S&P, Halbleiter

S&P 500: Halbleiter vs. Geopolitik

Veröffentlicht: 11.06.2026 um 22:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de

DZ Bank hebt S&P-500-Prognose auf 8.500 Punkte. Starkes Halbleiterwachstum und robuste Arbeitsmarktdaten prägen die Marktlage.

S&P 500: Chip-Boom trotzt geopolitischen Spannungen
Ein stilisierter Siliziumwafer mit beleuchteten Schaltkreisen vor einer unscharfen Weltkarte mit geopolitischen Hotspots. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Wall Street zeigt sich robust. Trotz erneuter Drohungen von US-Präsident Trump gegen den Iran erholte sich der S&P 500 am Donnerstag — während die eigentliche Geschichte woanders geschrieben wird.

Chips treiben, Ă–l bremst

Der Halbleitersektor gibt gerade den Takt vor. Die DZ Bank hat ihre Jahresprognose für den S&P 500 von 7.300 auf 8.500 Punkte angehoben — ein Aufwärtspotenzial von gut 13 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Die Begründung ist klar: Der globale Chipumsatz wuchs im März um rund 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr, befeuert vom massiven Ausbau der KI-Infrastruktur. Analystin Birgit Henseler von der DZ Bank bringt es auf den Punkt: „Was die Kurse nach oben treibt, sind die Halbleiter."

Parallel dazu bleibt die geopolitische Kulisse angespannt. Die faktische Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran-Krieg hat die Energiemärkte unter Druck gesetzt und die Lebenshaltungskosten in die Höhe getrieben — mit direkten Folgen für die Konsumstimmung und die Zustimmungswerte im Weißen Haus.

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Zinsdruck kehrt zurĂĽck

Ein weiterer Faktor drängt ins Bild. Die überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten vom Mai — 172.000 neue Stellen, fast doppelt so viele wie erwartet — haben die Erwartung einer Fed-Zinserhöhung noch in 2026 deutlich steigen lassen. Die 10-Jahres-Rendite kletterte in der Vorwoche um 10 Basispunkte auf 4,54 Prozent. Das erhöht den Bewertungsdruck auf Wachstumsaktien, die den S&P 500 so stark prägen.

Das Hauptszenario der DZ Bank setzt dennoch auf Deeskalation am Persischen Golf. Der Gedanke dahinter: Beide Seiten haben wirtschaftliche Gründe, den Konflikt zu beenden — der Iran wegen einbrechender Öleinnahmen, die USA wegen steigender Energiepreise. Ob sich diese Logik in den kommenden Wochen durchsetzt, dürfte entscheiden, ob der S&P 500 den Weg Richtung 8.500 Punkte tatsächlich antreten kann — oder ob geopolitische Rückschläge das Halbleiter-Momentum immer wieder ausbremsen.

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