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Sellas Life Sciences Aktie: 78 von 80 TodesfÀlle bis 11. Mai

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 13:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Sellas Life Sciences steht kurz vor entscheidenden Studiendaten zu LeukĂ€mie-Mittel GPS, wĂ€hrend Übernahmefantasien um Merck die Aktie antreiben.

Sellas Life Sciences: Spekulation um Merck-Übernahme befeuert Aktienrally
Eine dĂŒstere, abstrakte Szene im Biotechnologiesektor mit gedĂ€mpften Farben und subtilem Rot, die eine kritische Marktstimmung vermittelt. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Zwei fehlende TodesfĂ€lle trennen Sellas Life Sciences von einem der wichtigsten Datenpunkte seiner Firmengeschichte. Gleichzeitig wetten Privatanleger im Netz darauf, dass Merck & Co. den Biotech-Konzern schlucken könnte. Die Kombination aus klinischer Spannung und Übernahme-Fantasie hat die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 570 Prozent nach oben katapultiert.

Aktuell notiert das Papier bei 11,35 Euro, nach einem Plus von 0,44 Prozent am Montag. Allein im vergangenen Monat legte der Kurs um fast 65 Prozent zu. Vom 52-Wochen-Hoch bei 15,25 Euro, erreicht am 30. Juni, liegt die Aktie inzwischen aber gut 25 Prozent entfernt — ein Zeichen fĂŒr Gewinnmitnahmen nach der Rally.

Die Studie steht kurz vor dem Ziel

Im Zentrum des Interesses steht die Phase-3-Studie REGAL. Sie prĂŒft den Wirkstoff Galinpepimut-S (GPS) als Erhaltungstherapie fĂŒr Patienten mit akuter myeloischer LeukĂ€mie, die nach einer Zweitlinien-Behandlung eine Remission erreicht haben.

Bis zum 11. Mai 2026 zĂ€hlte die Studie 78 von 80 nötigen TodesfĂ€llen. Erst wenn diese Marke erreicht ist, kann die finale Datenauswertung starten. Sellas selbst kennt die Ergebnisse noch nicht — die Studie bleibt bis zum Schluss verblindet.

Manche Marktteilnehmer deuten die Verzögerung bei den letzten beiden Ereignissen positiv. Sie könnte bedeuten, dass Patienten lĂ€nger ĂŒberleben als ursprĂŒnglich erwartet. Als Erfolg wĂŒrde das Unternehmen die Studie werten, wenn GPS ein mittleres GesamtĂŒberleben von mindestens 12,6 Monaten erreicht — gegenĂŒber acht Monaten in der Kontrollgruppe. Die finale Analyse erwartet Sellas in der zweiten JahreshĂ€lfte 2026, möglicherweise im spĂ€ten dritten oder im vierten Quartal.

Warum Merck als KĂ€ufer ins Spiel kommt

Die Übernahme-Spekulation hat einen konkreten Auslöser: Mercks Krebsmittel Keytruda verliert 2028 seinen US-Patentschutz. Das Medikament brachte 2025 allein 31,7 Milliarden Dollar Umsatz und stand fĂŒr 55 Prozent der Pharmaeinnahmen des Konzerns. Merck sucht deshalb aktiv nach neuen Wirkstoffen fĂŒr die Pipeline.

GPS zielt als Immuntherapie auf das Protein WT1 ab. Ein positives Studienergebnis könnte einen klaren Zulassungsweg zur FDA eröffnen und Sellas vom Forschungsunternehmen zum umsatzstarken Biopharma-Anbieter machen. Genau diese Aussicht befeuert die Fantasie um einen möglichen Merck-Deal — bestĂ€tigt ist davon bislang nichts.

Zweites Standbein und finanzielle Reserven

Neben GPS treibt Sellas den CDK9-Hemmer SLS009 (Tambiciclib) voran. Der Wirkstoff lĂ€uft in einer Phase-2-Studie fĂŒr neu diagnostizierte AML-Patienten in der Erstlinientherapie, der erste Patient erhielt die Dosis im ersten Quartal 2026. Parallel testet das Unternehmen SLS009 in Kombination mit etablierten Krebsmedikamenten bei rĂŒckfĂ€lligen Patienten. Der primĂ€re Studienabschluss wird fĂŒr Ende 2026 erwartet.

Finanziell steht Sellas vorerst solide da. Zum 31. MĂ€rz 2026 verfĂŒgte das Unternehmen ĂŒber 107,1 Millionen Dollar an Barmitteln. Hinzu kommt eine Aktienplatzierungs-FazilitĂ€t ĂŒber bis zu 150 Millionen Dollar, die den Kapitalbedarf bis zur erwarteten Studienauswertung im zweiten Halbjahr absichern soll.

Die VolatilitĂ€t der Aktie liegt derzeit bei annualisiert rund 124 Prozent — ein Wert, der die NervositĂ€t rund um das binĂ€re Studienergebnis widerspiegelt. Bis zur finalen REGAL-Auswertung im spĂ€teren Jahresverlauf bleibt der Kurs damit anfĂ€llig fĂŒr scharfe AusschlĂ€ge in beide Richtungen.

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