Was sich fĂŒr Bahnreisende Ă€ndert
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 06:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNach dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember hat der bundeseigene Konzern tĂ€glich mehr als 320 internationale Fahrten im Angebot - beispielsweise nach Frankreich, Italien oder Ăsterreich. Zwischen Hamburg und MĂŒnchen gibt es dann zudem eine besonders schnelle Verbindung - Fahrzeit 5.20 Stunden.
"In Zeiten teurer Kraftstoffe bleibt die Bahn eine gute und gĂŒnstige Alternative zu Auto und Flugzeug", sagte Fernverkehrsvorstand Michael Peterson. In der FlĂ€che bleibe der Fahrplan insgesamt stabil, teilte die Bahn mit. Einige Verbindungen könnten vor allem baustellenbedingt nicht angeboten werden. Ihren AnsprĂŒchen in Sachen PĂŒnktlichkeit fĂ€hrt die Bahn weiter hinterher.
Tickets fĂŒr den neuen Fahrplan können ab Mittwoch (14. Oktober) gekauft werden. Die Preise steigen nicht. Bahn-Chefin Evelyn Palla kĂŒndigte bereits im April an, dass FahrgĂ€ste bis Mai 2027 von Preiserhöhungen im Fernverkehr verschont bleiben.
Von Hamburg nach MĂŒnchen mit zwei Zwischenstopps
20 Minuten Zeitersparnis verspricht die Deutsche Bahn durch die neue Sprinter-Verbindung zwischen Hamburg und MĂŒnchen, die dreimal tĂ€glich in beide Richtungen fĂ€hrt. Halten werden die ZĂŒge nur in Hannover und NĂŒrnberg. LĂŒneburg, Göttingen oder Fulda fallen als Stopp zwischen den Metropolen also weg.
Die bestehende Sprinter-Linie zwischen Berlin und Stuttgart wird ausgebaut und fĂ€hrt kĂŒnftig drei- statt einmal tĂ€glich je Richtung (4.45 Stunden). Die Verbindung war erst vor einem Jahr eingefĂŒhrt worden. Deutschlandweit gibt es nach Bahn-Angaben ab Mitte Dezember tĂ€glich rund 70 Sprinter-Fahrten auf wichtigen Strecken.
Mailand oder Rom - Hauptsache Italien
"Der internationale Fernverkehr boomt" - das betont die Bahn seit Jahren. Entsprechend baut der bundeseigene Konzern sein europĂ€isches Netz weiter aus. Diesen Weg setzt das Unternehmen mit dem neuen Fahrplan fort. Mehr als 320 Fahrten tĂ€glich gehen bald in StĂ€dte auĂerhalb Deutschlands oder kommen von dort. Das seien 20 mehr als bislang und rund 20 Prozent mehr als vor fĂŒnf Jahren. Mehr als 200 StĂ€dte in 14 LĂ€ndern seien dann direkt von Deutschland aus erreichbar.
Mittlerweile ist zudem der Ticketkauf fĂŒr die Bahn-Anbieter in anderen LĂ€ndern einfacher. Mehr als 10.000 europĂ€ische Reiseziele können die Kunden bereits im DB Navigator buchen, dazu gehören Tickets der Ăsterreichischen Bundesbahn, von Trenitalia oder Eurostar. "Bis Ende 2026 sollen auch Fahrkarten der niederlĂ€ndischen Bahn NS sowie der spanischen Bahn IRYO fĂŒr Reisen innerhalb der Niederlande bzw. Spaniens gebucht werden können."
Nach Bahn-Angaben fahren kĂŒnftig mehr ZĂŒge nach Italien, Frankreich, Ăsterreich und DĂ€nemark. Die Verbindung zwischen Hamburg und Kopenhagen fĂ€hrt ab MĂ€rz siebenmal tĂ€glich, ab 7.00 Uhr etwa alle zwei Stunden. Derzeit sind es fĂŒnf Verbindungen am Tag. Auch von Stuttgart nach Paris fahren kĂŒnftig zwei ZĂŒge am Tag mehr (12 statt 10), gleiches gilt fĂŒr die Verbindung zwischen Frankfurt und Wien (14 statt 12).
Ab Sommer gibt es in Zusammenarbeit mit der italienischen Trenitalia und den Ăsterreichischen Bundesbahnen eine neue Direktverbindung zwischen MĂŒnchen, Mailand und Rom (Fahrzeit nach Mailand rund 6.30 Stunden, nach Rom rund 8.30 Stunden).
Weitere Ănderungen in KĂŒrze:
* Von Westfalen (u.a. Hamm und Paderborn) geht es wieder direkt mit dem ICE nach WĂŒrzburg, NĂŒrnberg und MĂŒnchen.
* Zwischen Jena und Berlin fÀhrt wieder direkt ein ICE.
* Von Bonn geht es fast ganzjÀhrig wieder alle zwei Stunden direkt nach Berlin.
Baustellen bereits eingeplant
Was bleibt, sind die vielen Baustellen im teils maroden Schienennetz der Bahn. Bahn und Bund wollen bis 2031 zwar deutlich weniger vielbefahrene Strecken sanieren als bislang geplant. Doch auch im kommenden Jahr mĂŒssen sich die FahrgĂ€ste auf Bauarbeiten und lange Umleitungen einstellen.
Bereits angelaufen ist die Erneuerung der rund 230 Kilometer langen Strecke zwischen Lehrte und Berlin. Die wichtige Ost-West-Verbindung ist bis Dezember 2027 vollstÀndig gesperrt. Die Fahrzeit zwischen Berlin und Hannover verlÀngert sich aufgrund der Umleitung um 80 auf rund 180 Minuten. Einige Verbindungen fallen deshalb weg oder fahren seltener.
Ebenfalls fĂŒr das kommende Jahr geplant sind die Sanierungen zwischen Rosenheim und Salzburg sowie zwischen Fulda und Hanau. Umleitungen und geĂ€nderte Fahrzeiten seien schon jetzt in der Reiseauskunft hinterlegt, teilt die Bahn mit. Böse Ăberraschungen bleiben also hoffentlich aus. "Wer sein Ticket bucht, bekommt die jeweils geltenden Fahrtzeiten angezeigt."
Im September war gerade mal jeder zweite Fernzug pĂŒnktlich
Kurzfristige VerspĂ€tungen sind natĂŒrlich weiter möglich. Zuletzt war nahezu jeder zweite Fernzug unpĂŒnktlich - das heiĂt, er kam mindestens sechs Minuten zu spĂ€t an. Die PĂŒnktlichkeitsquote lag nach Bahn-Angaben im Fernverkehr im September bei 52,4 Prozent.
Bahn-Chefin Palla hatte fĂŒr das laufende Jahr ein PĂŒnktlichkeitsziel von mindestens 60 Prozent im Fernverkehr ausgegeben. Das dĂŒrfte wohl verfehlt werden. Bis Ende 2029 sollen mindestens 70 Prozent der ZĂŒge pĂŒnktlich kommen.
