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SAP Aktie: Kursschub nach Zahlen

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 01:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SAP verfehlt operative Gewinnerwartungen, überzeugt aber mit starkem Cloud-Auftragsbestand. Die Aktie dreht nachbörslich ins Plus.

SAP Aktie: Cloud-Wachstum treibt Kurs trotz Gewinnverfehlung
Abstrakte Darstellung eines modernen Bürogebäudes bei Sonnenaufgang als Symbol für wirtschaftliches Wachstum. Illustration mit AI erstellt.

SAP hat beim operativen Gewinn die Erwartungen verfehlt – trotzdem greifen Anleger zu. Der Grund liegt im Cloud-Geschäft, das kräftiger wächst als von Analysten kalkuliert, und in Auftragsbüchern, die sich schneller füllen als erwartet. Die Reaktion an der Börse zeigt, wie stark der Blick der Anleger inzwischen auf wiederkehrenden Cloud-Erlösen liegt – und weniger auf der reinen Gewinnmarge.

Cloud übertrifft, Marge enttäuscht

Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2026 auf 9,88 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenschätzung von 9,85 Milliarden Euro leicht.

Noch deutlicher zeigte sich die Dynamik im Cloud-Geschäft: Der Auftragsbestand kletterte auf 22,9 Milliarden Euro, ein währungsbereinigtes Plus von 26 Prozent – mehr als die von Analysten erwarteten 23,8 Prozent. Der reine Cloud-Umsatz traf mit 6,28 Milliarden Euro fast punktgenau die Prognosen, während die Erlöse aus Cloud und Software zusammen um 11,1 Prozent auf 8,85 Milliarden Euro zulegten.

Beim bereinigten operativen Ergebnis reichte es dagegen nicht: Mit 2,74 Milliarden Euro blieb SAP unter dem Analystenkonsens von 2,91 Milliarden Euro, das Plus von 6,8 Prozent fiel schwächer aus als erhofft.

Beim Nettogewinn drehte sich das Bild wieder: Mit 2,21 Milliarden Euro übertraf SAP die erwartete Marke von 1,95 Milliarden Euro deutlich. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 1,89 Euro, nach 1,45 Euro im Vorjahresquartal – ebenfalls mehr als die von Analysten veranschlagten 1,76 Euro.

Zukäufe drücken auf die Wachstumsrate

Für das Gesamtjahr hob SAP die absolute Zielspanne für das operative Ergebnis leicht an, auf 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro. Bei der Wachstumsrate zog das Management dagegen die Zügel an: SAP kappte die Prognose leicht auf 13 bis 17 Prozent, nachdem zuvor eine höhere Spanne im Raum stand.

Grund dafür sind die in diesem Monat abgeschlossenen Übernahmen der Datenplattform Dremio und des KI-Spezialisten Prior Labs. Beide Zukäufe verwässern das Ergebnis kurzfristig, tragen aber zur Strategie bei, SAPs Business-AI-Plattform und die Autonomous-Suite auszubauen.

Die Aktie hatte den regulären Xetra-Handel noch mit einem Minus von 2,82 Prozent bei 128,32 Euro beendet – im nachbörslichen Handel drehte das Bild, die Papiere legten um rund 3 Prozent zu.

Für die kommenden Quartale bleibt der Cloud-Backlog der zentrale Gradmesser. Mit einem Wachstum von 26 Prozent zum Ende des zweiten Quartals liefert SAP den bislang stärksten Beleg dafür, dass die Migration auf S/4HANA sowie die Programme Rise with SAP und Grow with SAP trotz wachsender Zweifel am klassischen Softwaregeschäft weiter tragen.

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