Supreme Court erlaubt Neuzuschnitt der Wahlkreise in Alabama
Veröffentlicht am: 03.06.2026 um 07:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIn vorheriger Instanz war der Partei von PrĂ€sident Donald Trump untersagt worden, einen Wahlkreisplan aus dem Jahr 2023 wieder einzufĂŒhren, der nach Ăberzeugung eines Bundesgerichts schwarze WĂ€hlerinnen und WĂ€hler diskriminiert hĂ€tte.
Diese Entscheidung kippte der Supreme Court nun. Das Urteil könnte Trumps Republikanern helfen, bei den Zwischenwahlen im November ihre knappe Mehrheit im ReprÀsentantenhaus zu verteidigen.
Bei den sogenannten Midterms wird am 3. November ein Teil des Senats und das komplette ReprĂ€sentantenhaus neu gewĂ€hlt. Wegen der knappen MehrheitsverhĂ€ltnisse in beiden Parlamentskammern könnte jedes einzelne Mandat darĂŒber entscheiden, wer am Ende die Macht im Kongress hat. Deshalb ringen Republikaner und Demokraten seit Monaten erbittert um den Neuzuschnitt der Wahlkreise in mehreren Bundesstaaten, um ihre jeweiligen Erfolgschancen zu verbessern.
Reform könnte Stimmen schwarzer WÀhler verpuffen lassen
Der Supreme Court hatte bereits im April mit seiner konservativen Stimmenmehrheit den Schutz von Minderheiten im Wahlrecht abgeschwĂ€cht. Der sogenannte Voting Rights Act war eine der zentralen Errungenschaften der BĂŒrgerrechtsbewegung der 1960er Jahre. Er schĂŒtzte von Schwarzen und anderen Minderheiten geprĂ€gte Bezirke vor Neuzuschnitten, damit ihre Vertreter auch wirklich im Parlament landeten. Diesen Schutz haben ihre Wahlkreise nun im Wesentlichen verloren.
In Alabama schritt das Bundesgericht dann Ende Mai per einstweiliger VerfĂŒgung gegen die dort geplante Wahlkreisreform ein, weil dadurch die Stimmen schwarzer WĂ€hlerinnen und WĂ€hler - die tendenziell eher den Demokraten wohlgesonnen sind - auf mehrere Bezirke aufgeteilt worden wĂ€ren und an Wirkung verloren hĂ€tten.
Diesen Effekt machen sich in den USA beide Parteien seit Jahrzehnten zunutze, um Stimmen strategisch in andere Wahlkreise zu verfrachten, wo das Rennen enger ist. Nach Trumps Wiedereinzug ins WeiĂe Haus hat sich der Streit darĂŒber zuletzt aber nochmals deutlich verschĂ€rft und wird mit hĂ€rteren Bandagen ausgetragen.
Alabama ist lÀngst kein Einzelfall
Alabama ist lĂ€ngst kein Einzelfall: In vielen Bundesstaaten befassen sich Gerichte aktuell mit dem Neuzuschnitt von Wahlkreisen. In Texas, Florida, Oklahoma, Tennessee, North Carolina und Ohio wurden die Grenzen entweder bereits neu gezogen oder es gibt PlĂ€ne dafĂŒr. Die Demokraten zogen in Kalifornien und Virginia nach, stehen insgesamt aber schlechter da.
Die Zwischenwahlen im November sind ein wichtiger Meilenstein fĂŒr Trumps zweite PrĂ€sidentschaft. Verliert seine Partei auch nur in einer der beiden Parlamentskammern ihre Mehrheit, wird der Republikaner gröĂere Gesetzesinitiativen nicht mehr ohne weiteres durchsetzen können.
