Salzgitter-Chef warnt vor Lockerung beim EU-Emissionshandel
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 12:49 Uhr, dpa.deDie PlÀne gefÀhrdeten Investitionen in den Klimaschutz und bestraften Unternehmen, die bereits mit dem Umbau begonnen hÀtten. "Eine Industriepolitik, die nachtrÀglich die Spielregeln Àndert, darf Vorreiterunternehmen nicht im Regen stehen lassen", schreibt Groebler auf der Plattform LinkedIn. EU-Parlament und Mitgliedsstaaten forderte er auf, im Gesetzgebungsprozess nachzubessern.
Sein Unternehmen habe bereits Milliarden in den Umstieg auf grĂŒnen Stahl investiert - "im Vertrauen auf einen stabilen und verlĂ€sslichen Rechtsrahmen". Das dĂŒrfe nicht durch Lockerungen beim Emissionshandels entwertet werden. "Wer im Vertrauen auf die europĂ€ische Gesetzgebung investiert oder so wie wir bereits investiert hat, darf am Ende nicht bestraft werden", so Groebler.
Der niedersĂ€chsische Stahlkonzern hat Ende 2023 mit der UmrĂŒstung seines Stahlwerks in Salzgitter begonnen. Bund und Land fördern den Umbau mit gut 1,3 Milliarden Euro. Die erste Anlage fĂŒr grĂŒnen Stahl soll 2027 in Betrieb gehen. Statt im kohlebefeuerten Hochofen soll der Stahl dann in einer neuen Anlage entstehen, die zunĂ€chst mit Erdgas und spĂ€ter mit grĂŒnem Wasserstoff laufen kann.
"Die Entlastungen, die fĂŒr die Zeit nach 2030 geplant sind, könnten schon heute die Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit von Dekarbonisierungsprojekten in Europa erschweren", warnt Groebler. "Innovative, CO2-arme GeschĂ€ftsmodelle drohen dadurch an AttraktivitĂ€t zu verlieren - mit nachteiligen Folgen fĂŒr die Investitionsbereitschaft und die industrielle Resilienz Europas."
Unter Druck von Wirtschaft und Mitgliedsstaaten schlĂ€gt die EU-Kommission eine AbschwĂ€chung eines zentralen Klimaschutzinstruments vor. So will die BrĂŒsseler Behörde, dass die Gesamtzahl verfĂŒgbarer Rechte fĂŒr den AusstoĂ klimaschĂ€dlicher Gase wie Kohlendioxid (CO2) langsamer abnimmt als bevor. AuĂerdem soll es in bestimmten Bereichen mehr kostenlose Zertifikate geben.
