Nvidia trÀumt von Milliarden aus China - GesprÀche mit US-Regierung
28.08.2025 - 15:07:31 | dpa.de(neu: Medienbericht, wonach Nvidia mit US-Regierung ĂŒber Verkauf von Blackwell-Chips nach China spricht, Kurs aktualisiert)
SANTA CLARA (dpa-AFX) - Der Chipkonzern Nvidia US67066G1040 schlĂ€gt im KI-Boom Rekorde - wĂŒrde aber gern Dutzende Milliarden Dollar mehr GeschĂ€ft in China machen. Nach US-Exportsperren und Gegenwind aus Peking verkauft Nvidia aktuell gar nichts im chinesischen Markt. Dabei sei er fĂŒr dieses Jahr von einem Umsatz-Potenzial von 50 Milliarden Dollar in China ausgegangen - und einem jĂ€hrlichen Wachstum von 50 Prozent, sagte Firmenchef Jensen Huang.
Trotz des fehlenden China-GeschÀfts sprang der Quartalsumsatz von Nvidia im Jahresvergleich um 56 Prozent auf 46,74 Milliarden Dollar (gut 40 Mrd Euro) hoch. Im Vergleich zum Quartal davor gab es noch ein Plus von sechs Prozent.
SchlĂŒsseltechnik fĂŒr KI
Nvidias Chip-Systeme werden rund um die Welt fĂŒr Training und Betrieb von Anwendungen mit KĂŒnstlicher Intelligenz verwendet. Schwergewichte wie Google US02079K1079 oder der Facebook-Konzern Meta US30303M1027 fĂŒllen damit ganze Rechenzentren - aber auch KI-Start-ups wie die ChatGPT-Erfinderfirma OpenAI setzen darauf.
Diese SchlĂŒsselposition lieĂ das GeschĂ€ft von Nvidia in den vergangenen zwei Jahren explosiv wachsen und machte den einstigen Nischen-Player zum wertvollsten Unternehmen der Welt. Zuletzt war Nvidia an der Börse rund 4,4 Billionen Dollar wert - eine Billion mehr als etwa der iPhone-Konzern Apple US0378331005.
Aktie nach Rally etwas schwÀcher
Der Kurshöhenflug macht Anleger empfindlich, die nicht den Moment verpassen wollen, in dem diesem beispiellosen Erfolgslauf die Puste ausgeht - alleine in diesem Jahr legte der Kurs bisher um weitere 35 Prozent zu. In den vergangenen fĂŒnf Jahren summiert sich das Kursplus auf mehr als 1.300 Prozent. Seit dem Sommer 2015 hat sich der Wert der Aktie mehr als verdreihundertfacht.
Im vorbörslichen Handel am Donnerstag fiel der Kurs zuletzt nur noch um 0,2 Prozent, nachdem es zunÀchst nach deutlicheren Verlusten ausgesehen hatte. Damit wackelt der Status als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt aber noch lange nicht. So bring es Nvidia auf eine Marktkapitalisierung von rund 4,4 Billionen US-Dollar, mit Abstand folgt die Nummer zwei Microsoft mit 3,8 Billionen US-Dollar Börsenwert.
Das Muster ĂŒbertroffener Erwartungen und höherer Ziele bleibe beim KI-Konzern bestehen, schrieb Harlan Sur von JPMorgan in seiner Reaktion auf die Zahlen. Nvidia sichere sich weiterhin einen Löwenanteil der Investitionen in diesem Bereich. Der Analyst hob sein Kursziel von 170 auf 215 Dollar an.
Auch die Experten von Bernstein, Morgan Stanley und Bank of America schraubten ihre Kursziele weiter hinauf und liegen nun teils deutlich ĂŒber der 200-Dollar-Marke. Netzwerk- und Gaming-GeschĂ€ft des Chipkonzerns fĂŒllten die "China-LĂŒcke", notierte Barclays-Experte Tom O'Malley am Donnerstag. Das GeschĂ€ft mit dem Reich der Mitte sei gekennzeichnet von "politischem Hin und ZurĂŒck".
Weiter Stille im China-GeschÀft
Im vergangenen Vierteljahr verbuchte der Konzern wegen US-ExporthĂŒrden keine VerkĂ€ufe der abgespeckten KI-Chips mit der Bezeichnung H20 im chinesischen Markt. Allerdings gelang es, H20-Systeme im Wert von 650 Millionen Dollar an einen Kunden aus einem anderen Land zu verkaufen.
Die Regierung von Donald Trump hatte zwar vor einigen Wochen den Widerstand gegen H20-VerkĂ€ufe nach China aufgegeben. Ein Preis dafĂŒr ist, dass der amerikanische Staat einen Anteil von 15 Prozent der VerkĂ€ufe bekommen soll. Allerdings kamen die Lieferungen bisher nicht in Gang - weil nun Peking Front gegen den Einsatz von KI-Chips aus den USA unter anderem mit Verweis auf Sicherheitsbedenken macht.
Nvidia wĂŒrde derweil gern auch leistungsstĂ€rkere Chips aus der Modellreihe "Blackwell" nach China verkaufen. Huang argumentiert, dass ein Verkaufsverbot nur einheimische Konkurrenz in China entstehen lasse, die mit Nvidia spĂ€ter auch auf dem Weltmarkt konkurrieren werde.
Aktuell spreche Nvidia aber mit der US-Regierung ĂŒber VerkĂ€ufe von Blackwell-Chips nach China und sei bereit, den eigenen Staat an den Erlösen zu beteiligen, zitiert eine Reporterin des US-Senders "Fox" den Nvidia-Chef Huang in einem Post auf der Plattform X (frĂŒher Twitter).
EnttĂ€uschung ĂŒber Prognose?
Nvidia plant auch fĂŒr das laufende Quartal vorerst keine VerkĂ€ufe in China ein. Der Konzern rechnet mit Erlösen von 54 Milliarden Dollar (mit einem Spielraum von jeweils zwei Prozent weniger oder mehr). Analysten erwarten im Schnitt weniger als 53,5 Milliarden Dollar.
Huang versicherte zugleich in einer Telefonkonferenz mit Analysten, er gehe von einer noch weiter steigenden Nachfrage nach Nvidia-Chips mit breiterem Einsatz KĂŒnstlicher Intelligenz aus. Denn die neueren KI-Systeme brĂ€uchten zum Teil 1000 Mal mehr Rechenleistung als frĂŒher.
Unter dem Strich stieg der Quartalsgewinn von Nvidia im Jahresvergleich um 59 Prozent auf gut 26,4 Milliarden Dollar.
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