Salesforce Aktie: Einstein Autonomous Commerce startet
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 14:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Zentrum der aktuellen Strategie steht ein tiefgreifender Umbau der Commerce Cloud, der unter dem Namen „Einstein Autonomous Commerce“ firmiert. Berichten zufolge plant das Unternehmen, verstärkt auf KI-Agenten zu setzen, die Aufgaben wie Merchandising und Preisgestaltung eigenständig übernehmen können, ohne dass für jeden Schritt eine menschliche Freigabe erforderlich ist.
Autonome Systeme für den E-Commerce
Die Pläne für „Einstein Autonomous Commerce“ wurden im zweiten Quartal 2026 in Briefings mit Enterprise-Kunden thematisiert. Das Ziel von CEO Marc Benioff ist es, die Plattform Agentforce als zentralen Pfeiler zu etablieren. Dabei sollen herkömmliche Empfehlungssysteme durch proaktive Agenten ersetzt werden. Diese Entwicklung sorgt jedoch nicht nur für Aufsehen, sondern auch für Verunsicherung: Kunden in stark regulierten Branchen äußerten Bedenken hinsichtlich der Kontrolle über automatisierte Entscheidungen. In Branchenkreisen wird bereits darüber spekuliert, dass einige Unternehmen alternative Lösungen von Wettbewerbern wie Shopify Plus oder BigCommerce in Betracht ziehen könnten.
Parallel dazu baut Salesforce die KI-Funktionen in seiner Tochtergesellschaft Slack aus. Über 30 neue Funktionen wurden angekündigt, darunter Echtzeit-Transkriptionen und automatisierte CRM-Updates. Durch die Integration der Agentforce-Plattform soll Slack zum zentralen Hub für die KI-gestützte Unternehmenssteuerung werden. Ein weiterer Erfolg in der operativen Umsetzung ist die neue Partnerschaft mit Air India. Die Fluggesellschaft nutzt Salesforce-Technologien, um den Kundenservice über verschiedene Kanäle hinweg zu personalisieren und mittels Datenanalyse eine 360-Grad-Sicht auf die Passagiere zu erhalten.
Institutionelle Anleger passen Positionen an
Die jüngsten Meldungen über institutionelle Anteilseigner für das erste Quartal 2026 zeigen eine unterschiedliche Positionierung der Großinvestoren. Allspring Global Investments Holdings LLC hat sein Engagement deutlich ausgebaut und den Anteil an Salesforce-Aktien um 17,4 % auf insgesamt 479.992 Papiere erhöht. Auch die Heartland Bank & Trust Co stockte ihre Position massiv um über 340 % auf.
Demgegenüber stehen Gewinnmitnahmen oder Reduzierungen durch andere Vermögensverwalter. D.A. Davidson & CO. verringerte den Bestand um 32,3 % auf 39.088 Aktien. Ebenso reduzierte Bartlett & CO. Wealth Management LLC die Beteiligung um knapp 10 %, hielt Ende des ersten Quartals aber weiterhin ein Paket von 244.135 Aktien. Analysten bewerten das Papier derzeit im Konsens als „Moderate Buy“ und rufen ein durchschnittliches Kursziel von 254,42 US-Dollar auf.
Finanzieller Rahmen und Marktposition
In einem früheren Finanzbericht für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 konnte Salesforce die Erwartungen übertreffen. Das Unternehmen meldete einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 3,88 US-Dollar, was die Schätzungen um 0,75 US-Dollar überstieg. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 13,3 % auf 11,13 Milliarden US-Dollar. Zudem schüttet der Konzern eine vierteljährliche Dividende von 0,44 US-Dollar aus.
An der Börse spiegelt sich die allgemeine Skepsis gegenüber dem Sektor jedoch im Kursverlauf wider. Die Salesforce-Aktie notiert bei 149,36 € und weist seit Jahresbeginn ein Minus von 34,13 % auf. Damit liegt das Papier aktuell 35,94 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 233,15 €, das im Juli 2025 erreicht wurde. Trotz des schwierigen Marktumfelds und der branchenweiten Debatte über die Rentabilität von KI-Investitionen halten Analysten an ihren positiven Einschätzungen fest, sofern der Übergang zu ergebnisbasierten Lizenzmodellen und die Etablierung der KI-Agenten gelingen.
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