Samsung, Goldman

Samsung: Goldman hebt Ziel auf 12.000 Punkte

Veröffentlicht: 03.06.2026 um 10:47 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Südkoreas Börse erreicht Rekordhoch dank KI-Halbleiter, doch ausländische Anleger ziehen sich zurück und treiben die Volatilität.

Smartphone-Betrug erreicht neue Dimension Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
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Südkorea hat Indien als sechstgrößten Aktienmarkt der Welt abgelöst. Treiber dieser Verschiebung ist ein einziger Sektor: Halbleiter für künstliche Intelligenz. Hinter dem Rekord verbergen sich allerdings Spannungen, die Anleger genau im Blick behalten sollten.

KOSPI verdoppelt sich — Samsung im Zentrum

Am 2. Juni 2026 erreichte der KOSPI ein Allzeithoch von 8.801 Punkten. Das entspricht einer Verdopplung seit Jahresbeginn. Südkoreas gesamte Marktkapitalisierung kletterte auf 5,04 Billionen Dollar und überholte damit Indien mit 4,84 Billionen Dollar.

Samsung Electronics und SK Hynix stehen hinter rund 70 Prozent dieses Anstiegs. Die Nachfrage nach High-Bandwidth Memory für KI-Systeme treibt beide Konzerne. Nvidia-Chef Jensen Huang bestätigte, dass HBM4-Lieferungen von Samsung, SK Hynix und Micron für die kommende „Vera Rubin"-Architektur geplant sind. Samsungs HBM4-Kapazität für den Rest des Jahres ist bereits ausverkauft.

Goldman Sachs reagierte auf den Boom mit einer drastischen Anhebung des KOSPI-Kursziels: von 9.000 auf 12.000 Punkte. Das entspräche einem weiteren Anstieg von 35 Prozent. Die Bank spricht von einem „einmaligen Halbleiterzyklus".

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Ausländer verkaufen, Privatanleger kaufen

Hinter den Rekordkursen verbirgt sich ein scharfer Widerspruch. Ausländische Investoren verkauften 18 Handelstage in Folge netto südkoreanische Aktien. Die kumulierten Abflüsse summierten sich auf 60,17 Billionen Won. Allein am 2. Juni flossen 6,59 Billionen Won ab — der drittgrößte Tagesabfluss der Geschichte.

Den Gegenpol bilden südkoreanische Privatanleger. Sie kauften am selben Tag netto 6,35 Billionen Won. Diese Konstellation hat Folgen: Am 3. Juni schwankte der KOSPI innerhalb von sechs Minuten um 4,81 Prozent. Der KOSPI VIX, das Volatilitätsbarometer des Marktes, stieg auf 75 — gegenüber einem historischen Durchschnitt von 20.

Kein Wunder, dass Regulatoren aufhorchen. Das hohe Volumen gehebelter ETFs auf Samsung Electronics — am 2. Juni lag der Tagesumsatz bei 3,7 Billionen Won — weckt Bedenken über einen sogenannten „Wag the Dog"-Effekt: Derivate könnten den Kurs des Basiswerts verzerren, statt ihn nur abzubilden.

Samsungs Zahlen rechtfertigen den Hype — vorerst

Samsung selbst liefert die fundamentale Grundlage für die Euphorie. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 133,9 Billionen Won — ein Plus von 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Gewinn wuchs auf das Achtfache: 57,2 Billionen Won, bei einer operativen Marge von 42,7 Prozent.

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Die Aktie schloss am 3. Juni bei 360.500 Won. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 28,8 — deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 62,1. Goldman Sachs erwartet für das Gesamtjahr 2026 einen operativen Gewinn von 374 Billionen Won, für 2027 sogar 530 Billionen Won.

Südkorea liegt global nun knapp hinter Taiwan, das mit einer Marktkapitalisierung von 5,15 Billionen Dollar Rang fünf hält. Ob der KOSPI das Goldman-Ziel von 12.000 Punkten erreicht, hängt maßgeblich davon ab, ob die KI-Nachfrage das aktuelle Tempo hält — und ob die Privatanleger standhaft bleiben, wenn ausländische Investoren weiter abbauen.

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