RTX Aktie: Zwei Milliarden für die britische Armee
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 15:00 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein Konsortium unter Führung von Raytheon UK hat sich einen Großauftrag des britischen Verteidigungsministeriums gesichert. Der Auftrag hat ein Volumen von zwei Milliarden Pfund und läuft über 15 Jahre. Für RTX ist es der nächste Baustein im Ausbau des Trainingsgeschäfts auf der britischen Insel.
Omnia Training als Strategiepartner der Armee
Das Konsortium mit dem Namen Omnia Training übernimmt künftig die Rolle des Strategic Training Partner der britischen Armee. Neben Raytheon UK gehören Capita, Cervus, Rheinmetall UK und Skyral zu dem Verbund. Gemeinsam entwickeln sie das sogenannte Collective Training System, kurz ACTS — ein digital gestütztes Trainingssystem, das virtuelle, synthetische und datengetriebene Umgebungen kombiniert.
Ziel ist es, klassische Live-Übungen durch realistischere, immersive Trainingsformate zu ersetzen. Das Konsortium bringt dafür die Expertise von fünf Organisationen mit mehr als 1.500 Fachkräften im Verteidigungstraining zusammen. Die Partner haben nach eigenen Angaben bereits über zwei Jahre als integriertes Team an der Vorbereitung gearbeitet, bevor der Zuschlag jetzt kam.
Der Auftrag schafft laut Unternehmensangaben 270 neue Arbeitsplätze, weitere 150 Stellen werden gesichert. Raytheon UK beschäftigt bereits über 2.000 Mitarbeiter und zählt zu den zentralen Systemintegratoren für das britische Verteidigungsministerium.
Ein weiterer Baustein im Rüstungsportfolio
Der Trainingsauftrag reiht sich in eine Serie jüngerer RTX-Meldungen ein. Erst kürzlich hatte Raytheon Pläne bekräftigt, die Stinger-Raketenproduktion in Europa gemeinsam mit Partnern wie Diehl Defence zu verdoppeln, mit Endmontage in den Niederlanden. Parallel laufen Machbarkeitsstudien zur Ausweitung der AMRAAM-Produktion über zusätzliche europäische Zulieferer, finanziert von NATO-Partnern.
Am Kapitalmarkt bewegte sich die Aktie zuletzt nur wenig. Im vorbörslichen Handel notierte RTX bei rund 195,75 Dollar, ein moderates Plus von 0,28 Prozent. Der jüngste Auftrag dürfte daran wenig ändern — für den Konzern mit einer Marktkapitalisierung von rund 262,9 Milliarden Dollar ist ein Zwei-Milliarden-Pfund-Vertrag über 15 Jahre finanziell überschaubar, strategisch aber ein weiterer Beleg für die enge Einbindung in europäische Verteidigungsprogramme.
Jefferies bestätigte zuletzt eine Kaufempfehlung für RTX mit einem Kursziel von 220 Dollar und rechnet für das zweite Quartal mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,74 Dollar — oberhalb der Konsensschätzung von 1,67 Dollar. Der Trainingsauftrag mit der britischen Armee liefert dafür zusätzlichen Rückenwind, auch wenn die eigentliche Ergebnisrelevanz erst in den kommenden Quartalen sichtbar werden dürfte.
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