Was Temu nun Àndern will
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 15:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas Shoppingportal soll kĂŒnftig etwa prĂŒfen, ob seine Empfehlungsalgorithmen illegalen Produkten bei der Verbreitung helfen, wie die BrĂŒsseler Behörde mitteilte. Die Kommission akzeptierte die VorschlĂ€ge zunĂ€chst. Temu hat nun vier Monate Zeit, sie umzusetzen.
Ein Sprecher des Unternehmens teilte mit, man schĂ€tze den konstruktiven Austausch mit der Kommission. Der Plan sei ein deutlicher Beleg fĂŒr das Engagement von Temu, in eine robuste Compliance-Infrastruktur zu investieren, um eine sichere und vertrauenswĂŒrdige Einkaufsumgebung fĂŒr alle Nutzerinnen und Nutzer in der EU zu gewĂ€hrleisten.
Was die BrĂŒsseler InternetwĂ€chter Temu vorwarfen
Die EU-Kommission hatte Temu im Mai eine Strafe von 200 Millionen Euro auferlegt. Die Behörde warf dem Unternehmen vor, Verbraucher nicht genĂŒgend vor illegalen Produkten zu schĂŒtzen und die Risiken auf seiner Plattform zu unterschĂ€tzen. Das sei ein schwerer VerstoĂ gegen das EU-Gesetz ĂŒber digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA).
Bei TestkĂ€ufen im Jahr 2025 seien demnach viele Artikel durchgefallen. LadegerĂ€te hĂ€tten grundlegende Sicherheitstests nicht bestanden. Ein "hoher Prozentsatz" der getesteten Babyspielzeuge habe Chemikalien-Grenzwerte ĂŒberschritten oder es habe Erstickungsgefahr wegen abnehmbarer Teile gegeben, so die BrĂŒsseler InternetwĂ€chter.
Wie Temu tÀgliche Strafzahlungen vermeiden will
Temu hat sich laut EU-Kommission nun bereiterklĂ€rt, die Risikobewertung auf seinem Marktplatz kĂŒnftig auf aktuelle und verlĂ€ssliche Daten zu stĂŒtzen und genau auf den eigenen Dienst zuzuschneiden. Auch den eigenen Empfehlungsalgorithmus mĂŒsse das Unternehmen in diesem Zusammenhang prĂŒfen.
Mit belastbaren Kennzahlen soll das Unternehmen belegen, ob seine SchutzmaĂnahmen die Verbreitung illegaler Produkte tatsĂ€chlich verringert. Zudem muss Temu offenlegen, wo automatische und manuelle Kontrollen von Angeboten der HĂ€ndler auf dem Online-Marktplatz an Grenzen stoĂen. SchlieĂlich muss der Konzern untersuchen, wie HĂ€ndler die Funktionen der Plattform gezielt ausnutzen, um illegale Angebote zu verbreiten.
Sollte die EuropĂ€ische Kommission entscheiden, dass Temu nicht genug zur Einhaltung der EU-Regeln tut, könnte sie nach der Millionenstrafe aus dem Mai auch tĂ€gliche Strafzahlungen fĂŒr das chinesische Unternehmen anordnen. Das Verfahren gegen Temu lĂ€uft bereits seit knapp zwei Jahren.
