ROUNDUP, Symrise

Symrise verĂ€ußert Terpen-GeschĂ€ft - Abschreibungen und AktienrĂŒckkauf

Veröffentlicht am: 13.01.2026 um 11:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Duft- und Geschmacksstoffhersteller Symrise DE000SYM9999 plant den Verkauf seines Terpen-GeschÀfts.

Dass in diesem Zusammengang sowie auf die schwedische Beteiligung Swedencare SE0015988167 hohe Abschreibungen notwendig werden, erschreckte die Anleger aber nicht. Schließlich stand eine VerĂ€ußerung des GeschĂ€fts mit Terpen-Inhaltsstoffe schon eine Weile zur Debatte. Zudem kĂŒndigte Symrise auch einen AktienrĂŒckkauf an. An der Börse ging das 2025 arg gebeutelte Papier der Niedersachsen auf Erholungskurs.

FĂŒr das Terpen-GeschĂ€ft gibt es Interessenten, allerdings liegen die Gebote wohl deutlich unter dem bilanzierten Wert. Daher muss der Dax DE0008469008-Konzern fĂŒr das vierte Quartal eine Wertberichtigung von etwa 145 Millionen Euro vornehmen, wie er am Montagabend mitteilte. Bereits im vergangenen FrĂŒhling hatte Symrise wissen lassen, strategische Optionen fĂŒr Terpen-Inhaltsstoffe zu evaluieren. Dabei handelt es sich um verschiedenste Substanzen auch fĂŒr die Kosmetik- und Lebensmittelindustrien.

Die Höhe der Wertberichtigung impliziere einen nur geringen Wert des GeschĂ€fts mit einem Jahresumsatz von wohl ĂŒber 100 Millionen Euro, erklĂ€rte Branchenexperte Chris Counihanvom vom Investmenthaus Jefferies. Das Terpen-GeschĂ€ft habe zudem ohnehin verwĂ€ssernd auf die Gewinnmarge gewirkt.

Auch auf die in Schweden börsennotierte Beteiligung Swedencare AB muss Symrise eine - ebenfalls nicht zahlungswirksame - Abschreibung vornehmen, und zwar in Höhe von 150 Millionen Euro. Dadurch werde das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 2025 unter der eigenen Erwartung sowie unter der MarktschĂ€tzung liegen, hieß es weiter vom Unternehmen.

Die Abschreibung folgt auf einen Kursverlust von rund einem FĂŒnftel des Herstellers von ZusĂ€tzen fĂŒr Haustierfutter, an dem Symrise laut aktueller Daten knapp 41 Prozent hĂ€lt. 2021 war Symrise bei Swedencare eingestiegen. Damals, also wĂ€hrend der Corona-Pandemie, boomte der Markt fĂŒr Heimtiernahrung. 2022 brach der Aktienkurs dann aber ein und Symrise musste schon einmal auf die damals knapp 30-prozentige Beteiligung 126 Millionen Euro abschreiben.

Weitere Details dĂŒrfte es dann am 4. MĂ€rz bei der Vorlage der Jahreszahlen fĂŒr 2025 durch Symrise geben. Das Unternehmen hatte zuletzt fĂŒr 2025 noch ein organisches Umsatzwachstum von 2,3 bis 3,3 Prozent in Aussicht gestellt und eine operative Marge (Ebitda) von rund 21,5 Prozent. Analysten haben bisher im Durchschnitt bei einem Umsatz von 4,9 Milliarden Euro ein leichtes Wachstum des operativen Gewinns (Ebitda) auf knapp 1,06 Milliarden Euro auf dem Zettel gehabt.

ZusĂ€tzlich zu den Wertberichtigungen kĂŒndigte Symrise noch ein AktienrĂŒckkaufprogramm im Volumen von bis zu 400 Millionen Euro an. Dies habe eine Laufzeit vom 1. Februar bis zum 31. Oktober 2026. Die Aktien sollen eingezogen und das Grundkapital entsprechend herabgesetzt werden. Symrise verfĂŒge ĂŒber einen hohen freien Mittelfluss und zunehmende finanzielle FlexibilitĂ€t durch Portfoliomaßnahmen, sagte Vorstandschef Jean-Yves Parisot.

Bei Anlegern kamen die Nachrichten in Summe gut an. Die Aktie, die seit Mitte Dezember an einer Bodenbildung arbeitet, zog am Dienstag an der Dax-Spitze um gut sechs Prozent auf 75,52 Euro an. Allerdings war das Papier 2025 mit einem Kursrutsch um ein Drittel auch der grĂ¶ĂŸte Verlierer im deutschen Leitindex. Das Umfeld war von ZurĂŒckhaltung der Verbraucher geprĂ€gt. Gerade in Nordamerika, wo Konsumenten die Zollpolitik der Trump-Regierung spĂŒrten. Und auch das GeschĂ€ft mit Produkten rund um Haustiernahrung schwĂ€chelte im langjĂ€hrigen Vergleich eher.

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