Labordienstleister Qiagen schlÀgt sich besser als gedacht
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 10:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Umsatz stagnierte in den drei Monaten bis Ende Juni mit 535 Millionen US-Dollar in etwa auf dem Vorjahresniveau, wie das Dax-Unternehmen DE0008469008 am Mittwochabend mitteilte. Branchenexperten hatten im Schnitt hingegen mit einem RĂŒckgang gerechnet. Zu konstanten Wechselkursen ĂŒbertraf Qiagen auch die eigenen Prognosen. Die Nachrichten wurden am Finanzmarkt positiv aufgenommen.
Die Aktie legte am Donnerstagvormittag ein halbes Prozent zu und reduzierte damit das Jahresminus auf knapp elf Prozent. Das Unternehmen ist mit einem Börsenwert von rund 7,5 Milliarden Euro eines der Leichtgewichte im Dax. "Qiagen hat im zweiten Quartal 2026 Ergebnisse erzielt, die ĂŒber den Erwartungen lagen, und gleichzeitig in einem herausfordernden GeschĂ€ftsumfeld eine hohe ProfitabilitĂ€t aufrechterhalten", sagte der scheidende Unternehmenschef Thierry Bernard laut Mitteilung.
Das Unternehmen profitierte in dem Quartal vor allem von einer starken Nachfrage nach Probentechnologien und leichten ZuwĂ€chsen bei Verbrauchsmaterialien. Der Verkauf von Instrumenten insgesamt hingegen entwickelte sich rĂŒcklĂ€ufig - Qiagen verwies zur BegrĂŒndung auf die weiterhin geringe Investitionsbereitschaft von Life-Science-Kunden in den USA.
"Unsere WachstumstrĂ€ger, insbesondere die Probentechnologien, QIAcuity und QDI, haben solide ZuwĂ€chse erzielt, obwohl wir in den USA mit anhaltendem Druck bei den Ausgaben fĂŒr Instrumente konfrontiert waren", erlĂ€uterte Bernard.
Beim wichtigen Tuberkulostest Quantiferon erzielte der Konzern ein Wachstum von wĂ€hrungsbereinigt 1 Prozent. Der Absatz des fĂŒr lange Zeit verlĂ€sslichen Wachstumstreibers leidet aktuell unter der strengeren Einwanderungspolitik in den USA - weil weniger Migranten ins Land kommen, wird auch seltener auf Tuberkulose getestet.
Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis sank zwar im Vergleich um zwei Prozent auf 157 Millionen Dollar, fiel aber ebenfalls besser aus als gedacht. Unter dem Strich erhöhte der Konzern auch dank Kostensenkungen seinen Gewinn um sieben Prozent auf 103 Millionen Dollar.
Im April hatte das Qiagen-Management unter anderem wegen der mauen Entwicklung bei Quantiferon und der trĂŒben Investitionslaune in den USA seine Jahresprognose gesenkt - diese wurde nun bestĂ€tigt. Demnach dĂŒrfte der Umsatz zu konstanten Wechselkursen um ein bis zwei Prozent zulegen. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird wĂ€hrungsbereinigt bei mindestens 2,43 Dollar erwartet.
UnverÀndert rechnen der scheidende Vorstandsvorsitzende Bernard und sein Finanzchef Roland Sackers mit einer Belebung in der zweiten JahreshÀlfte und einem vergleichsweise stÀrkeren Wachstum. Dazu beitragen sollen neue Produkte. Zudem sinkt im zweiten Halbjahr die Vergleichsbasis, da bereits im Vorjahreszeitraum unter anderem durch die Einstellung des GerÀts NeumoDX UmsÀtze weggefallen waren.
Der Tuberkulosetest Quantiferon soll sich im restlichen Jahresverlauf sukzessive in Richtung der fĂŒr 2026 angestrebten 500 Millionen Dollar Umsatz entwickeln - zum ersten Halbjahr waren davon nicht ganz die HĂ€lfte erreicht.
FĂŒr das dritte Quartal sagt das Management ein wĂ€hrungsbereinigtes Umsatzplus ebenfalls von ein bis zwei Prozent voraus, verglichen mit 533 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zu konstanten Wechselkursen bei mindestens 62 US-Cent herauskommen. 2025 hatte der Wert bei 61 Cent gelegen.
Offen bleibt weiterhin, wer Bernard an der Unternehmensspitze ablösen soll. Der Manager hatte bereits im vergangenen November seine AusstiegsplĂ€ne verkĂŒndet. Nach bisherigen Unternehmensangaben dĂŒrfte ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin in der zweiten JahreshĂ€lfte bestimmt werden.
