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Rocket Lab USA Aktie: 8-Milliarden-Deal mit Iridium

Veröffentlicht: 03.07.2026 um 23:05 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Rocket Lab übernimmt Iridium für acht Milliarden Dollar und tritt gegen SpaceX an. Die Aktie legt zu, Analysten sehen Chancen und Risiken.

Rocket Lab Aktie: Milliarden-Deal mit Iridium treibt Wandel zum Raumfahrtkonzern
Abstrakte Darstellung der Luft- und Raumfahrtindustrie mit Satelliten, die komplexe Technologie und zukünftige Geschäftsabschlüsse symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rocket Lab baut sich neu auf. Mit der Übernahme von Iridium Communications für rund acht Milliarden Dollar wandelt sich der Raketenbauer vom reinen Launch-Anbieter zum vertikal integrierten Raumfahrtkonzern. Der Deal vom 29. Juni bringt Rocket Lab in direkte Konkurrenz zu SpaceX und dessen Starlink-Netzwerk.

Die Details der Iridium-Übernahme

Die Struktur des Geschäfts ist klar: halb Bargeld, halb Aktien. Iridium wird mit etwa 54 Dollar je Aktie bewertet. Aktionäre erhalten 27 Dollar in bar plus Rocket-Lab-Aktien für jeden gehaltenen Anteil.

Für den Cash-Anteil hat sich Rocket Lab einen Überbrückungskredit über 3,6 Milliarden Dollar gesichert. Deutsche Bank und Wells Fargo führen das Bankenkonsortium an. Der Abschluss der Übernahme ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant, vorbehaltlich der üblichen Genehmigungen.

Was Rocket Lab damit bekommt, ist erheblich. Iridium bringt 2,55 Millionen Abonnenten mit und meldete 2025 einen Umsatz von 871,7 Millionen Dollar. Die EBITDA-Marge lag bei 57 Prozent, was einem Ergebnis von 495 Millionen Dollar entspricht. Rocket Lab sichert sich damit nicht nur wiederkehrende Einnahmen, sondern auch Kontrolle über wertvolles L-Band-Funkspektrum.

Operative Erfolge parallel zum Megadeal

Während der Deal verhandelt wurde, lieferte Rocket Lab operativ ab. Bei der Mission "Victus Haze" für die US Space Force startete das Unternehmen seinen Puma-Satelliten nur 16 Stunden und 42 Minuten nach Erhalt der Startfreigabe. Die Mission umfasste ein komplexes Rendezvous-Manöver mit dem Jackal-Satelliten von True Anomaly.

Dazu kommt die 85. Mission des Unternehmens: ein Technologietest für die europäische Raumfahrtagentur ESA, gestartet vom Weltraumbahnhof Hawke's Bay in Neuseeland. Ein weiterer Meilenstein: Rocket Lab erhielt seinen ersten Auftrag für den geostationären Orbit. Die US Space Force zahlt 89,5 Millionen Dollar für zwei Satelliten zur Raumlageerfassung.

Nasdaq-100-Aufnahme und Kursentwicklung

Seit dem 22. Juni 2026 gehört Rocket Lab zum Nasdaq 100. Am 3. Juli notierte die Aktie bei rund 100,46 Dollar, was einer Marktkapitalisierung von etwa 58 Milliarden Dollar entspricht. Zum bisherigen Rekordhoch fehlen zwar noch 29 Prozent, doch auf Jahressicht steht ein Kursplus von rund 196 Prozent zu Buche.

Der Auftragsbestand des Unternehmens beläuft sich mittlerweile auf 2,2 Milliarden Dollar. Erst kürzlich kamen fünf Starts der neuen Neutron-Rakete sowie drei Electron-Missionen für einen nicht genannten Kunden hinzu. Die Neutron-Rakete gilt als Schlüssel für Rocket Labs Ambitionen im Bereich der mittelschweren Trägerraketen. Der Erstflug ist für 2026 geplant, aktuell laufen Tests der Archimedes-Triebwerke am Stennis Space Center der NASA.

Wie Analysten den Deal einschätzen

Wall Street reagiert überwiegend zustimmend. 14 Analysten stufen die Aktie als Kauf ein, vier mit "Halten". Manche Marktbeobachter bezeichnen die Iridium-Übernahme als Wendepunkt für das Unternehmen.

Kritische Stimmen richten den Blick auf zwei Risiken: mögliche Verwässerung der Aktionärsanteile durch die Aktienkomponente des Deals und die zusätzliche Schuldenlast durch den Brückenkredit. Auf der anderen Seite steht die Aussicht auf eine hochmoderne Satellitenkonstellation der dritten Generation und Zugriff auf Iridiums Netzwerk von über 500 Partnerunternehmen.

Die Wachstumszahlen sprechen für sich: Im ersten Quartal 2026 steigerte Rocket Lab seinen Umsatz um 63,4 Prozent auf 200,35 Millionen Dollar. Ob sich diese Dynamik nach dem geplanten Abschluss der Iridium-Übernahme 2027 fortsetzt, wird sich an den dann vorliegenden operativen Kennzahlen beider Unternehmen zeigen.

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