Safran, Aktie

Safran Aktie: 2,19 Milliarden für Exail Technologies

Veröffentlicht: 28.06.2026 um 22:06 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Safran kauft den Robotik-Spezialisten Exail für 2,19 Mrd. Euro. Die Aktie fällt, während Anleger den strategischen Wert des Deals bewerten.

Safran übernimmt Exail Technologies für 2,19 Milliarden Euro
Eine abstrakte, atmosphärische Szene, die den Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungssektor darstellt. Technologischer Fortschritt und strategische Investitionen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der französische Triebwerks- und Ausrüstungskonzern Safran greift zu. Das Unternehmen hat exklusive Verhandlungen zur Übernahme von Exail Technologies aufgenommen. Der Kaufpreis: rund 2,19 Milliarden Euro für den Spezialisten für maritime Robotik und Navigationssysteme.

Die Ankündigung vom Freitag ließ die Safran-Aktie um knapp vier Prozent auf 329,90 Euro fallen. Anleger wogen die Kosten des Deals gegen den strategischen Nutzen ab. Seit Jahresbeginn notiert die Aktie dennoch gut sieben Prozent im Plus, auf Jahressicht sogar über 23 Prozent.

Die Deal-Struktur

Safran erwirbt zunächst die kontrollierende Beteiligung der Familie Gorgé – 43,9 Prozent der Anteile zu 128,50 Euro je Aktie. Gelingt der Einstieg, folgt ein Pflichtangebot für die restlichen Papiere. Der Angebotspreis liegt rund 38 Prozent über dem letzten Schlusskurs von Exail vor der Ankündigung.

Die Anteilsscheine von Exail schnellten daraufhin um über 20 Prozent nach oben, bevor der Handel ausgesetzt wurde. Hintergrund des Verkaufs: der geplante Ausstieg der Beteiligungsgesellschaft ICG, die Exail 2022 mitfinanziert hatte. Deren Abfindung wird auf 710 Millionen bis 1,1 Milliarden Euro geschätzt.

Mehr als nur ein Zukauf

Exail ist kein gewöhnlicher Zulieferer. Das Unternehmen baut autonome Unterwasserfahrzeuge, Minenjagd-Drohnen und hochpräzise Inertialnavigationssysteme. 2025 lief es glänzend: Der Umsatz stieg um 28 Prozent auf 479 Millionen Euro, der Auftragseingang schoss um 87 Prozent auf 844 Millionen Euro in die Höhe. Der Auftragsbestand liegt bei rund 1,07 Milliarden Euro.

Für Safran passt Exail perfekt ins Portfolio. Der Konzern investiert bereits 120 Millionen Euro in sein Werk in Montluçon, um die Produktion von Kreiselkompassen zu verdreifachen. Die Übernahme reiht sich ein in eine Serie gezielter Zukäufe – darunter Preligens und Syntony.

Indien als nächster Schritt

Parallel dazu treibt Safran das Indien-Geschäft voran. Gemeinsam mit Rolls-Royce hat der Konzern Kostenschätzungen für das AMKA-Mk2-Triebwerk vorgelegt. Das Projekt für Indiens Kampfjet-Flotte der fünften Generation könnte Investitionen von über fünf Milliarden Dollar umfassen. Indien würde die vollen Eigentumsrechte an der Technologie erhalten, Bodentests sind zwischen 2030 und 2032 geplant.

Die Safran-Aktie notiert derzeit rund 6,5 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 353 Euro. Der RSI von 60,7 zeigt: Die Aktie hat Luft nach oben, ist aber nicht überkauft. In den kommenden Wochen dürfte sich zeigen, ob die Verhandlungen mit Exail zu einem endgültigen Vertrag führen – und wie Safran die Integration finanziert, während parallel ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm läuft.

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