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Autobauer Volvo baut nach Verlust Tausende Stellen ab - Aktie stĂŒrzt ab

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 10:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der von Chinesen kontrollierte schwedische Autobauer Volvo Cars SE0021628898 kappt nach einem desaströsen Quartal mit einem neuen Sparprogramm weitere Tausende Jobs.

Chef Hakan Samuelsson streicht weltweit rund 2.500 Stellen, um die jĂ€hrlichen Ausgaben um rund 5 Milliarden schwedische Kronen (450 Mio Euro) zu senken, wie das Unternehmen am Freitag in Göteborg mitteilte. Mit 2.000 Jobs entfĂ€llt die Mehrheit auf Schweden. Einerseits wĂŒrden BeratervertrĂ€ge beendet und natĂŒrliche WeggĂ€nge genutzt, andererseits sollen Mitarbeitende Abfindungsangebote erhalten. Im dritten Quartal rutschte der Autobauer unter anderem wegen der Krise in China tief in die roten Zahlen. FĂŒr die Volvo-Aktie ging es am Morgen steil abwĂ€rts.

Der Kurs sackte in Stockholm um ĂŒber 31 Prozent auf 9,70 Kronen ab. In diesem Jahr hat das Papier ĂŒber zwei Drittel an Wert verloren. Im FrĂŒhjahr 2022 hatte der Anteil auf dem Rekordhoch noch fast 93 Kronen gekostet.

Das Unternehmen habe mit dem Absatz in China und den USA die Erwartungen weit verfehlt, schrieb Analyst Philippe Houchois vom US-Analysehaus Jefferies. Der Abfluss von Barmitteln (Cashflow) sei deutlich schlimmer als befĂŒrchtet ausgefallen und das Unternehmen steuere auf eine Nettoverschuldung zu. Auch JPMorgan-Experte Jose Asumendi sprach von einem schwachen Quartal.

Volvo lieferte in den drei Monaten bis Ende September mit rund 141.300 Autos 11 Prozent weniger Fahrzeuge aus, der Umsatz rutschte um fast ein Viertel auf 66,9 Milliarden Kronen ab. Der Verlust vor Zinsen und Steuern lag bei 5,6 Milliarden Kronen nach einem operativen Gewinn von 6,4 Milliarden ein Jahr zuvor. Unter dem Strich betrug der Verlust 5,7 Milliarden Kronen. Vor einem Jahr hatte Volvo noch einen Gewinn von 4,5 Milliarden ausgewiesen.

Dass es fĂŒr die Schweden nicht gut lĂ€uft, hatte sich bereits abgezeichnet. Anfang Oktober hatte Samuelsson den Jahresausblick kassiert. "Das dritte Quartal war sehr enttĂ€uschend", schrieb er nun in seinem Brief an die AktionĂ€re. Dabei habe sich eine schwache Entwicklung nicht nur in China, sondern auch in den USA gezeigt. Damit habe die HĂ€lfte des Konzerns keinen Gewinnbeitrag geliefert, so der Manager.

In China befinde sich der Markt fĂŒr angestammte Premiummarken in einem ernsten RĂŒckgang, schrieb Samuelsson. Der Umsatz fĂŒr Volvo brach dort im Jahresvergleich nahezu um die HĂ€lfte ein. Auch die deutschen Hersteller Mercedes-Benz DE0007100000, BMW DE0005190003 und die VW-Tochter DE0007664039 Audi leiden in dem einstigen Wachstumsmarkt unter hoher Konkurrenz und sinkenden Preisen. In den USA belasteten Volvo den Angaben zufolge weiter sowohl die Einfuhrzölle auf EU-Autos als auch wegfallende Kaufanreize fĂŒr Autos mit Elektroantrieben.

Samuelsson hatte bereits im vergangenen Jahr einen Jobabbau durchgezogen. Von ehemals 43.000 BeschÀftigten im Vorjahreszeitraum waren in den ersten neun Monaten im Schnitt noch rund 39.300 an Bord. Volvo wird vom chinesischen Autokonzern Geely KYG3777B1032 kontrolliert. Der schwedische Lkw-Bauer Volvo AB ist seit Jahrzehnten von dem Autobauer getrennt.

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