RPM, Aktie

RPM Aktie: Rekordjahr, verhaltener Ausblick

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 13:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

RPM übertrifft Analystenerwartungen im Schlussquartal, gibt sich für das neue Geschäftsjahr aber zurückhaltend. Die Aktie reagiert vorbörslich mit leichten Verlusten.

RPM International: Rekordumsatz und verhaltener Ausblick
Moderne Industrieanlage mit Fokus auf Produktion und industrielle Stabilität. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

RPM International hat gerade ein Geschäftsjahr abgeschlossen, das auf dem Papier nach Bilderbuch aussieht — und trotzdem reagierten die Anleger vorsichtig. Der Hersteller von Speziallacken, Dichtstoffen und Baustoffen übertraf im vierten Quartal die Erwartungen der Analysten deutlich, doch der Ausblick für das neue Geschäftsjahr fiel zurückhaltender aus als gehofft. Die Aktie gab im vorbörslichen Handel leicht nach.

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 verdiente RPM bereinigt 1,89 Dollar pro Aktie und lag damit über der Konsensschätzung von 1,84 Dollar. Der Umsatz kletterte auf einen Rekordwert von 2,23 Milliarden Dollar, ein Plus von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Getragen wurde das Wachstum von organischem Zuwachs, Zukäufen und positiven Währungseffekten zu etwa gleichen Teilen.

Ausblick unter den Erwartungen

Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet RPM mit einem Umsatzplus zwischen 3 und 7 Prozent, das bereinigte EBITDA soll um 5 bis 10 Prozent zulegen. Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres erwartet der Vorstand bei beiden Kennzahlen ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich. Genau diese vorsichtige Spanne dürfte die verhaltene Kursreaktion erklären — nach einem Rekordjahr hatten manche Marktteilnehmer offenbar mehr erwartet.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 weist RPM einen Rekordumsatz von 7,86 Milliarden Dollar aus, ein Anstieg von 6,7 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg auf 5,53 Dollar. CEO Frank C. Sullivan verwies auf starke Nachfrage bei Sanierungs- und Instandhaltungslösungen sowie auf zweistelliges Wachstum in den Emerging Markets als Treiber der Entwicklung. Das operative Verbesserungsprogramm MAP habe zudem geholfen, die Margen trotz gestiegener Kosten für Versicherungen und Gesundheitsleistungen zu verteidigen.

Der Verwaltungsrat erhöhte die Ermächtigung für Aktienrückkäufe um 700 Millionen Dollar auf insgesamt rund 815 Millionen Dollar. Das Unternehmen kündigte außerdem an, künftig die bereinigte EBITDA-Marge als zentrale Kennzahl zu nutzen — bislang stand das bereinigte EBIT im Vordergrund. Der Wechsel soll die Vergleichbarkeit mit Wettbewerbern verbessern.

Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate hat die Aktie rund zehn Prozent verloren, über drei Monate liegt das Minus bei etwa drei Prozent. Am 9. November 2026 will RPM auf einem Investorentag das nächste operative Verbesserungsprogramm vorstellen — dann dürfte klarer werden, wie ambitioniert der Vorstand die Wachstumsziele für die kommenden Jahre tatsächlich ansetzt.

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