Günstigerer Führerschein nicht zulasten der Sicherheit
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 12:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas wurde bei einer Anhörung im Verkehrsausschuss des Bundestags deutlich. Fahrlehrerverbände warnen davor, dass das Sicherheitsniveau sinken könnte. Sie fordern etwa, dass Fahrschülerinnen und Fahrschüler einen Teil der Theoriestunden weiter in Präsenz besuchen müssen. Der Fahrlehrer Andreas Dietrich kritisierte in der Anhörung vor allem eine geplante Laienausbildung. Dies sei eine Deklassierung der pädagogischen Kompetenz von Fahrlehrern.
Die Reform muss noch vom Bundestag verabschiedet werden. Auch der Bundesrat muss zustimmen.
3.400 Euro für den Führerschein
Die Kosten für den Auto-Führerschein sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das Bundesverkehrsministerium gibt sie mit durchschnittlich 3.400 Euro an. Die Pläne der Bundesregierung sollen den Erwerb günstiger machen.
Fahrschulen sollen dafür unter anderem mehr digitalen Unterricht anbieten und Simulatoren einsetzen können. Vorgesehen sind auch Neuregelungen zu Sonderfahrten, theoretischen und praktischen Prüfungen.
Auf soziale Interaktion dürfe nicht verzichtet werden, verlangte die Deutsche Fahrlehrer-Akademie in einer Stellungnahme zum Ausschuss. Sie äußerte sich auch kritisch zu einer Experimentierklausel im Gesetz, die es ermöglichen soll, einen Teil der praktischen Fahrausbildung mit nahen Vertrauten wie Eltern statt nur in der Fahrschule zu absolvieren. Sinnvoller erscheine es, das begleitete Fahren von 17-jährigen Fahranfängern stärker auszubauen.
Geplant ist auch eine "Experimentierklausel" für eine Laienausbildung, etwa durch Eltern. Dadurch sollen Fahrschülerinnen und Fahrschüler im Rahmen der Fahrausbildung mehr Fahrpraxis gewinnen und damit besser auf die Prüfung vorbereitet werden. Die Fahrschüler müssen die theoretische Prüfung bestanden und sechs Fahrstunden in der Fahrschule absolviert haben. Dietrich sagte, sechs Fahrstunden seien zu wenig.
ADAC unterstützt Reform
Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände lehnt ein Transparenzregister ab, in dem Fahrschulen Preise und Bestehensquoten ihrer Prüflinge veröffentlichen sollen. Hierüber lasse sich die Qualität nicht hinreichend vergleichen.
Der Autofahrerclub ADAC äußerte sich grundsätzlich positiv zu Kernelementen der Reform, etwa dem virtuellen Theorieunterricht. Er biete etwa die Chance, zusätzliche Experten hinzuzuziehen und das Lerntempo selbst zu bestimmen. Wenn professionell angeleitete und von Laien begleitete Fahrstunden kombiniert würden, könne dies zu deutlich mehr Fahrstunden und zugleich geringeren Kosten führen. Der ADAC verwies dazu auf Beispiele in Frankreich, Österreich und der Schweiz. Dort würden vor der Prüfung bis zu 3.000 Kilometer mit Unterstützung der Eltern absolviert.
Zustimmung für die Reform kam auch vom Logistikverband BGL. Das Vorhaben leiste einen wichtigen Beitrag, um die Attraktivität des Kraftfahrerberufes zu steigern und damit dem akuten Mangel an Berufskraftfahrern entgegenzuwirken.
