Nervosität. Anleger fragen sich, wie Rocket Lab die Transaktion finanzieren will, wie stark die Verschuldung steigt und ob bestehende Aktionäre am Ende verwässert werden. Mehrere Analysten hatten ihre Kursziele nach der Ankündigung Ende Juni zunächst angehoben. Der anschließende Kursrutsch zeigt: Der Markt verdaut die Finanzierungsfragen noch immer.
Hinzu kommt Insiderverkauf, der zusätzlich Druck aufbaut. Firmenpräsident Marvin Bradford Clevenger verkaufte 19.049 Aktien im Gegenwert von etwa 2,73 Millionen Dollar. Finanzvorstand Jon A. Olson trennte sich von 15.205 Aktien im Wert von rund 1,39 Millionen Dollar.
Wachstum trifft auf Verlustzone
Das operative Geschäft läuft unterdessen weiter auf Hochtouren. Der Umsatz der vergangenen zwölf Monate wuchs um 45,8 Prozent — deutlich mehr als der Median des S&P 500 von 7,5 Prozent.
Auf der Kostenseite sieht es anders aus. Die operative Marge liegt bei minus 33,2 Prozent, verglichen mit einem Index-Median von 18,4 Prozent. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von minus 254,4 zeigt: Rocket Lab schreibt weiterhin rote Zahlen, während der Umsatz explodiert.
Über die vergangenen zwölf Monate steht dennoch ein Plus von 72,80 Prozent zu Buche. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 legte die Aktie um 46 Prozent zu — mehr als viermal so stark wie der S&P 500 mit seinen 10 Prozent im gleichen Zeitraum.
Analysten bleiben optimistisch
An der Wall Street hat sich die Stimmung trotz der Turbulenzen kaum geändert. 16 Analysten bewerten die Aktie mit Stand 14. Juli mehrheitlich als Kauf, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 106,31 Dollar.
Technisch betrachtet notiert die Aktie nun nahe ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 67,30 Euro, aber weit unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 94,41 Euro. Vom Jahreshoch bei 133,80 Euro aus dem Mai trennen die Aktie mittlerweile mehr als 50 Prozent. Der RSI-Wert von 34,5 deutet auf eine überverkaufte Lage hin.
Solange keine Klarheit über die Finanzierung der Iridium-Übernahme herrscht, dürfte die Aktie empfindlich auf jede neue Nachricht reagieren. Das gilt sowohl für unternehmensspezifische Entwicklungen als auch für die allgemeine Risikostimmung an den Märkten.
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