Siemens Energy Aktie: North Sea Connector 2 beauftragt
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 23:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Siemens Energy sichert sich gemeinsam mit dem Partner Neptun Smulders einen Großauftrag für die deutsche Energiewende. Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat das Konsortium mit dem Bau der Konverterplattform für den Offshore-Windanschluss North Sea Connector 2 beauftragt. Das Projekt mit einer Kapazität von 2 Gigawatt soll bis Ende 2034 in Betrieb gehen.
Offshore-Plattform vor Sylt, Fertigung überwiegend aus Deutschland
Die geplante Plattform entsteht rund 200 Kilometer westlich von Sylt in der Nordsee. Ergänzend baut das Konsortium eine Onshore-Konverterstation im Raum Schwerin beziehungsweise Mühlenbeck. Nach Angaben zum Auftrag stammen 95 Prozent der Siemens-Komponenten aus deutschen Werken. Das Projekt soll mehr als 500 langfristige Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern schaffen – ein Aspekt, der angesichts der angespannten Lage der deutschen Industrie Gewicht bekommt. Für den heimischen Industriesektor werden derzeit monatlich rund 15.000 Arbeitsplätze abgebaut, bedingt durch hohe Energiekosten und Regulierungsdruck. Vor diesem Hintergrund besuchte Bundesaußenminister Johann Wadephul jüngst eine Siemens-Energy-Niederlassung in Johannesburg, um über industrielle Kooperationen zu sprechen.
Der Auftrag reiht sich in eine Serie positiver Nachrichten aus dem Netzgeschäft ein und bestätigt den Kurs des Konzerns, sich als zentraler Ausrüster der Energiewende zu positionieren. Auch außerhalb Europas expandiert das Unternehmen: Die US-Armee hat Siemens Government Technologies mit einem Auftrag über 80 Millionen US-Dollar betraut, um Drohnenmotoren am Anniston Army Depot in Alabama zu fertigen. Ziel ist es, die Abhängigkeit von chinesischen Seltenen Erden zu verringern – die Fertigstellung ist bis August 2027 vorgesehen.
Auftragsbestand erreicht 154 Milliarden Euro
Die operative Dynamik zeigt sich auch in den jüngsten Geschäftszahlen. Der Auftragsbestand summierte sich zuletzt auf 154 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal verbuchte Siemens Energy einen Rekord-Auftragseingang von 17,7 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 10,3 Milliarden Euro – ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,72. Damit wächst der Auftragsbestand deutlich schneller als der Umsatz, was auf eine mehrjährig gut gefüllte Pipeline hindeutet. Die nächsten Quartalszahlen stehen für den 5. August auf der Agenda; Anleger dürften dabei besonders auf die Entwicklung des Netzgeschäfts und mögliche Anpassungen der Jahresprognose achten.
An der Börse zeigt sich das Papier zuletzt in konsolidierender Verfassung. Am Freitag schloss die Aktie bei 150,70 Euro, ein moderates Plus von 0,32 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Kursgewinn von 25,17 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Rücksetzer eher eine Verschnaufpause nach der starken Rally der vergangenen Monate darstellt als eine fundamentale Trendwende.
Politisches Umfeld bleibt im Blick
Neben dem operativen Geschäft bleibt auch das politische und regulatorische Umfeld für Siemens Energy relevant. Die Bundesregierung prüft derzeit die geplante Übernahme des Magnetherstellers Vacuumschmelze durch den US-Konzern Energy Fuels – ein Vorgang, der die strategische Bedeutung deutscher Zulieferketten für Energie- und Netztechnik unterstreicht, auch wenn Siemens Energy an diesem Vorgang nicht direkt beteiligt ist. Insgesamt bestätigt die Auftragslage der vergangenen Tage den Eindruck eines Konzerns, der von der globalen Netzausbau-Welle profitiert – die Quartalszahlen am 5. August werden zeigen, ob sich diese Dynamik auch in der Profitabilität niederschlägt.
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