Rutte, Berlin

Rutte an Berlin: Kurs halten bei Ukraine und Verteidigung

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 14:58 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte fordert Deutschland angesichts des Erstarkens der russlandfreundlichen AfD und der neu aufgeflammten Reformdebatte in der Bundesregierung auf, bei der UnterstĂŒtzung der Ukraine und den hohen Verteidigungsausgaben Kurs zu halten.

"Am eingeschlagenen Kurs festzuhalten, ist immer das Beste", sagte der NiederlĂ€nder in Berlin bei einer Podiumsdiskussion mit Außenminister Johann Wadephul (CDU) wĂ€hrend der jĂ€hrlichen Konferenz der deutschen Botschafterinnen und Botschafter.

Die AfD war bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent stĂ€rkste Partei geworden und versucht, BĂŒndnispartner fĂŒr eine Regierung zu finden. AfD-Bundeschefin Alice Weidel hat erklĂ€rt, aus ihrer Sicht sei die schwarz-rote Koalition im Bund nach dem Wahlerfolg ihrer Partei in Sachsen-Anhalt am Ende. Aus der SPD kommen Rufe nach Korrekturen an den ReformplĂ€nen.

Rutte betonte zwar, es stehe ihm nicht zu, sich zur nationalen Politik zu Ă€ußern. Doch aus seiner 14-jĂ€hrigen Erfahrung als niederlĂ€ndischer MinisterprĂ€sident wisse er: "Politik ist ein hartes GeschĂ€ft. Sie ist nicht einfach. Sie ist ein Kontaktsport." Eine starke Wirtschaft sei Teil der VerteidigungsfĂ€higkeit. Das bedeute auch, dass man stets ĂŒber notwendige Reformen nachdenken mĂŒsse. Dass Vertreter unterschiedlicher Parteien dabei jeweils eigene Ansichten hĂ€tten, "ist Politik, und das ist auch kein Problem".

Rutte: 40.000 russische tote und verletzte Soldaten jeden Monat

Entscheidend sei aber, dass man sicherstellen mĂŒsse, die Mittel fĂŒr die richtigen Dinge einzusetzen - eben auch fĂŒr Verteidigung, sagte Rutte. Er habe beobachtet, dass selbstbewusste Regierungen, die bei notwendigen Reformen konsequent Kurs gehalten hĂ€tten, letztlich am besten dastanden - selbst wenn sie bei Wahlen mal eine Niederlage hĂ€tten hinnehmen mĂŒssen.

SchĂ€tzungen gingen davon aus, dass jeden Monat mehr als 40.000 russische Soldaten getötet oder schwer verwundet wĂŒrden, sagte Rutte. Trotzdem zeige PrĂ€sident Wladimir Putin keinerlei Bereitschaft, den Krieg zu beenden. Putin glaube, er könne die Nato spalten, destabilisieren und die UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine schwĂ€chen. Doch "diese bösartigen Aktionen bewirken das Gegenteil. Unsere Antwort ist mehr UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine."

Wadephul: Deutschland wird Kurs halten

Der Bundesaußenminister versicherte Rutte: "Deutschland wird Kurs halten in dieser Zeit", auch angesichts der innenpolitischen Diskussion. Russland bedrohe die Nato nicht nur militĂ€risch an der Ostflanke, es gebe auch immer mehr Cyberangriffe, Sabotage, Desinformation und Angriffe auf kritische Infrastruktur. Wichtig sei daher, "unsere FĂ€higkeiten weiter ausbauen. Und das heißt: Mehr investieren, schneller produzieren, schneller beschaffen. Am Ende geht es um glaubwĂŒrdige Abschreckung", sagte Wadephul.

Disclaimer...

de | boerse | 70081626 |