Russische Hacker kapern Signal- und WhatsApp-Konten
12.03.2026 - 02:31:14 | boerse-global.deRussische Staatshacker fĂŒhren eine weltweite Cyberkampagne gegen Signal- und WhatsApp-Nutzer. Das Ziel: die Ăbernahme von Konten, insbesondere bei Regierungsbeamten, MilitĂ€rs, Diplomaten und Journalisten. Die niederlĂ€ndischen Geheimdienste AIVD und MIVD warnten diese Woche eindringlich davor und bestĂ€tigten erste erfolgreiche Angriffe auf eigene Mitarbeiter.
Social Engineering statt Code-Knacken
Die Hacker brechen nicht die Ende-zu-Ende-VerschlĂŒsselung der Messenger. Stattdessen setzen sie auf ausgeklĂŒgeltes Social Engineering. Ihre hĂ€ufigste Masche: Sie geben sich in den Chats als technischer Support aus.
Dabei behaupten sie, verdĂ€chtige AktivitĂ€ten auf dem Konto des Nutzers entdeckt zu haben. Zur "Problembehebung" fordern sie den sechsstelligen SMS-Verifizierungscode oder die persönliche PIN an. Gibt das Opfer diese preis, registrieren die Angreifer die Nummer auf einem eigenen GerĂ€t â und sperren den rechtmĂ€Ăigen Besitzer aus.
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Signal bestÀtigt solche Phishing-Versuche. Echter Support fragt niemals nach diesen Codes.
Stille Spionage ĂŒber gekoppelte GerĂ€te
Eine zweite, perfidere Methode missbraucht die GerÀtekopplung. Die Hacker manipulieren ihre Opfer, prÀparierte QR-Codes zu scannen. Diese sind oft als Einladungen zu "sicheren Gruppenchats" getarnt.
Scannt das Opfer den Code, wird das GerĂ€t des Angreifers lautlos mit dem Konto verknĂŒpft. Der Nutzer bemerkt meist nichts, denn sein Haupt-Smartphone funktioniert normal. Unterdessen liest der Hacker jede Nachricht in Echtzeit mit â und hat Zugriff auf die gesamte Chat-Historie.
Diese stille Ăberwachung ermöglicht es, diplomatische oder militĂ€rische Absprachen ĂŒber lange Zeit unbemerkt auszuspĂ€hen.
Europa in Alarmbereitschaft
Die niederlÀndische Warnung ist kein Einzelfall. Bereits im Februar warnten der deutsche Verfassungsschutz und das BSI vor einer sehr Àhnlichen Kampagne gegen europÀische Politiker und Journalisten.
Nach einer erfolgreichen Ăbernahme verschleiern sich die Hacker oft, indem sie den Kontonamen in "Gelöschter Account" Ă€ndern. So bleiben sie in Gruppenchats lĂ€nger unentdeckt. Geheimdienste raten Gruppen-Admins dringend, verdĂ€chtige Kontakte sofort zu entfernen.
Paradigmenwechsel in der digitalen Spionage
Sicherheitsexperten sehen einen klaren Trend: Staatliche Akteure investieren nicht mehr primĂ€r in teure Zero-Day-Exploits. Stattdessen konzentrieren sie sich auf das schwĂ€chste Glied â den Menschen.
Da die Methoden der Angreifer immer raffinierter werden, reicht technischer Schutz allein oft nicht aus. Erfahren Sie in diesem Experten-Guide, wie Sie Phishing-Versuche rechtzeitig erkennen und Ihr Unternehmen wirksam vor Cyber-Attacken schĂŒtzen. Kostenloses Anti-Phishing-Paket fĂŒr Unternehmen herunterladen
Die als "Goldstandard" geltende VerschlĂŒsselung nutzt nichts, wenn der Nutzer den SchlĂŒssel freiwillig herausgibt. Russische Hacker setzten Ă€hnliche Techniken bereits im vergangenen Jahr gegen ukrainische Vertreter ein. Die globale Ausweitung zeigt: Die Methode gilt als Ă€uĂerst effektiv.
Ein weiteres Problem ist die informelle Nutzung der Messenger auf privaten DienstgerÀten. Diese entziehen sich oft den strengen Sicherheitsaudits der Behörden-IT.
KI-gestĂŒtzte Angriffe und Nutzer-Vorsicht
Experten erwarten, dass die Phishing-Kampagnen in den kommenden Monaten noch raffinierter werden. KI-gestĂŒtzte Ăbersetzung und persönliche Daten aus sozialen Netzwerken könnten TĂ€uschungen authentischer machen.
Die direkte Empfehlung der Geheimdienste an FĂŒhrungskrĂ€fte ist klar: Nutzen Sie zivile Messenger nicht fĂŒr geheime oder hochsensible Informationen.
FĂŒr die alltĂ€gliche Nutzung gilt: ĂberprĂŒfen Sie regelmĂ€Ăig die Liste Ihrer gekoppelten GerĂ€te in den App-Einstellungen und trennen Sie unbekannte Verbindungen. Geben Sie niemals Verifizierungscodes weiter und seien Sie bei unerwarteten Support-Nachrichten höchst misstrauisch. Die wichtigste Verteidigungslinie bleibt die Sensibilisierung der Nutzer selbst.
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