Rotork, Aktie

Rotork Aktie: ABB zahlt 4,1 Milliarden Pfund

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 22:17 Uhr, Redaktion boerse-global.de

ABB kauft den Durchflussspezialisten Rotork für rund 4,1 Milliarden Pfund. Aktionäre erhalten 506 Pence je Anteil, ein Aufschlag von 73 Prozent.

Rotork Aktie: ABB übernimmt britischen Spezialisten für 4,1 Mrd. Pfund
Abstrakte Szene mit Industriemaschinenkomponenten und digitalem Leuchten, die eine große Übernahme im Maschinenbausektor darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

ABB greift in Großbritannien zu. Der Schweizer Technologiekonzern schluckt den Spezialisten für Durchflusskontrolle Rotork. Der Preis für das Traditionsunternehmen liegt bei rund 4,1 Milliarden Britischen Pfund.

ABB bietet 503 Pence je Aktie in bar. Inklusive einer geplanten Zwischendividende von 3 Pence erhalten Aktionäre insgesamt 506 Pence.

Das entspricht einem Aufschlag von rund 73 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs. Marktbeobachter werten die Bewertung als Signal für die Stärke von Nischenanbietern in der Automatisierungstechnik.

Hoher Aufschlag für Aktionäre

Die Bewertung ist stattlich. Der Kaufpreis liegt beim 19,5-fachen des bereinigten operativen Ergebnisses für 2025. Beim Umsatz beträgt der Faktor 5,3.

ABB will Rotork als eigenständige Sparte innerhalb seines Automatisierungsgeschäfts führen. Dieser dezentrale Ansatz soll die Markenidentität und die Kundenbeziehungen von Rotork schützen. Parallel dazu nutzt das Unternehmen die globale Reichweite der Schweizer bei der Elektrifizierung.

Der Stammsitz im britischen Bath bleibt als Zentrum für Fertigung und Technologie erhalten. Dort arbeiten rund 1.700 der weltweit 3.500 Beschäftigten. ABB plant keine wesentlichen Änderungen an der britischen Standortstruktur. Lediglich in der Verwaltung könnte es durch Überschneidungen zu einem geringen Stellenabbau kommen.

Strategischer Ausbau der Automatisierung

Rotork profitierte zuletzt von seiner Wachstumsstrategie in den Bereichen Wasserinfrastruktur und Rechenzentren. Diese Segmente lieferten ein organisches Plus von acht Prozent. Die operativen Margen halten sich stabil im mittleren 20-Prozent-Bereich.

Die Integration in den Schweizer Konzern verspricht Synergien bei der Ressourceneffizienz. Rotorks Expertise bei elektrischen Stellantrieben ergänzt das Portfolio von ABB. Besonders Industrien im ökologischen Wandel stehen dabei im Fokus.

Der Vorstand von Rotork empfiehlt das Angebot einstimmig. Damit verlässt ein weiteres Schwergewicht der Ingenieurskunst die Londoner Börse. In den vergangenen Jahren wurden vermehrt britische Industriefirmen von ausländischen Investoren übernommen.

Die Transaktion benötigt noch die Zustimmung der Aktionäre und der Regulierungsbehörden. Der Abschluss ist für das erste Halbjahr 2027 geplant. Anleger blicken derweil auf die Veröffentlichung der Halbjahreszahlen im August 2026.

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