ROUNDUP, Hausarrest

Hausarrest statt GefĂ€ngnis fĂŒr Signa-GrĂŒnder Benko

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 11:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

INNSBRUCK - Der Immobilieninvestor RenĂ© Benko wechselt vom GefĂ€ngnis in den Hausarrest mit Fußfessel.

(Neu: mit Details und Reaktion Staatsanwaltschaft)

INNSBRUCK (dpa-AFX) - Der Immobilieninvestor RenĂ© Benko wechselt vom GefĂ€ngnis in den Hausarrest mit Fußfessel. Ein entsprechender Antrag des Signa-GrĂŒnders wurde vom Landesgericht Innsbruck gewĂ€hrt, wie eine Gerichtssprecherin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Sein Anwalt hatte argumentiert, dass Benko sich nur außerhalb des GefĂ€ngnisses angemessen auf weitere Verfahren vorbereiten könne.

Eine Stunde pro Tag darf Benko Wohnung verlassen

Der 49-JĂ€hrige werde eine Wohnung beziehen, also nicht in den gewohnten hĂ€uslichen Rahmen zurĂŒckkehren, sagte die Gerichtssprecherin weiter. Diese Wohnung werde nun entsprechend elektronisch ausgestattet, um den Hausarrest ĂŒberwachen zu können. Benko dĂŒrfe dann einmal am Tag fĂŒr eine Stunde diese Wohnung verlassen, außerdem dĂŒrfe er zweimal die Woche zum Einkaufen.

Obendrein herrsche fĂŒr Benko ein Kommunikationsverbot mit Personen aus dem Umfeld der Signa-Gruppe und einer Privatstiftung. Die unmittelbar erfolgte Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen diesen Schritt habe keine aufschiebende Wirkung, so die Sprecherin weiter

Urteil ĂŒber 30 Monate Haft liegt erst kurz zurĂŒck

Der Ex-MilliardĂ€r war erst im September in einem teilweise neu aufgerollten Prozess zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden. Das Landesgericht Innsbruck hatte es als erwiesen angesehen, dass der 49-JĂ€hrige seine GlĂ€ubiger betrĂŒgerisch geschĂ€digt hat. Er habe einen Mietkostenvorschuss von 360.000 Euro fĂŒr ein Anwesen in Innsbruck geleistet, obwohl es um sein Signa-Firmen-Imperium bereits sehr kritisch gestanden habe, so das Gericht.

Benko war im Januar 2025 verhaftet worden. Im umfangreichen Signa-Komplex verdĂ€chtigt Österreichs Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) den einst sehr angesehenen GeschĂ€ftsmann des Betrugs, der Untreue und des Bankrotts. Weitere Anklagen könnten folgen.

Weitere Prozesstermine stehen fest

Der GeschÀftsmann hatte mit seinem verschachtelten Immobilien- und Handelsimperium Signa rund 20 Jahre lang ein Milliarden-Vermögen aufgebaut. Steigende Zinsen und Baukosten, sowie risikoreiche ZukÀufe wie die der deutschen Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof trieben die Signa in die Insolvenz.

Gegen Benko und andere Signa-Manager wird in mehreren weiteren StrĂ€ngen ermittelt. So stehen die Termine fĂŒr den nĂ€chsten Prozess gegen den Ex-MilliardĂ€r bereits fest. Am 4. und 5. November muss sich der Tiroler erneut am Innsbrucker Landesgericht verantworten, diesmal wegen der VorwĂŒrfe des schweren Betrugs und der SchĂ€digung seiner GlĂ€ubiger. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wirft Benko vor, gegenĂŒber einem Investor eine wahrheitswidrige Garantie abgegeben und dessen Stiftung betrĂŒgerisch in Höhe von rund fĂŒnf Millionen Euro geschĂ€digt zu haben.

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