Selenskyj erwartet 30 Milliarden Euro von EU fĂŒr Abwehr
Veröffentlicht am: 23.08.2026 um 17:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWSKiew erwarte von der EU 30 Milliarden Euro fĂŒr die Verteidigungsausgaben, sagte er im GesprĂ€ch mit Journalisten in Kiew. "Sie werden fĂŒr die Verteidigung des ganzen Landes gebraucht", betonte er. Derzeit gebe es im Verteidigungshaushalt eine LĂŒcke von 27 Milliarden Dollar (rund 23 Milliarden Euro).
Allein 20 Milliarden seien notwendig, um die GehĂ€lter der Soldaten, die Kompensationen fĂŒr die Familien der Gefallenen und andere Ausgaben zu bezahlen, sagte Selenskyj. Etwa wegen der Produktion von Drohnen sei zusĂ€tzliches Geld nötig "Ein bedeutender Geldbetrag ist erforderlich. Ich arbeite in dieser Sache mit den Franzosen und Deutschen", sagte er.
Selenskyj: 820 Quadratkilometer befreit
Zugleich verwies Selenskyj auf Erfolge. So hĂ€tten Kiews StreitkrĂ€fte seit Jahresbeginn 820 Quadratkilometer FlĂ€che befreit, darunter fast komplett das Gebiet Dnipropetrowsk. Dort seien nur noch etwa zehn Quadratkilometer, drei Ortschaften, nicht unter komplett unter Kiews Kontrolle, sagte der PrĂ€sident. Von unabhĂ€ngiger Seite waren die Angaben zunĂ€chst nicht ĂŒberprĂŒfbar.
Selenskyj rĂ€umte auch ein, dass Russland seit Jahresbeginn 990 Quadratkilometer FlĂ€che okkupiert habe. Er erwartet, dass Kiew den Russen bis Jahresende weitere FlĂ€chen wieder entreiĂen werde. Selenskyj schloss zugleich erneut aus, dass die Ukraine sich freiwillig aus dem Donbass zurĂŒckzieht - Moskau nannte dies als Bedingung fĂŒr einen Waffenstillstand.
PrÀsident lehnt Wahlen in Kriegszeiten weiter ab: WÀre ein "Tsunami"
Mit Blick auf die jĂŒngsten Forderungen des als Verteidigungsminister entlassenen populĂ€ren Politikers Mychajlo Fedorow nach Wahlen bekrĂ€ftigte Selenskyj seine Haltung, dass dies in Kriegszeiten nicht möglich sei. "Wahlen zum jetzigen Zeitpunkt wĂ€ren wie ein Tsunami fĂŒr den Staat, der die Ukraine spalten wĂŒrde", sagte Selenskyj. "Deshalb besteht meine Strategie darin, das Land bis zum Ende des Krieges zu fĂŒhren und einen unabhĂ€ngigen und souverĂ€nen Staat zu bewahren."
Bereits im vorigen Jahr habe es Druck von verschiedenen Seiten gegeben, Wahlen abzuhalten, sagte Selenskyj, der 2019 zuletzt gewĂ€hlt wurde. Wenn die Partner im Westen VorschlĂ€ge hĂ€tten, wie eine Abstimmung fĂŒr Millionen ukrainische KriegsflĂŒchtlinge im Ausland und fĂŒr die Menschen im Frontgebiet organisiert werden könne, dann sei er bereit, darĂŒber zu reden. Niemand aber habe bisher konkrete VorschlĂ€ge gemacht, wie die Sicherheit bei solchen Wahlen garantiert werden könne.
Russland, das seit viereinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine fĂŒhrt, hĂ€lt vom 18. bis 20. September eine Parlamentswahl ab - auch in den von Moskau kontrollierten Teilen der annektierten ukrainischen Gebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson.
