Scottish Mortgage: Dividende steigt zum 43. Mal
27.05.2026 - 16:56:59 | boerse-global.deScottish Mortgage Investment Trust hebt die Dividende zum 43. Mal in Folge an. Für das Geschäftsjahr bis 31. März 2026 steigt die Gesamtausschüttung um 4,3 Prozent auf 4,57 Pence je Aktie. Die Schlussdividende von 2,97 Pence soll am 10. Juli ausgezahlt werden — vorbehaltlich der Zustimmung auf der Hauptversammlung. Damit verteidigt der Trust seinen Status als „Dividend Hero" der Association of Investment Companies.
Bemerkenswert ist das nicht wegen der Höhe, sondern wegen der Konstanz. Scottish Mortgage ist kein Einkommensvehikel. Das Portfolio zielt auf Kapitalwachstum, die größten Positionen reinvestieren Cashflows statt sie auszuschütten. Trotzdem hält der Vorstand die Dividendenpolitik durch — seit über vier Jahrzehnten.
Gebührenstruktur bleibt niedrig
Die laufenden Kosten lagen bei 0,33 Prozent, nach 0,31 Prozent im Vorjahr. Performance-Gebühren erhebt der Trust nicht. Verwaltungsgebühren summierten sich auf 40,1 Millionen Pfund, sonstige Verwaltungskosten auf 4,8 Millionen Pfund. Bei einem durchschnittlichen Nettoinventarwert von 13,6 Milliarden Pfund ergibt das Gesamtkosten von 44,9 Millionen Pfund.
Für einen globalen Investment Trust mit Zugang zu börsennotierten und privaten Wachstumsunternehmen ist die Gebührenlinie ungewöhnlich schlank. Private-Market-Exposure ist üblicherweise mit höheren Kosten und eingeschränktem Zugang verbunden.
Vom Abschlag zum Aufschlag
Zum Geschäftsjahresende notierte die Aktie mit einem Abschlag von 9,5 Prozent zum Nettoinventarwert, nach 9,0 Prozent ein Jahr zuvor. Der Vorstand verwies auf einen sprunghaften NAV-Anstieg am letzten Handelstag der Berichtsperiode. Nach dem Bilanzstichtag drehte die Stimmung: Die Aktie handelt inzwischen mit einem leichten Aufschlag.
Das eröffnet Spielraum. Investment Trusts können Aktien über dem NAV emittieren und bei einem Abschlag zurückkaufen. Scottish Mortgage hat seit Jahresende neue Aktien ausgegeben. Sollte der Kurs wieder unter den NAV fallen, bleibt das Rückkaufprogramm aktiv.
Verschuldung als Hebel
Die Verschuldungsquote sank von rund 13 auf etwa 11 Prozent — nicht weil Kredite getilgt wurden, sondern weil das Portfolio wuchs. Die Gesamtkosten der Verschuldung lagen bei rund 3,6 Prozent. Verbindlichkeiten zum Buchwert summierten sich auf 1,6 Milliarden Pfund, Barmittel auf 11 Millionen Pfund.
Der Vorstand betrachtet Verschuldung als langfristiges Instrument zur Renditesteigerung. In steigenden Märkten wirkt der Hebel positiv, bei fallenden Kursen kehrt sich der Effekt um.
Wachstum schlägt Einkommen
Die Gesamtrendite des Nettoinventarwerts erreichte 27,4 Prozent, die Aktienrendite 26,8 Prozent. Der FTSE All-World Index legte in Sterling um 18,0 Prozent zu. Künstliche Intelligenz, Infrastrukturnachfrage und Unternehmen mit disruptivem Potenzial prägten das Umfeld.
Die Aktie notiert aktuell bei 17,98 Euro, knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 18,85 Euro. Seit Jahresanfang beträgt das Plus 29,4 Prozent.
Scottish Mortgage hält die Dividendentradition aufrecht. Die Bewertung hängt aber nicht am Ertrag, sondern an langfristigen Wachstumsaktien. Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob die KI-Wette und das Private-Equity-Exposure die Bewertung rechtfertigen — die Ausschüttung ist Beiwerk, nicht Kern der Story.
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