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Rocket Lab USA Aktie: 89,5-Millionen-Auftrag der Space Force

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 20:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rocket Lab erhält 89,5-Millionen-Auftrag der Space Force und besteht Triebwerkstest. Die Aktie fällt dennoch weiter und notiert deutlich unter dem Mai-Hoch.

Rocket Lab Aktie: Aufträge und Raketentest trotz Kursrutsch
Moderne Raumfahrtanlage bei Dämmerung als Symbol für Fortschritt und Luft- und Raumfahrttechnologie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rocket Lab USA meldet gleich mehrere operative Fortschritte binnen weniger Stunden – und trotzdem gibt die Aktie am Donnerstag weiter nach. Das Papier notiert bei 67,84 US-Dollar und verliert damit 2,74 Prozent auf Tagesbasis. Auf Monatssicht steht ein Rückgang von 28,68 Prozent zu Buche, ein Zeichen dafür, wie stark sich die Stimmung rund um Weltraumwerte in den vergangenen Wochen gedreht hat. Zum 200-Tage-Durchschnitt liegt der Kurs derzeit 13,28 Prozent im Minus – ein Hinweis darauf, dass auch der mittelfristige Trend inzwischen unter Druck steht.

Erster Auftrag im geostationären Orbit

Inhaltlich liefert Rocket Lab an diesem Tag durchaus Positives. Die US Space Force hat dem Unternehmen einen Auftrag über 89,5 Millionen US-Dollar für den Bau von zwei Satelliten im geostationären Orbit erteilt. Es handelt sich um den ersten GEO-Auftrag in der Firmengeschichte von Rocket Lab. Die Satelliten sollen der sogenannten Space Domain Awareness dienen, also der Überwachung des Weltraumumfelds. Für Rocket Lab markiert der Zuschlag den Einstieg in ein neues Marktsegment jenseits von Trägerraketen und niedrigen Erdumlaufbahnen und erweitert das Auftragsportfolio im Regierungsgeschäft.

Neutron-Rakete: Archimedes-Triebwerk besteht Vollbrandtest

Parallel zu dem neuen Vertrag meldet Rocket Lab einen technischen Meilenstein bei der in Entwicklung befindlichen Neutron-Rakete. Das Archimedes-Triebwerk, das einen Schub von 1,5 Millionen Pfund erzeugt, hat einen vollständigen Brenntest erfolgreich absolviert. Neutron soll zudem mit einem als „Hungry Hippo“ bezeichneten Verkleidungssystem ausgestattet werden. Rocket Lab-Chef Peter Beck betonte im Zusammenhang mit dem Test, dass Sicherheit für das Unternehmen Vorrang vor festen Zeitplänen habe. Der Erstflug von Neutron wird für das laufende Jahr erwartet und gilt als zentraler Baustein, um künftig auch schwerere Nutzlasten transportieren zu können.

Bewertungsdebatte nach Kurskorrektur

Trotz der operativen Fortschritte bleibt die Bewertung von Rocket Lab ein Streitthema unter Analysten. Die Aktie hat sich von ihrem Mai-Hoch bei 151 US-Dollar um fast die Hälfte zurückgezogen. Piper Sandler hatte die Coverage am 15. Juli mit einem Neutral-Rating und einem Kursziel von 83 US-Dollar aufgenommen und die Bewertung als anspruchsvoll bezeichnet – das Papier handle beim genannten Kursziel weiterhin mit dem 66-Fachen des Umsatzes. Andere Häuser sehen deutlich mehr Potenzial: Stifel bestätigte zuletzt seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 132 US-Dollar. Der Analystenkonsens aus 22 Häusern lautet auf „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 110,18 US-Dollar. TheStreet Pro nutzte die Schwäche im Rahmen seines „10K Portfolio“ zuletzt, um die Position bei rund 68 US-Dollar wieder aufzubauen; für das zweite Quartal wird dort ein Umsatz von 231 Millionen US-Dollar erwartet, ein Plus von rund 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem konsensualen Verlust von 0,05 US-Dollar je Aktie. Rocket Lab selbst hatte im ersten Quartal einen Umsatzsprung von 63 Prozent auf 200,35 Millionen US-Dollar ausgewiesen, bei einem Auftragsbestand von 2,2 Milliarden US-Dollar. Die Zahlen zum zweiten Quartal sollen laut Unternehmensangaben am 10. August nach Börsenschluss vorgelegt werden.

Iridium-Integration schreitet voran

Ein weiterer Faktor für die Investorenwahrnehmung ist die im Juni angekündigte Übernahme von Iridium für rund 8 Milliarden US-Dollar, mit der Rocket Lab seine Position im Wettbewerb mit Starlink stärken will. Iridium legte für das zweite Quartal einen Umsatz von 225,2 Millionen US-Dollar vor, ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während der Nettogewinn wegen gestiegener Transaktionskosten im Zusammenhang mit der Übernahme auf 9,7 Millionen US-Dollar von zuvor 22 Millionen US-Dollar zurückging. Die Zahl der abrechenbaren Abonnenten kletterte auf 2,6 Millionen. Der Abschluss der Transaktion wird für Mitte 2027 erwartet, nachdem Iridium bereits Anfang Juli die Übernahme von Aireon vollzogen hatte, die zusätzlichen jährlichen Serviceumsatz von mehr als 100 Millionen US-Dollar beisteuern soll. Für Rocket Lab-Anleger bleibt damit vorerst eine Gemengelage aus operativen Fortschritten, einem wachsenden Regierungsgeschäft und einer Bewertung, über die sich die Analystenhäuser weiterhin uneinig sind.

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